Zwei Welten begegnen sich

Ein Shaqiri für 41 Ostwestfalen

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15 Millionen Euro beträgt der Etat des SCP. Beim FCB sind es 180 Millionen.

München - Es gibt mal wieder eine Premiere in der Fußball-Bundesliga, ein Spiel, das es so noch nicht gegeben hat. Der FC Bayern spielt gegen den SC Paderborn, Rekordmeister gegen Neuling. Ein etwas anderer Vergleich:

In den meisten Zeitungen ­schreiben die Kollegen daher heute wahrscheinlich von David gegen Goliath, in der tz gibt es einen etwas moderneren Vergleich, zeitgemäß und erschreckend verständlich. Denn in Zahlen ausgedrückt könnte heute auch ein Shaqiri gegen die Mannschaft aus Ostwestfalen spielen – der Transferwert des Schweizers ist mit rund 22 Millionen Euro in etwa so hoch wie der des gesamten Paderborner Teams! Der FC Bayern könnte aber natürlich auch mit einem halben Ribéry spielen oder einem Drittel Lewandowski. Mit Mathematik ist ja eine ganze Menge machbar. Schauen Sie mal!

Um den gewaltigen Unterschied dieser beiden Vereine zu dokumentieren, reicht auch ein Blick auf die Mitgliederzahlen. Beim FC Bayern sind rund 224.000 Menschen eingetragen, beim SC Paderborn nicht einmal 2000. Der Lizenspieler-Etat der Ostwestfalen liegt bei 15 Millionen, der des Rekordmeisters liegt zwölfmal höher (180 Millionen). In die Arena hier in München passen zudem fast fünfmal so viele Fans wie in die Benteler-Arena in Paderborn.

Paderborns teuerster Transfer: 1 Million für Proschwitz

Der teuerste Transfer des Aufsteigers hieß vor ein paar Jahren Nick Proschwitz vom FC Thun aus der Schweiz. Der Stürmer kostete eine Millionen Euro, mittlerweile spielt Proschwitz beim FC Brentford. Und beim FC Bayern? Da verlangten die stolzen Basken von Athletic Bilbao die festgeschriebene Ablösesumme von 40 Millionen Euro für ihren defensiven Mittelfeldspieler Javi Martínez. Die Verantwortlichen beim FCB stimmten zu, auf Martínez folgten noch Mario Götze (37 Millionen) oder auch Medhi Benatia (26 Millionen).

Der Gesamtmarktwert des Bayern-Kaders liegt heute somit bei rund 560 Millionen Euro, der von Paderborn bei 22,35 Millionen. Richtig kurios wird es aber, wenn man die Tabellenpositionen beziffert: Die Ostwestfalen kommen heute als Erste zum Vierten! Trotzdem schlägt man natürlich leise Töne an, so wie Geschäftsführer Michael Born im tz-Interview. Born hat großen Respekt vor dem ersten Spiel in der Allianz Arena, will aber wie sein Trainer „nicht zum Trikottauschen oder Bildermachen nach München kommen“, wie er sagt. Es soll eine erfolgreiche Reise werden, zumindest eine sehr angenehme. Nach dem Spiel heute Abend werden die Paderborner noch eine Nacht bleiben und morgen Nachmittag gemeinsam auf die Wiesn gehen. Born nennt das Teambuildingmaßnahme, die „zwei bis drei Stunden auf dem Oktoberfest“ sind auch eine Belohnung für die bisherige Saisonleistung.

Beim FC Bayern ist man von solchen Aktionen natürlich noch ein gutes Stück entfernt. So eine englische Woche, wie sie der SC Paderborn nur ein paarmal pro Saison erlebt, gibt es bei den Roten ständig. Und dazu drücken die Länderspielpflichten! Aktuell hat der FCB 18 Nationalspieler in seinen Reihen, der SCP einen.

Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt erst wieder gegen diesen Terminstress gewettert, Pep Guardiola legte am Montag nach. Er sagte: „Wir killen die Spieler. Wir verlangen zu viel von ihnen, alle drei Tage ein Spiel. Nur Druck, Druck, Druck. Spieler brauchen auch mal Zeit!“ Weiter warnt der Spanier: „Am Ende ist es unmöglich, das Niveau zu halten.“ Nun kommt auch noch so ein läuferisch starker Gegner. Pep über Pad: „Sie haben Talent und Qualität. Sie haben Enthusiasmus und keinen Druck, auch gegen uns nicht.“ Stimmt genau, die Zahlen zeigen es ja.

mic, lop

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