Wörle: "Wollen uns oben festkrallen"

Bayerns Frauen siegen gegen Potsdam

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Geteilte Freude: Matchwinnerin Brynjarsdottir (r.) und Mitspielerin Miedema nach dem Führungstreffer.

München - Die Frauenmannschaft des FC Bayern hat das Spitzenspiel gegen den Turbine Potsdam knapp gewonnen. Dagny Brynjarsdottir schießt die Wörle-Elf zum Sieg.

Der Name ist so eigentümlich, würde er nicht derart zungenbrecherisch daherkommen, wäre er tauglich für einen Schlachtruf wie „Attacke“. Im Grünwalder Stadion war er am Freitagabend in aller Munde: Dagny Brynjarsdottir war die Heldin des FC Bayern, ihr 1:0 gegen Turbine Potsdam besiegelte den Sieg, einen Sieg, der elementare Bedeutung hat im Titelrennen. „Wir wollen uns jetzt oben festkrallen“, sagte Trainer Thomas Wörle. Brynjarsdottir als Synonym für Attacke – das passt zur Situation.

Bernd Schröder gratulierte nach dem Spiel im Duell der Verfolger. „Ihr habt euch jetzt die beste Ausgangslage, die ihr haben könnt, verschafft. Wir sind aus dem Meisterrennen raus“, sagte der Trainer der Gäste. Die Münchnerinnen belegen nun wieder den zweiten Platz, und der Tabellenführer Wolfsburg hat im letzten der vier noch ausstehenden Partien den starken FFC Frankfurt zu bewältigen. „Wir sind jetzt Zweiter, den Platz wollen wir nicht mehr hergeben“, meinte die Kapitänin Melanie Behringer, „aber ich will natürlich auch Meister werden. Alles andere wäre jetzt blöd, zu sagen.“

Die Marschroute lautet allerdings weiter: Von Spiel zu Spiel denken. Der Coup über Potsdam aber wird noch einmal Stabilität und Selbstvertrauen geben, denn im Großen und Ganzen ging er voll in Ordnung. „Wir waren die bessere Mannschaft“, sagte die Torschützin des Tages, ihr Trainer lobte den Charakter seines Teams, nachdem viele geunkt hatten, das 0:0 zuletzt in Duisburg würde einen Einbruch einleiten. Die Bayern sind die einzige Mannschaft, die diese Saison ungeschlagen ist, auch von den letzten sechs Top-Spielen ging ihnen keines verloren. Potsdam hatte erst letzte Woche den Tabellenführer bezwungen, „das war ein richtig gutes Spiel von ihnen – aber wir haben diese starke Mannschaft nur wenige Phasen ins Spiel kommen lassen“, sagte Wörle, „ich bin so richtig stolz auf alle“.

Tatsächlich beeindruckte das ganze Team als Kollektiv, von der coolen Torfrau Tinja-Riikka Korpela über die kämpferisch starken Gina Lewandowski und Leonie Maier bis hin zur Torschützin. „Jede hat heute für jede gearbeitet“, lobte Melanie Behringer, deren weiße Hose bald mit einem kräftigen Dreckfleck ihr Engagement bezeugte. „Gegen Potsdam gewinnt man nicht so leicht, jetzt darf sich keiner einen Ausrutscher erlauben – je weiter oben wir landen, desto besser.“ Weiter oben, da hieße dann Platz eins. Die Bayern-Frauen haben ihre Krallen ausgefahren. Anders gesagt: Brynjarsdottir!

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