Wörle: "Es macht derzeit richtig Spaß"

Bayerns Frauen-Kader wird im Winter optimiert

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Thomas Wörle eilt mit seiner Mannschaft derzeit von Erfolg zu Erfolg.

FC Bayern München - Nach dem Pokalaus gegen den FC Bayern waren die Frauen beim 1. FFC Frankfurt sprachlos. Nur eine stellte sich den Fragen, vermutlich, weil Yuki Ogimi als Japanerin die asiatische Höflichkeit verinnerlicht hat.

Sie redete lang, sie redete viel, die Reporterin aus Nippon wird eine Weile zu tun gehabt haben, ihr Diktiergerät abzuhören. Ob Yuki Ogimi ihr dabei auch anvertraute, dass sie lieber nach München als nach Frankfurt gewechselt wäre, ist bisher noch nicht publiziert worden. Aber dennoch wahr. Und bezeichnend.

Dass sich eine Weltmeisterin, die vor wenigen Monaten erst im Finale die WM-Titelverteidigung verpasst hat und schon beim FC Chelsea und dem VfL Wolfsburg stürmte, im Sommer die Bayern dem amtierenden Champions League-Sieger vorgezogen hätte, sagt viel aus über die Machtverschiebung, die sich immer offener im Frauenfußball abzeichnet. „Bei den Frankfurtern scheint irgendwas nicht zu stimmen, sie wirken nicht wie ein homogenes Team“, so die Münchner Managerin Karin Danner, „anders als bei uns. Wir reifen immer mehr, werden immer konstanter, sind beständig und haben vor niemandem Angst.“ Sie merke, wie sich das in den Spielerkreisen herumspricht, „an der Wertschätzung: Die, die früher nach Frankfurt gegangen sind, kommen jetzt zu uns. Auch Yuki Ogimi wäre gerne zu uns gekommen, hat mir Mana Iwabuchi erzählt.“

Schon eine bessere Adresse als der Champions League-Sieger? Die Entwicklung der Münchnerinnen ist auf jeden Fall rasant, im Winter stehen Kaderoptimierungen an. „Die Verträge von Anne Kristen Mewis und Kathy Stengel laufen nur bis zum Winter, beide werden uns dann aller Voraussicht nach verlassen“, so Karin Danner, „auf der anderen Seite werden wir allerdings vielleicht auch noch eine Spielerin dazunehmen.“

Am Sonntag empfangen die Bayern aber um 14 Uhr erst einmal den SC Sand im Grünwalder Stadion. Tabellenerster gegen -dritter: Das Team aus Baden-Württemberg ist die Überraschung der Saison, gewann bereits in Potsdam und Wolfsburg. „Von der Statistik her sind sie die beste Mannschaft der ersten Hälfte, sie haben sich viel Erfahrung geholt“, sagte Bayern-Trainer Thomas Wörle. „Es kommen jetzt insgesamt schwere Wochen auf uns zu, mit Spielen gegen Sand, Leverkusen, Essen, Hoffenheim und Potsdam. Aber es macht derzeit richtig Spaß, meiner Mannschaft zuzuschauen.“ Kein Sand im Getriebe – und nicht auf Sand gebaut. Wie solide alles ist, hat sich bis nach Japan herumgesprochen.

Text: Andreas Werner und Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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