Kongeniales Duo

Thiago und Kimmich - sieht so Bayerns Zukunft aus?

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Joshua Kimmich (l.) und Thiago sind Bayerns Duo für Diagonalbälle - und mehr.

München - Pep Guardiolas Lieblingsschüler Thiago und Joshua Kimmich deuten gegen 'Zagreb im Mittelfeld an, wie die Zukunft der Bayern aussehen könnte.

Man hatte diesen perfekten Pass mit dieser astreinen Flugkurve und dem punktgenauen Absenken Dienstagabend schon einmal gesehen, bevor Thiago ihn in der 13. Minute geschlagen hatte. Die Spielsituation war ähnlich wie jene, die nach der starken Diagonalvorlage des Spaniers zum 1:0 des FC Bayern durch Douglas Costa führte. Eine umkämpfte Szene im Mittelfeld, die noch nicht geklärt schien – und ein cleveres Köpfchen in den Bayern-Reihen, das die zündende Idee hatte. Thiagos Pass war der, der das Spiel letztendlich schon früh zugunsten der Bayern und gegen Zagreb entschied. Aber Joshua Kimmich hatte zehn Minuten zuvor einen genauso starken Ball auf den Brasilianer gespielt.

Vielleicht ist es nicht ganz fair, einen 20 Jahre alten Champions League-Startelf-Debütanten mit einem weltweit angesehenen Mann wie Thiago zu vergleichen. Aber die Geschichten der beiden Profis passten nicht nur beim Sieg im zweiten Gruppenspiel der Königsklasse gegen Zagreb zusammen. Kimmich und Thiago, das sind beides Spieler, die Pep Guardiola schätzt. Thiago, sein Liebling, und Kimmich, der Junge, der nach Angaben des Bayern-Trainers zu einem der besten deutschen Spieler reifen wird (Guardiola: "Kimmich ist einer für Löw"). Dienstag ließen beide zumindest durchblitzen, warum sie in Guardiolas Gunst so hoch stehen.

Pressestimmen: Bayern "wie in Schwerelosigkeit"

Thiago etwa bereitete nicht nur das 1:0 durch Costa durch seinen sehenswerten Pass vor, sondern auch das 2:0 und das 5:0, das jeweils Robert Lewandowski schoss. Bisher war er in der laufenden Saison an keinem der zahlreichen Bayern-Tore beteiligt gewesen. Dienstag entwickelte er zwar mehr Zug zum Tor, verkünstelte sich aber auch oftmals. Sogar Guardiola schüttelte ab und an den Kopf über zu früh verpuffte Aktionen des 24-Jährigen. Weil er weiß, dass er es besser kann.

Auch wenn er noch ein paar Minuten Spielzeit auf dem Weg zurück zur Topform braucht: Respekt hat man vor Thiago – und zwar nicht nur als Gegner, sondern (teilweise) auch als Mitspieler. Kimmich, der neben dem Zuspiel auf Costa zu Beginn der Partie weitere starke Aktionen hatte und sogar zweimal vor dem Tor zum Kopfball kam, versteckte sich hier und da hinter dem großen Star, der vor ihm spielte. Dabei hatte er das gar nicht nötig. Denn seine Souveränität und seine Ausstrahlung als einziger Mann vor der Abwehr im 4-1-4-1-System beeindruckten über einige Strecken der Partie.

Alternative zu Alonso

Schon beim Auftaktsieg in Piräus hatte Kimmich ein paar Minuten mitspielen dürfen, in Darmstadt dann in der vergangenen Woche das Startelf-Debüt in der Liga gegeben. Nun ist er auch in der Königsklasse angekommen – und eine gute Alternative zu Xabi Alonso, den Guardiola für das Topspiel am Sonntag gegen Dortmund schonte. Er ersetzte den erfahrenen Defensivspieler positionsgetreu und solide. Er stellte sich Zagreb in den Weg, wenn es mal schnell gehen sollte; er zog das Aufbauspiel zwischen den Innenverteidigern Jerome Boateng und David Alaba auf, ließ sich fallen, ging aber dann auch wieder vor.

Und einmal traute sich Kimmich dann doch: Er rief Thiago lautstark etwas zu, ja dirigierte seinen prominenten Mittelfeld-Partner regelrecht. Da sah man ganz kurz, dass er in Zukunft vielleicht nicht nur einer ist, der mal einen schönen Diagonalball spielen kann. Sondern einer auf Augenhöhe.

Zwei Mal die 1 und vier Zweier - Bilder und Noten vom Spiel

hls

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