"Höllisch aufpassen"

Sammer warnt Bayern - Boateng-Einsatz fraglich

Matthias Sammer
+
Sportvorstand Matthias Sammer.

München - Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer hat den Rekordmeister im Hinblick auf die zwei anstehenden Auswärtspartien in Köln und Moskau vor einem Schlendrian gewarnt.

Thomas Müller verpackte die Warnung vor den Spielen in Köln und Moskau noch in einen typischen Thomas-Müller-Spruch - Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer übersetzte ohne Umschweife. „Wir müssen höllisch aufpassen“, meinte der Münchner Manager im Hinblick auf die eher ungemütliche Zwei-Städte-Reise an den Rhein und nach Russland. Einen Schlendrian dürfe es nicht geben beim Rekordmeister, auch nach dem Sprung an die Tabellenspitze der Bundesliga nicht. „Wir fühlen uns wohl da oben, wir sind da oben und wollen auch nicht mehr weg“, betonte Sammer.

Dafür soll am Samstag in Köln (15.30 Uhr/Sky) der erste Auswärtssieg in dieser Liga-Saison her - auf Schalke und beim HSV waren die Stars von Coach Pep Guardiola ja tatsächlich trotz Überlegenheit beide Male nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. „Das ist nicht unser Anspruch“, meinte Sammer zu den vier verschenkten Punkten.

Die Ansage des Sportchefs ist klar: Schwächeln verboten! Dass der Millionentruppe keine leichten Spiele bevorstehen, hatte Weltmeister Müller schon nach dem in vielerlei Hinsicht erlösenden 4:0 gegen Paderborn prophezeit. „Das sind zwei Spiele, in denen es nur darum geht, die drei Punkte mitzunehmen. Das sind zwei Auswärtsspiele, die schon so ein bisschen ekelhaften Charakter haben“, sagte er. Sammer schmunzelte ein wenig ob der Wortwahl seines Angriffswirblers und erklärte: „Mit der Aussage verbinde ich die Hoffnung, dass wir nicht überrascht werden und uns des Ekels vorher bewusst sind.“

Für die Defensivkünstler des 1. FC Köln fand Sammer nur lobende Worte, „extrem geschlossen und kompakt als Mannschaft“ habe Coach Peter Stöger seine Schützlinge eingestellt. Bis zum 0:1 jüngst in Hannover hatten die Domstädter in drei Spielen kein Tor kassiert. Bayern-Stürmer Robert Lewandowski schickte - beflügelt vom ersten Tor in heimischen Arena - eine Warnung in den Westen. „Am liebsten würde ich systematisch treffen“, sagte der Pole am Freitag bei Sport1.

Während die Offensive um Lewandowski und dem aufblühenden Mario Götze den Bayern viel Spaß macht, bleibt die Defensive die Baustelle beim Rekordmeister. Ob der formstarke Jerome Boateng in Köln auflaufen kann, scheint fraglich. „Es gibt ein paar Ermüdungserscheinungen und muskuläre Probleme bei Jerome“, berichtete Sammer. Neuzugang Mehdi Benatia konnte zuletzt ebenfalls nicht trainieren.

Viele alte Bekannte! Bayerns CL-Gegner im Porträt

Viele alte Bekannte! Bayerns CL-Gegner im Porträt

Der FC Bayern München trifft in der Gruppe E der Champions League auf Manchester City, ZSKA Moskau und den AS Rom. Wir porträtieren die Teams. © dpa
FC Bayern Champions League Gegner
MANCHESTER CITY: Schon wieder ManCity. Der englische Meister war in der vergangenen Saison schon Gegner des deutschen Rekordchampions. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Und auch in der Spielzeit 2011/12! Dabei konnten die Münchner gegen den Scheich-Klub jeweils das erste Gruppenspiel gewinnen und so den Grundstein zum Weiterkommen legen - ein gutes Omen. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Die Stars im Team von Trainer Manuel Pellegrini sind weiterhin die Angreifer Sergio Agüero (Foto) ... © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
... und der Ex-Wolfsburger Edin Dzeko (r.). © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Dazu im Mittelfeld Yaya Touré (l.). © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Kapitän ist der Ex-Hamburger Vincent Kompany. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Auch der Ex-Münchner Martin Demichelis ist bekannt. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Neu ist der bis zu seinem Wechsel in die USA ausgeliehene Ex-Chelsea-Star Frank Lampard. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
ZSKA MOSKAU: Auch mit dem russischen Meister und Pokalsieger gibt es ein rasches Wiedersehen. Im letzten Jahr siegte Bayern 3:0 in München und 3:1 auswärts. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Arjen Robben zählte in beiden Spielen zu den Bayern-Torschützen. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Da das Heimstadion von ZSKA für die WM 2018 umgebaut wird, wird die Partie erneut im Ausweichstadion im Moskauer Vorort Chimki stattfinden. Das Foto entstand beim Spiel in der Vorsaison. Ungemütlich war's damals! © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Im Mittelfeld zieht der Ex-Kölner Zoran Tosic (l.) die Fäden. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Für das Toreschießen ist der Ivorer Seydou Doumbia zuständig. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
AS ROM: Das gibt ein schnelles Wiedersehen für Bayern-Neuzugang Mehdi Benatia mit seinem Ex-Verein. Der marokkanische Nationalspieler trug in der vergangenen Saison das Roma-Trikot. Er wird seinen neuen Trainer Pep Guardiola mit Informationen aus erster Hand über den italienischen Vizemeister versorgen können. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Der FC Bayern traf zuletzt in der Gruppenphase 2010/11 auf die Italiener. © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Damals gewann man das Heimspiel mit 2:0 und verlor in der Ewigen Stadt nach einer 2:0-Führung noch 2:3 (Foto). © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
Bekanntester Akteur im Team des französischen Trainers Rudi Garcia ... © AFP
FC Bayern Champions League Gegner
... ist immer noch Stürmer-Legende Francesco Totti, ab Ende September bereits 38 Jahre alt. © AFP

Trainer Guardiola könnte also einmal mehr zum Umbau seiner Startelf gezwungen sein - aber ohne Rotation gehe es sowieso nicht in solchen Wochen mit Spielen im Drei- oder Vier-Tage-Rhythmus. „Nicht zu rotieren kommt dem Wahnsinn nah!“, unterstrich Ex-Profi Sammer.

In der Nach-WM-Saison stehen Regeneration und so wenig Belastung wie möglich ganz oben auf der Agenda des Double-Champions. Nach dem Match in Köln bleiben die Bayern daher noch eine Nacht in der Domstadt, ehe am Sonntagmittag der Direktflug nach Moskau ansteht. Dort gilt es dann, dem Weiterkommen in der Champions-League-Gruppenphase einen großen Schritt näher zu kommen. Dass die Partie wegen rassistischer Ausfälle der ZSKA-Fans vor leeren Rängen stattfindet, stört Sammer ähnlich wie zuletzt schon den Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Aber mit jener Partie will sich der Manager vor dem Köln-Spiel ohnehin nicht befassen: „Moskau interessiert mich nicht die Bohne.“

dpa

Auch interessant

Kommentare