Ex-Bayern-Star könnte Weihnachten daheim sein

Besiegeln sie hier Brenos Freiheit?

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Breno (r.) mit seinem Anwalt Sewarion Kirkitadse (l.) und Gutachter Thomas S.

München - Breno kämpft um seine Freiheit! Bei einer nichtöffentlichen Anhörung der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts ging es am Dienstagvormittag um die Zukunft des Ex-Bayern-Stars.

Breno ist derzeit im Freigängerhaus in der Leonrodstraße untergebracht. Tagsüber darf er raus.

Gemeinsam mit seinem Anwalt Sewarion Kirkitadse (59) arbeitet der Brasilianer schon seit Monaten darauf hin, dass er endlich frei kommt. In der JVA Stadelheim führte sich der verurteilte Brandstifter vorbildlich und erhielt bereits diverse Vollzugslockerungen – aktuell ist er Freigänger und arbeitet beim FC Bayern. Bereits vor Wochen beantragte Breno eine vorzeitige Haftentlassung, um nach der Hälfte der Haft freizukommen. Sein Gesuch lehnte die Staatsanwaltschaft aber ab. Möglicherweise auch deshalb, weil er im Knast mit einem Handy erwischt wurde. Im Strafjustizzentrum kämpft Breno nun darum, nach zwei Dritteln der Haft (siehe unten) freizukommen. Und es sieht gut aus für ihn!

„Zwei Sachverständige haben eindeutig bekundet, dass Breno vorzeitig entlassen werden soll“, sagt Breno-Anwalt Kirkitadse zur tz. „Sie brachten vor, dass eine längere Inhaftierung seiner guten Entwicklung und der erfolgreichen Nachreifung schaden würde.“ Die Entscheidung, ob Breno vorzeitig freikommt, will das Gericht innerhalb der nächsten Woche fällen. Kirkitadse: „Ich gehe davon aus, dass das Gericht eine positive Entscheidung trifft.“

In diesem Fall steht zwischen Breno und der Freiheit nur noch die Staatsanwaltschaft. Wenn sie keine Beschwerde einlegt, kann alles ganz schnell gehen. Am 17. Dezember hätte er zwei Drittel seiner Haftstrafe (3 Jahre und 9 Monate) verbüßt. Der Rest wird ihm erlassen – auch, weil er Ersttäter ist und eine gute Sozialprognose vorweisen kann. Dieses Vorgehen ist durchaus üblich.

Breno in Freiheit! Das hieße allerdings auch, dass er sofort in seine Heimat abgeschoben wird. Weihnachten könnte der ehemalige Star-Kicker dort mit seiner Frau Renata (35), Sohn Pietro (5) und Baby Brenda feiern. „Ich bin heiß, wieder Fußball zu spielen“, sagt Breno. Es wäre der Beginn eines neuen Lebens.

Zwei-Drittel-Strafe

Bei Haftstrafen über zwei Jahren gilt die Zwei-Drittel-Regelung. Das heißt: Nach zwei Dritteln der verhängten Gesamtstrafe kann das Gericht die Reststrafe zur Bewährung aussetzen – allerdings unter bestimmten Voraussetzungen. So müssen mindestens zwei Monate der Strafe verbüßt sein (U-Haft wird angerechnet), das Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit muss gewährleistet sein und der Verurteilte darf außerhalb des Vollzugs keine Straftaten mehr begehen.

Chronologie des Falls:

Feuerwehrleute löschen in der Nacht auf den 20.09.2011 Brenos brennende Villa.

20. September 2011: Brenos Villa in Grünwald brennt ab – er war abends allein zuhause und wird leicht verletzt.

24. September 2011: Die Polizei nimmt den Bayern-Spieler wegen Brandstiftung fest.

6. Oktober 2011: Gegen 500 000 Euro Kaution wird Breno vorzeitig aus der Haft entlassen.

11. April 2012: Die Staatsanwaltschaft München I erhebt Anklage wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung.

4. Juli 2012: Das Landgericht verurteilt Breno wegen schwerer Brandstiftung zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Per Gefangenentransporter kommt er nach Stadelheim.

13. Juli 2012: Breno legt Revision ein: Sein Anwalt will das Urteil auf Verfahrensfehler prüfen.

Januar 2013: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe lehnt den Antrag auf Revision ab. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

19. August 2013: Die JVA Stadelheim hat Haftlockerung bewilligt. Breno darf tagsüber in der Verwaltung des FC Bayern arbeiten, muss nachmittags zurück ins Gefängnis.

Oktober 2014: Breno bittet um Haftverkürzung.

Andreas Thieme

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