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Streich und seine Beckenbauer-Tränen: Der Große verabschiedet sich vom Größten

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Christian Streich wurde von seinen Gefühlen übermannt. Der Abschied von Franz Beckenbauer bewegte ihn tief – er hatte eine besondere Beziehung zum Kaiser.

Freiburg – Der Tod von Franz Beckenbauer hat Fußballfans auf der ganzen Welt tief erschüttert. Und natürlich war die Trauer daheim am größten: Schließlich war der Kaiser für Deutschland mehr als nur ein Fußballer. Das haben die vergangenen Tage einmal mehr unterstrichen.

Streich und seine Beckenbauer-Tränen: Der Große verabschiedet sich vom Größten

Am 17. Spieltag gab es vor allen Bundesliga-Partien eine Gedenkminute für Beckenbauer. Es waren bewegende Bilder, die da in den Stadien der Nation zu sehen waren. Ein Trainer ließ seinen Emotionen freien Lauf: Christian Streich. Der Freiburger Coach war zu Beginn des Innehaltens für Beckenbauer noch gefasst. Die vielen unvergesslichen Erinnerungen an den Kaiser sollten ihn dann aber doch übermannen. Ein ergreifender Moment. Streich wischte sich die Tränen weg – ein Großer verabschiedete sich vom Größten. Stefan Effenberg sollte es am Sonntag im Doppelpass ähnlich ergehen.

Streich ist aktuell der älteste Trainer im deutschen Fußball-Oberhaus. Mit seinen 58 Jahren hat er viele Beckenbauer-Momente noch live miterleben können. Klar, dass er nochmal eine komplett andere Bindung zum Weltmeister von 1974 und 1990 hat als seine jüngeren Kollegen. Wie wichtig der Kaiser in seinem Leben als Fan, späterer Profi und Trainer war, untermauerte er schon vor dem Spiel seines SC gegen Union Berlin (0:0).

Christian Streich trauert um sein Idol Franz Beckenbauer.
Christian Streich trauert um sein Idol Franz Beckenbauer. © Screenshot Sky / MIS / Imago

Christian Streich erinnert an Franz Beckenbauer

„Er war alles für uns“, sagte Streich über sich und andere fußballbegeisterte Jungen und Mädchen seiner Generation. „Nach jedem Länderspiel sind wir in dem Alter allein mit dem Ball raus und haben das Spiel nachgespielt und kommentiert. So sind wir groß geworden – mit dieser Bayern-Mannschaft und mit dieser Nationalmannschaft.“

Eine Erinnerung ist dem Südbadener besonders im Gedächtnis geblieben. In den Räumlichkeiten des Fernsehsenders Sky lernten sich Streich und Beckenbauer einst vor einer Sendung kennen.

Emotionale Streich-Anekdote: „Damit ist alles über Franz Beckenbauer gesagt“

„Ich hätte in die Maske gesollt, habe aber gesagt, ich gehe nicht in die Maske“, erzählte Streich am Donnerstag bei der obligatorischen Spieltags-Pressekonferenz.

„Er sagte, ich soll in die Maske gehen und dann habe ich mich nicht getraut zu sagen, dass ich nicht gehen möchte. Ich bin sofort in die Maske und dann hat die Visagistin zu mir gesagt: ‚Der Mann, der sie hier reingeschickt hat, das ist der netteste Mann in diesem Laden‘. Damit ist alles über Franz Beckenbauer gesagt.“

Streich verteidigt Beckenbauer und schimpft über Kritiker

Anschließend teilte Streich in Richtung all Derjenigen aus, die Beckenbauer und dessen Rolle bei der Vergabe der WM 2006 ins Visier genommen hatten. „Diese heuchlerische Bande teilweise, das war extrem für ihn. Ich finde das völlig daneben und da ist es mir auch egal, was die Leute darüber denken. Jeder wollte die WM in Deutschland haben und wir alle haben davon profitiert. Niemand dachte, dass es so etwas in Deutschland geben kann. Alle im Ausland haben sich gewundert, dass die Deutschen so sein können. Und er war dann irgendwann der Schuldige. Das war schrecklich, fand ich.“ Matthias Sammer springt Streich in dieser Debatte zur Seite. (akl/dpa)

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