Neun kleine Bayern schlagen sich selbst

0:2 - Bösel und Pantovic fliegen vom Feld

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Hofft auf einen Lerneffekt bei seinen jungen Spielern. FCB-Coach Heiko Vogel.

FC Bayern München II - Seit nunmehr 254 Minuten warten die kleinen Bayern vergeblich auf einen Torerfolg. Die Geschichte der Partie am Freitagabend im Grünwalder Stadion aber wurde maßgeblich von Nachwuchs-Schiedsrichter Jürgen Steckermeier bestimmt.

In seinem Regionalligadebüt verwies der 23-Jährige binnen weniger Minuten gleich zwei Spieler der „Bayern-Amateure“ des Feldes. Zunächst ließ sich Sebastian Bösel nach einem rüden Foul an ihm zu einem Fußtritt hinreißen, der keine andere Konsequenz zuließ (51.). Zu diesem Zeitpunkt aber lagen die Münchner durch Stefan Maderer schon in Rückstand (41.). Bereits zuvor hatten die Franken insbesondere bei einigen gefährlichen Standards angedeutet, warum sie die derzeit stabilste Mannschaft der Liga stellen. Zum elften Mal in Folge blieb Thomas Kleines Elf unbesiegt. Die Halbzeitführung also war keineswegs unverdient, so dass Heiko Vogels Team die Begegnung offenbar übermotiviert noch drehen wollte. Denn nur sechs Minuten nach Bösel musste sich auch Milos Pantovic vorzeitig zum Duschen begeben.

Nach einem Foul an Daniel Hägler war der 19-jährige Montenegriner mit 30 Meter Anlauf auf Übeltäter Julian Kolbeck zugestürmt. Ein leichter Schubser genügte, um den Fürther Kapitän zu einer gekonnten Schauspieleinlage zu animieren und den Unparteiischen dazu, den zweiten Münchner vom Platz zu stellen (57.). Obgleich zumindest diese zweite Hinausstellung durchaus diskussionswürdig war, wollte sich Vogel daran nicht beteiligen. „Beide Rote Karten waren berechtigt“, bilanzierte er knapp. Beide Akteure, so der Bayern-Coach, hätten „sich nicht provozieren lassen dürfen, wir haben uns heute quasi selbst geschlagen“. Dabei sollte die beste Phase erst mit Neun gegen Elf folgen.

Die Vogel-Elf hatte deutlich mehr Ballbesitz als der vollzählige Gegner, in der Schlussphase aber fingen sich die Platzherren dennoch den Treffer zum Endstand erneut durch Maderer ein (86.). Vogel, der nun „auf einen Lerneffekt hofft“, aber zeigte nicht nur bei der Beurteilung der Platzverweise Sportsgeist. Nachdem sich der 40-Jährige während des Spiels noch mächtig echauffiert hatte, gestand er ein, sich nach Abpfiff „beim Schiedsrichter entschuldigt“ zu haben.

Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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