Gespräch mit dem Vorstand

Betreuer-Unmut wächst: Krisengipfel wegen Pep?

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Pep Guardiola am Samstag am Rande des Spiels gegen Bremen – nach dem Schlusspfiff kam es zum Treffen mit den Bossen.

München - Erst knapp anderthalb Stunden nach Schlusspfiff, verließ auch der Bayern-Trainer die Arena - allerdings mit finsterem Blick.

Juan Bernat kam bereits frisch gestärkt aus der Players Lounge, Manuel Neuer oder auch Thomas Müller hatten ihre Spielanalysen vor der Presse längst abgeschlossen. Und auch der Gast aus Bremen war bereits abgereist. Nur Pep Guardiola steckte noch immer im Kabinentrakt der Allianz Arena. Erst gegen 18.45 Uhr, also knapp anderthalb Stunden nach Schlusspfiff, schritten dann auch der Bayerntrainer und Vertrauensmann Manel Estiarte Richtung Parkplatz. Allerdings wollte Peps Gesichtsausdruck nicht zum Schützenfest gegen Werder passen.

Ziemlich finster blickte der Bayerntrainer drein, wirkte nachdenklich, so, als ob ihn etwas beschäftigen würde. Ähnlich in sich gekehrt wirkten die Bosse, als sie nur wenige Minuten nach ihrem Star-Trainer die Katakomben der Allianz Arena verließen. Äußern wollten sich auch Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner, Jan-Christian Dreesen und Matthias Sammer nicht. Was war passiert?

Fest steht: Sportlich gab es nichts auszusetzen. Dortmund hatte verloren, Bayern wieder gewonnen – läuft also alles nach Plan. Zündstoff gibt es hinter den Kulissen an der Säbener Straße derzeit aber trotzdem reichlich. Der Grund: der erneute Ausfall von Edeltechniker Thiago.

Noch am Freitag hatte Guardiola vor versammelter Presse zugegeben, „vielleicht einen großen Fehler“ gemacht zu haben, als er Thiago entgegen des Rats von Klub-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zur Behandlung des Teilrisses des Innenbands im rechten Knie zu Dr. Ramon ­Cugat nach Barcelona schickte. Um ihn rechtzeitig für die WM fit zu bekommen, verkürzte der Mediziner die Reha-Phase des Spaniers – die Folgen sind bekannt. Allzu ernst hat Guardiola sein Geständnis aber wohl nicht gemeint, denn laut Bild ist Thiago nun erneut zu Cugat nach Barcelona gereist. Und zwar, so das Blatt, erneut auf Anraten von Guardiola selbst.

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Bei Cugat soll sich Thiago eine zweite Meinung einholen. Eine Entscheidung, die die Autoriät von Klubarzt Müller-Wohlfahrt einmal mehr untergraben würde. Zumal es mittlerweile schon als offenes Geheimnis gilt, dass der Trainer und der Arzt regelmäßig verschiedener Meinung sind. Gut möglich also, dass die FCB-Bosse diesmal nicht klein beigaben und sich Guardiola zur Brust nahmen. Intern. Im engsten Kreis. Das würde jedenfalls die finsteren Blicke der Herrschaften beim Verlassen des Kabinentrakts nach einem 6:0-Sieg erklären. So eine Sitzung nach einem Bundesliga-Spiel – abolut unüblich!

Thiagos Kollegen stehen derweil nach wie vor unter Schock. Sämtliche Kicker leiden mit dem Spanier mit und können sein Pech nicht begreifen. „Das ist traurig, das ist ganz, ganz, ganz traurig für ihn. Es tut mir wirklich leid. Aber das gehört leider zum Fußball-leben dazu. Ich hoffe wirklich, dass er wieder gesund zurückkommt“, so Arjen Robben, der ja selbst in der Vergangenheit mit vielen Blessuren zu kämpfen hatte. Der Unterschied: Robben konnte damals auf die Unterstützung des kompletten Klubs zählen, der Physios und Fitnesstrainer. Inzwischen scheint das anders. Laut tz-Informationen wächst auch beim Betreuerstab der Missmut über die Eigenmächtigkeiten der spanischen Fraktion.

lop, mic

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