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2,5 Millionen Euro Gehalt für 59 Bundesliga-Minuten: Brazzo-Flop liegt FC Bayern weiter auf der Tasche

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Von: Antonio José Riether

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Nicht alle Transfers des FC Bayern schlagen ein. Verteidiger Bouna Sarr spielt beim Rekordmeister kaum eine Rolle, kassiert jedoch ein hohes Gehalt.

München - Am Donnerstagabend endete die Sommer-Transferperiode, der FC Bayern sortierte seinen Kader in den letzten Wochen richtig aus. Insgesamt 15 Spieler verließen den Rekordmeister, der mit den Abgängen rund hundert Millionen Euro einspielte. Einen Dauerreservisten bekamen die Münchner allerdings wieder nicht los, Bouna Sarr bleibt weiterhin Teil des Bayern-Kaders und damit auch eine finanzielle Belastung.

Bouna Sarr: Mehrere Interessenten im Sommer - doch es ging kein Angebot ein

Der Senegalese, der gemeinsam mit Sadio Mané im Winter den Afrika-Cup gewann, spielt beim FC Bayern kaum eine Rolle. Seit seinem Transfer im Oktober 2020 lief Sarr lediglich 27-mal für den Serienmeister auf, nur siebenmal stand er über die vollen 90 Minuten auf dem Feld. Der 30-Jährige scheint keine großen Probleme mit seinen verschwindend geringen Einsatzzeiten zu haben, weshalb er sich wohl auch keinen neuen Verein suchte. Vor allem das Gehalt hindert den gebürtigen Lyoner daran.

Verteidiger Bouna Sarr sitzt meist nur auf der Ersatzbank, wenn er es in den Kader schafft.
Verteidiger Bouna Sarr sitzt meist nur auf der Ersatzbank, wenn er es in den Kader schafft. © Markus Fischer/imago

Im jüngst abgelaufenen Transferfenster gab es Informationen des Senders Sport1 zufolge mehrere Interessenten für Sarr aus Italien, Frankreich und der Türkei, jedoch fehlte ein konkretes Angebot. Auch im vergangenen Winter hätte es potenzielle Abnehmer aus Italien und der Türkei gegeben, auch sein Ex-Klub Olympique Marseille soll an eine Rückholaktion gedacht haben. Allerdings könnte wohl keiner der möglichen Abnehmer das hohe Salär des Rechtsfußes bezahlen.

Bouna Sarr spielte letzte Saison nur eine knappe Stunde Bundesliga - für ein sattes Jahresgehalt

Beim FC Bayern verdient Sarr jährlich kolportierte 2,5 Millionen Euro und ist damit noch einer der Geringverdiener im Kader. Verglichen mit Gehältern bei durchschnittlichen Profiklubs ist der Betrag jedoch hoch angesetzt. Eine weitere Hürde für einen Abgang ist die Vertragslaufzeit, bei seinem 8-Millionen-Euro-Transfer wurde Sarr mit einem Arbeitspapier bis 2024 ausgestattet.

Gemessen an seinen Einsatzzeiten ist Sarr seit seiner Ankunft ein klares Minusgeschäft. Diese Bundesliga-Saison blieb er noch gänzlich ohne Einsatz, in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit wurde er fünfmal eingewechselt und stand somit zusammengerechnet 59 Minuten lang auf dem Feld.

Teurer Reservist beim FC Bayern: Trainer Nagelsmann sieht Sarr nicht mehr als Rechtsverteidiger

Doch wie lösen die Bayern das Problem mit dem Bankdrücker? Trainer Julian Nagelsmann scheint bemüht, eine passende Rolle für Sarr zu finden. Zuletzt lobte der Chefcoach den Rechtsaußen auf einer Pressekonferenz sogar für dessen Trainingsleistung und überraschte mit einer Aussage. Nagelsmann sieht Sarr nämlich „eher einen Tick weiter vorne“ und konkretisierte: „Rechts im Mittelfeld. Weil er sehr viel dribbelt und sehr viel Risiko nimmt in seinen Aktionen, er hat ein sehr gutes Tempodribbling, kreative Lösungen, einen guten Zug zum Tor.“

Der Kumpel von Sadio Mané sei demnach kein „klassischer Verteidiger, auch wenn er da in der Nationalmannschaft spielt und so zu Bayern München gekommen ist. Ich finde, das ist nicht seine beste Position, weiter vorne ist er besser.“ Ob Nagelsmann seinem Spieler mit der Neupositionierung einen Gefallen tut, lässt sich stark bezweifeln, zumal er Sarr damit indirekt dessen Defensiv-Qualitäten abspricht. Im rechten Mittelfeld bekäme es Sarr mit den Weltklasse-Flügelspielern Kingsley Coman und Serge Gnabry zu tun. Die Chancen auf weitere Einsätze sollten damit gegen Null gehen. (ajr)

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