Fußball trotz Corona

Zoff um FIFA-Abstellpflicht: Bundesligisten machen ihrem Ärger Luft - „Für mich ein Unding“

Fußball-Partien in Corona-Risikogebieten? Bayern, BVB & Co. empören sich vor der Länderspielpause über die Abstellungspflicht der FIFA.

  • Die Bundesliga-Bosse sind sauer auf die FIFA: Fußball-Spiele in Corona-Risikogebieten?
  • Der Weltverband will dazu bald ein Sicherheits- und Gesundheitsprotokoll vorlegen.
  • Klar ist allerdings schon jetzt, wer in Kroatien wohl nicht in Jogi Löws Kader sein wird.

München - Bei den handelsüblichen Konflikten machen die Bundesliga-Bosse ihrem Ärger gewöhnlich erst nach den Nationalmannschafts-Nominierungen Luft. Diesmal sind die Chefetagen aber schon vor den Kader-Bekanntgaben von Joachim Löw und seinen Kollegen mächtig sauer. Verantwortlich für den Unmut sind ausnahmsweise nicht die Trainer, sondern der Weltverband FIFA. Die möglichen Abstellungen für Partien in Corona-Risikogebieten sind den Klubs ein Dorn im Auge.

„Für mich ist es ein Unding, Spieler in Risikogebiete zu schicken. Es ist Aufgabe der FIFA, diese Partien entweder zu verlegen oder sicherzustellen, dass die Spieler nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen“, sagte Manager Stefan Reuter vom FC Augsburg vor der heutigen Nominierung dem Kicker. Ähnlich sieht es Jochen Saier vom SC Freiburg. „Von Reisen in Risikogebiete und der schnellen Wiedereingliederung der Spieler geht ein nicht unerhebliches Risiko für den Ligabetrieb aus“, äußerte der Sportvorstand: „Es kann nicht sein, dass wir Spieler abstellen, die danach für uns in der Bundesliga nicht einsatzfähig sind.“

Fußball-Partien in Corona-Risikogebieten? Bundesliga macht ihrem Ärger Luft

Vor den Länderspielen im September hatte die FIFA die Abstellungspflicht gelockert. Für Partien in Risikogebieten mussten die Klubs ihre Profis nicht ziehen lassen. Bisher hoffen die Vereine vergeblich auf eine ähnliche Regelung für Oktober. Der Weltverband steht aber wohl kurz vor der Verabschiedung eines Sicherheits- und Gesundheitsprotokolls, das den Ablauf rund um die Spiele regeln soll.

Strenge Regeln plant auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für die Begegnung in der Nations League am 10. Oktober im Risikogebiet Ukraine. Zwar soll der Kiew-Trip entgegen der ursprünglichen Planungen nun doch fast 48 statt nur 36 Stunden dauern. Der Kontakt zur Außenwelt wird aber auf ein Mindestmaß reduziert. Aufgrund dieser Vorkehrungen hat die nordrhein-westfälische Landesregierung zugesichert, dass für die Delegation nach der Rückkehr keine Quarantäne angeordnet wird. Vor und nach der Partie in der Ukraine spielt die DFB-Elf in Köln gegen die Türkei (7. Oktober) und die Schweiz (13. Oktober) – möglicherweise sogar vor bis zu 9200 Zuschauern.

Mehr dazu im Video: Enthüllt - Das sind Jogis superstrenge Corona-Regeln beim DFB

Abstellungspflicht trotz Corona: Löw, FC Bayern und die Bundesliga klagen über Stress

Es wird erwartet, dass Löw knapp 30 Profis in sein Aufgebot beruft. Fehlen wird in jedem Fall der verletzte Leroy Sané. Hinter Ilkay Gündogan (Corona-Quarantäne) und dem angeschlagenen Toni Kroos stehen Fragezeichen. Dafür sind die Profis vom FC Bayern und von RB Leipzig, die im September noch geschont wurden, wieder dabei.

Auf Sané, Gündogan und Kroos (v. li.) muss Löw wohl verzichten.

Dass nicht nur Löw, die Bayern und der Rest der Liga über den Stress klagen, ist auch der Deutschen Fußball Liga (DFL) bewusst. Für Christian Seifert gibt es aber keine Alternative: „Wir dürfen als Liga nicht außer Acht lassen, dass Verbände mit ihren Nationalmannschaften Spiele absolvieren wollen, teilweise aus kommerziellen Gründen sogar müssen“, sagte der DFL-Boss bei DAZN. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Fabrice COFFRINI / AFP

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