Spannung im Clásico?

Kommentar zu BVB gegen FC Bayern: Die Hoffnung sitzt mit vor dem TV

Längst nicht immer hält der deutsche Clásico zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern das, was sich Fußball-Deutschland davon verspricht. Doch diesmal gibt es Hoffnung.

München - Der Gedanke „diesmal wird es spannend“ kommt einem ja vor so gut wie jeder Austragung dieses Duells. Wenn Dortmund und der FC Bayern aufeinandertreffen (Sa., ab 18.30 Uhr hier im Live-Ticker), liegt zumindest vorab eine Grundspannung in Fußball-Deutschland. Vorfreude, ein bisschen Nervenflattern, und vor allem: die Hoffnung auf eine gute Partie. Meist wird all das schnell zunichte gemacht. Beispiele: Bayerns 6:0 im März 2018, das 5:0 ein Jahr darauf, das 4:0 bei der Flick-Premiere im November des vergangenen Jahres. Jeweils nach ein paar Minuten war klar, wie der Abend enden würde. Warum sollte das diesmal anders sein?

Zumindest ein wenig Grund zum Optimismus gibt der Austragungsort. Die Erfahrung lehrt, dass die „Clasicos“ in Dortmund nicht ganz so klar ausfallen wie jene, die in der Allianz Arena über die Bühne gehen. 2018 hat der BVB immerhin mal 3:2 gewonnen, auch der Supercup 2019 ging an das Team von Lucien Favre. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass das letzte Aufeinandertreffen in München (3:2 Ende September im Supercup) bis zum Ende umkämpft war, darf man sich doch durchaus freuen auf diesen Samstag, 18.30 Uhr.

Merkur-Sportredakteurin Hanna Raif.

Borussia Dortmund gegen FC Bayern: Rekordmeister reist mit eindrucksvoller Bilanz an

In der Vergangenheit zu kramen, ist unterhaltsam, allerdings - und auch da ist man heuer gut dran - lohnt sich eher der Blick auf das Hier und Jetzt. Da kommen die Bayern zwar rein statistisch gesehen mit der eindrucksvollen Bilanz von 32 Siegen aus 33 Spielen daher, haben in dieser Bundesliga 24 Tore geschossen und stehen in der Champions League ungeschlagen an der Gruppenspitze. Aber sie haben eben auch lange Auswärtswochen, zwei Arbeitssiege und intensive 90 Minuten aus Salzburg in den Knochen. Neun Gegentore in der Liga sind auch nicht das, was Hansi Flick sich wünscht. Und vor allem sind es im Vergleich zum BVB: richtig viele.

Vier Mal zu null hat die Favre-Elf zuletzt gespielt, die Abwehr wirkt sattelfest wie selten. Zudem kommt dem BVB zugute, dass das Selbstvertrauen, ohne das die meisten der hochtalentierten Kicker in den eigenen Reihen unterdurchschnittlich spielen, nach der jüngsten Siegesserie auf Topniveau ist. Dass es reicht, um die Bayern über eine Saison zu ärgern, ist unwahrscheinlich. Aber es könnte reichen, um am Samstag ebenbürtig zu sein.

Das beherzte „Wir können die Bayern schlagen“ kommt freilich immer - darf diesmal aber etwas ernster genommen werden. Also: Bitte freuen - und TV anschalten! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Rubriklistenbild: © Achim Frank Schmidt

Auch interessant

Kommentare