Es ging nicht um den FC Bayern

Nanu? Guardiola lädt Katalanen nach München zum Interview

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Durch und durch Katalane: Bayern-Trainer Pep Guardiola hängt an seiner Heimat.

München – Pep Guardiola hat nie vergessen, wo seine Wurzeln liegen. Das Wohl der Katalanen liegt dem Bayern-Trainer am Herzen. Das bringt er öffentlich zum Ausdruck – nun auch an der Säbener Straße.

Pep Guardiola hat sein erstes Exklusiv-Interview gegeben, seit er beim FC Bayern tätig ist. Die Roten sind in dem knapp 14 Minuten langen Video-Gespräch aber überhaupt kein Thema. Vielmehr erläutert der Trainer ausführlich, warum er - auch immer mal wieder öffentlich - für eine Abspaltung seiner Heimatregion Katalonien von Spanien eintritt. "Vor einigen Jahren haben nur wenige Menschen gehofft, dass die Unabhängigkeit eines Tages kommen würde. Aber das Thema ist jetzt viel präsenter", unterstreicht der 44-Jährige seine Hoffnungen: "Das Verständnis für die Wünsche des katalanischen Volkes war noch nie so groß wie jetzt."

Guardiola steht für den Weg ein, den viele Katalanen gehen wollen. Deshalb kandidiert er bei der dortigen Regionalwahl am 27. September für ein separatistisches Parteienbündnis. Deshalb trägt er auch zu offiziellen Anlässen beim FC Bayern schon Mal ein T-Shirt mit politischer Botschaft. Deshalb unterstützt er nun die Initiative Guanyarem - zu Deutsch: "Wir werden gewinnen" -, die etwa offizielle katalanische Nationalmannschaften begründen, ein Nationales Olympisches Komitee Kataloniens schaffen und Amateur- und Nachwuchs-Sportler stärken will.

Guardiola legt sich mit Innenminister an

Einen Mitarbeiter dieser Kampagne lud Guardiola nun an die Säbener Straße, um für das angesprochene Video Rede und Antwort zu stehen. Dabei stellt er klar, dass ihn Kritik an seiner Einstellung kalt lässt: "Sollte sich jemand von meinem Engagement belästigt fühlen, ist das nicht mein Problem." Wohl eine Anspielung auf Spaniens Innenminister Jorge Fernandez Diaz, der Guardiolas Kandidatur für die Separatisten "traurig und bedauernswert" nannte. Nun folgt der trockene Konter des Bayern-Trainers: "Ich habe meine Steuer immer bezahlt. Das können wohl nicht alle Parteien von sich behaupten."

Als Fußballer vertrat er zudem die spanischen Farben - und das mit ganzem Herzen. "Damals gab es keine katalanische Nationalmannschaft. Wenn es eine gegeben hätte, hätte ich für sie gespielt. Aber ich war sehr glücklich in der spanischen Nationalmannschaft und habe immer alles für sie gegeben", betont Guardiola. Die neue katalanische Kampagne hat schon mehr als 500 sportliche Unterstützer, auch die beiden großen Fußball-Klubs aus Barcelona sind dabei. Doch das Gesicht von Guanyarem ist vor allem Guardiola – wenn es sein muss auch in München.

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