DFB-Team auf EM-Titelkurs

U 19: Warum jubelt hier kein Bayern-Star mit?

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Ein Herz für den Sieg: Unsere U 19 steht im EM-Finale.

München - Nach dem WM-Triuph von Jogis Jungs schickt sich mit der U 19 das nächste DFB-Team an, einen internationalen Titel zu holen - bei der EM in Ungarn. Die Frage ist nur: Warum spielt da kein Bayern-Jungstar mit?

Das Fußballmärchen geht weiter! Nach dem Traum von Rio, bei dem unsere Jungs zum vierten Mal den WM-Titel nach Deutschland holten, greift nun auch der Nachwuchs nach den Sternen. Nach dem sensationellen 4:0 gegen die Ösis am Montag steht das Team von Trainer Marcus Sorg im EM-Finale. Morgen (19 Uhr, Eurosport) geht es für David Selke & Co. in Budapest gegen Portugal um den Titel – und dabei schaut die Bundesliga zu.

„Ich drücke alle Daumen. Das sind genau die Zeichen, die wir brauchen“, so Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer. „Wir müssen auch nach der WM für Nachhaltigkeit sorgen. Ich schaue sehr, sehr genau auf dieses Turnier. Dass über den guten Nachwuchs dann in der Spitze Topleute vorhanden sind und wir erfolgreich sind – das wäre eine große Geschichte.“ Die Frage ist nur: Warum spielt da kein Bayern-Jungstar mit?

Die Antwort liefert kein Geringerer als der U 19-Coach des Rekordmeisters. Heiko Vogel zur tz: „Manchmal verfügt man als Klub über gute Jahrgänge, siehe das WM-Finale in Rio mit fünf deutschen Spielern, die beim FC Bayern ausgebildet wurden: Schweinsteiger, Lahm, Kroos, Müller und Hummels. Manchmal hat man aber einen Jahrgang, in dem die ganz herausragenden Spieler fehlen. Und so ist es mit dem 95er-Jahrgang beim FC Bayern, zumindest was den deutschen Nachwuchs angeht.“ Und zwar mit Betonung auf das Wort deutschen, denn was andere Nationen angeht, ist der FCB in diesem Jahrgang ebenfalls namhaft und prominent vertreten.

Spanien als Vorbild

Vogel: „Dafür haben wir aus diesem Jahrgang mit Julian Green und Pierre-Emile Hoj­bjerg zwei ausländische A-Nationalspieler hervorgebracht. Green ist WM-Teilnehmer und -Torschütze für die USA und hätte ansonsten auch in Ungarn für Deutschland spielen können. Und der Werdegang von Hojbjerg, der Ende Mai sein Debüt für Dänemark gefeiert und dabei gleich ein Tor erzielt hat, ist bestens bekannt.“

Der A-Jugend-Trainer freut sich aber auch so über die starke EM der Mini-Götzes. „Es ist gut für den deutschen Fußball, zu sehen, dass im Nachwuchs etwas nachkommt“, so Vogel zur tz. „Da rücken einige Talente nach, die das Potenzial haben, auch mal in der A-Nationalmannschaft spielen zu können. Das hat Spanien in den letzten Jahren super vorgemacht.“

Dort holten die U-Teams reihenweise Titel, was sich nur kurze Zeit später am Ende an der sechsjährigen Dominanz der Selección zeigte. Nun sind aber die Deutschen am Zug, und geht es nach Vogel, haben wir gute Chancen gegen Portugal. „Das 4:0 gegen Österreich war sehr eindrucksvoll. Es spricht für die Leistungsstärke dieser Mannschaft“, so der 38-Jährige. „Sie präsentiert sich als echte Einheit und hat einige sehr gute Einzelkönner in ihren Reihen. Man muss auch bedenken, wer noch aus diesem Jahrgang fehlt, zum Beispiel Timo Werner vom VfB Stuttgart und die beiden Schalker Max Meyer und Leon Goretzka.“ Also warm anziehen, Portugal!

DFB-Kader der U-19-EM

Tor: Marius Gersbeck (20.6.1995, Hertha), Oliver Schnitzler (13.10.1995, Aalen).

Abwehr: Kevin Akpoguma (19.4.1995, Hoffenheim), Marvin Friedrich (13.12.1995, Schalke), Fabian Holthaus (17.1.1995, Bochum), Pascal Itter (3.4.1995, Schalke), Marc-Oliver Kempf (28.1.1995, Freiburg), Anthony Syhre (18.3.1995, Hertha).

Mittelfeld: Julian Brandt (2.5.1996, Leverkusen), Joshua Kimmich (8.2.1995, Leipzig), Hany Mukhtar (21.3.1995, Hertha), Levin Öztunali (15.3.1996, Leverkusen), Niklas Stark (14.4.1995, Nürnberg), Marc Stendera (10.12.1995, Frankfurt), Sebastian Stolze (29.1.1995, Wolfsburg), Benjamin Trümner (17.5.1995, Hoffenheim).

Angriff: Felix Lohkemper (26.1.1995, Stuttgart), Davie Selke (20.1.1995, Bremen).

Abruf: Nico Brandenburger (17.1.1995, Mönchengladbach), Christian Mauersberger (20.4.1995, Chemnitz), Maximilian Wagener (3.1.1995, Leverkusen), André Wallenborn (25.3.1995, Köln), Julian Weigl (8.9.1995, TSV 1860), Luca Zander (9.8.1995, Bremen).

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