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Kroos über Fan-Randale: "Nur ab in die Kabine"

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Die "Fans" des 1. FC Köln waren nach dem Abstieg völlig außer Rand und Band. © M.I.S.

München - Die Vorfälle nach dem Spiel in Köln sind noch nicht vergessen. Die Spieler haben das drohende Unheil kommen sehen und gaben nach dem Schlusspfiff zurecht Fersengeld.

Der Ball kullerte nur noch von Fuß zu Fuß, während die Augen auf die Tribünen gerichtet waren. In den Gesichtern stand Sorge, „nein Angst“, wie Mario Gomez nach den Schlussminuten von Köln sagte. Diese Minuten fielen dann auch kürzer aus, Schiri Florian Meyer pfiff die Partie nach schwarzem Rauch, grellen Pyro-Fackeln und lauten Böller-Knallern aus dem Block vorsichtshalber ab. Die Spieler stürmten in die Kabine, atmeten vor dem Fernseher und dem Spiel Hertha gegen Hoffenheim erst mal durch. „So habe ich das echt noch nicht erlebt“, erklärte Toni Kroos später der tz. Er verfolgte die letzten 20 Minuten von der Bank aus. „Ich habe dort mitbekommen, dass Hertha 2:0 führt. Und dann hat man auch schon gesehen, dass sich auf der Tribüne etwas zusammenbraut. Deswegen war die allgemeine Ansage: ab in die Kabine!“ Dort konnten sich die Stars erst mal abkühlen, das Geschehene abhaken und auf die nächsten Aufgaben konzentrieren.

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Ein paar Meter weiter, in der Kabine gegenüber, glich die Truppe des 1. FC Köln einem rauchenden Trümmerhaufen. Der Kader wird sich bei Umsatzeinbußen von 30 Prozent nicht halten lassen (was viele Fans freilich als Glück begreifen), die sofortige Rückkehr in die Eliteklasse erscheint mehr als fraglich. Geschäftsführer Claus Horstmann sagt: „Wir brauchen eine sportliche Doppelspitze, die sowohl sportliche Kompetenz und Kontinuität verkörpert, aber auch Teamfähigkeit und Professionalität im Umgang miteinander.“ Deutlicher hätte nachträgliche Kritik am geschassten Gespann Solbakken/Finke kaum ausfallen können.

Horstmann weiter: „Und natürlich brauchen wir eine Mannschaft, die neu komponiert werden muss. Eine Mannschaft, die das zeigt, was leider insbesondere in der Rückrunde zu oft vermisst wurde. Es gab in der Rückrunde zu viel Unruhe. Und in zu vielen Fällen war sie selbst gemacht.“ Die schlimme Bilanz von 12:40 Toren und nur zwei Siegen im EM-Jahr spricht Bände. Das sei „ein brutales Gefühl“, sagte Interimstrainer Frank Schaefer, der als interner Kandidat auf den Posten des Sportdirektors gilt.

Trainernamen werden schon gehandelt. Holger Stanislawski, Jos Luhukay, Mike Büskens – alle blieben unkommentiert, weil der FC endlich einmal mit Ruhe und Sachlichkeit entscheiden will. „Es geht nicht darum, irgendwelche Wunderpräsentationen zu zeigen und schnelle Personalthemen aus der Tasche zu ziehen“, meinte Horstmann. Stattdessen soll die Aufgabe gelöst werden, „einen eine gemeinsame Vision verfolgenden FC aufzubauen, der die Zukunft leistungsstark gestalten kann“.

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Der bereits als perfekt gemeldete Wechsel von Innenverteidiger Assani Lukimya droht schon mal zu scheitern. Laut Horstmann galt die Vereinbarung mit dem Profi von Fortuna Düsseldorf nur für die Erstklassigkeit. Horstmann will noch einmal verhandeln.

„Ich bin aber nicht allzu hoffnungsfroh“, sagte er am Samstag. Lukimya sollte in Köln einen Zweijahresvertrag erhalten.

mic

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