"Kann sein, dass er sich ärgert"

Spott für David Alaba in der Bayern-Kabine

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David Alaba (r.) und Jerome Boateng verstehen sich bestens - auch wenn es für den Österreicher ab und an einen Spruch in der Kabine gibt.

München - In der Bayern-Kabine ist der Österreicher David Alaba offenbar regelmäßig dem Spott seiner deutschen Teamkollegen ausgesetzt. Das hat Jerome Boateng nun in einem Interview bestätigt.

Eine gute Stimmung in der Mannschaftskabine ist für Fußballteams von unschätzbarem Wert. Je besser der Geist unter den Kollegen, desto größer die Chancen auf sportliche Erfolge. Dass es dabei mitunter auch etwas rauer zugehen kann und gerne auch mal ein Witz auf Kosten anderer gerissen wird, weiß jeder, der selbst mal aktiv im Verein gegen den Ball getreten hat, egal ob auf Bundesliga- oder Kreisligaebene.

Dass es auch in der Umkleidekabine des FC Bayern, Deutschlands sportlich und finanziell erfolgreichstem Verein, mal den ein oder anderen hämischen Spruch gibt, das hat nun Jerome Boateng in einem Interview ausgeplaudert. Ziel des Kabinenwitzes: David Alaba.

Boateng: "Der Spruch geht immer wieder mal durch die Kabine"

Worum geht's? Um die richtige Position auf dem Spielfeld und den richtigen Pass! Als einer der besten Außenverteidiger der Welt feiert Alaba zwar mit dem FC Bayern in der Bundesliga und in der Champions League zahlreiche Erfolge. Allerdings hat es der Österreicher schwer, mit seiner Nationalmannschaft auch bei Welt- und/oder Europameisterschaften groß aufzutrumpfen, einfach weil die Landesauswahl der Alpenrepublik auf der großen internationalen Bühne (noch) nicht konkurrenzfähig ist. Und bekanntlich spielt Alaba bei Bayern gleich mit sechs aktuellen Weltmeistern zusammen: Boateng, Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Mario Götze.

Bei der Endrunde in Brasilien ließ Bundestrainer Joachim Löw teilweise vier gelernte Innenverteidiger in der Viererkette ran - auch, weil ihm starke Außenverteidiger fehlten und Philipp Lahm in der defensiven Mittelfeldzentrale ran musste. Da wäre eigentlich Platz für einen Kicker vom Format eines David Alaba gewesen. Mit dem richtigen Pass könnte sich der 22-Jährige nun also auch Weltmeister nennen. Und genau das bekommt Alaba nun von den deutschen Kollegen immer wieder aufs Brot geschmiert, wie Boateng in einem Interview mit der "Sportbild" lachend bestätigt: "Es ist nicht so, dass es David jede Woche von uns zu hören bekommt, aber der Spruch geht wirklich immer wieder mal durch die Kabine."

Die Reaktion des Österreichers auf den Spott ist offenbar geteilt: "David nimmt es mit Humor, aber es kann sein, dass er sich innerlich schon ein wenig ärgert", verrät Boateng.

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Einen Grund, sich zu ärgern, gibt es aber eigentlich nicht, für seine Herkunft kann bekanntlich niemand etwas. Und da Alaba in Wien als Sohn einer philippinischen Mutter und eines nigerianischen Vaters am 24. Juni 1992 das Licht der Welt erblickte, wäre eine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft ja ohnehin nie in Frage gekommen. Und wer weiß, vielleicht schafft es Österreich ja, sich für die EURO 2016 in Frankreich zu qualifizieren. Damit wäre ein EM-Titel immerhin theoretisch möglich. In der aktuell laufenden Qualifikation treffen Alaba und Co. auf Russland, Schweden, Moldawien und Liechtenstein sowie Montenegro.

dh

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