FCA fühlt sich betrogen - die tz-Analyse

Hat Bayern Heimvorteil bei Schiri-Entscheidungen?

+
Schiedsrichter Knut Kircher (r.) verließ sich auf seinen Assistenten - und lag damit falsch.

München - Den Aufreger des Spieltags gab's in München zu bestaunen. Schiri Kircher gab einen Elfmeter, der keiner war. Augsburg schäumte vor Wut, fühlte sich betrogen. Kann sich der FC Bayern auf der Gunst der Schiedsrichter verlassen? Eine tz-Analyse.

Update vom 30. September 2015: Der FC Augsburg spielt jetzt auch international mit und empfängt in der Europa League Partizan Belgrad. Das Spiel läuft selbstverständlich live und im Stream. Wir sagen Ihnen hier, wo Sie einschalten müssen, wenn Sie den FC Augsburg gegen Partizan Belgrad verfolgen möchten.

Es war die Entscheidung des Spieltags – die Fehlentscheidung des Spieltags! Schiedsrichter Knut Kircher gab nach dem Auflaufen von FCB-Star Douglas Costa auf den Augsburger Markus Feulner kurz vor Ende der Partie Elfmeter für den FC Bayern, eine eindeutige Verkennung der Lage durch Assistent Robert Kempter an der Linie. So eindeutig, dass es der Schiri selbst eingestand.

Kircher sagte: „Da lag er falsch, da lag ich falsch, weil ich der Chef auf dem Feld bin, mit dieser Entscheidung, die letztendlich von mir übernommen wurde. Das bringt Augsburg leider keine Punkte mehr, sorry, tut uns leid. Da war die Auslegung und die Wahrnehmung einfach eine falsche.“

So einfach war es natürlich nicht, die Entscheidung, und damit der Ausgang der Partie, zog heftige Kritik der Augsburger nach sich. Die Spieler und auch Trainer Markus Weinzierl regten sich facettenreich über diese Szene auf. Eine Bemerkung aber schlug auch über die Situation hinaus Wellen. FCA-Kapitän Paul Verhaegh meinte: „Man weiß, wenn man hier in München spielt, dass der Schiedsrichter sicher nicht auf unserer Seite ist.“ Er deutet damit an: Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu! Hat er recht?

In dieser noch jungen Saison hatten in den vorherigen beiden Heimspielen des FC Bayern Schiedsrichter-Entscheidungen keine Rolle gespielt. Gegen Leverkusen gab es zuletzt ein klares 3:0 für den FCB, beim Auftaktsieg gegen den HSV (5:0) hätte der Unparteiische gar auf einen Elfmeter für die Roten nach einem vermeintlichen Heimspiel von Djourou entscheiden können. So etwas fällt bei einem klaren Ergebnis im Nachhinein natürlich nie ins Gewicht, findet nicht mal Erwähnung.

Vergangene Saison war es in vielen Situationen ähnlich, häufig spielten bei einer erdrückenden Dominanz des FCB Schiedsrichterentscheidungen keine Rolle. Im Pokal gegen den BVB sah es dagegen ganz anders aus: Beim Stand von 1:0 bekam Dortmunds Schmelzer den Ball elfmeterwürdig an die Hand, der Pfiff blieb aus. Das Spiel ging noch verloren. Für eine breite Öffentlichkeit war es eine Fehlentscheidung mit Gerechtigkeitscharakter, schließlich hatte der FCB im Pokalfinale gegen Dortmund ein Jahr zuvor Glück, dass ein Tor von Hummels fälschlicherweise nicht gegeben wurde. Klar ist aber: Es gibt keinen generellen Heimvorteil bei wichtigen Schiedsrichterentscheidungen.

Happy Birthday, Thomas! Müller hat die Hose schön - Pep gratuliert

mic, sw

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Ticker: Aus! Lewandowski besiegt Freiburg
Ticker: Aus! Lewandowski besiegt Freiburg
Auf Ancelotti wartet noch eine Menge Arbeit
Auf Ancelotti wartet noch eine Menge Arbeit
„Qualität und Lewandowski - was soll ich dazu noch sagen?“
„Qualität und Lewandowski - was soll ich dazu noch sagen?“
Bleibt Coman bei den Bayern? Rummenigge verrät Tendenz
Bleibt Coman bei den Bayern? Rummenigge verrät Tendenz

Kommentare