Überraschende Wende

Zuschauer-Hammer! Bayern-Fans stehen tausende Supercup-Tickets zu - doch die Einreise bereitet Sorge

Die Südkurve der Bayern-Fans.
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Die Fans des FC Bayern können sich auf den Supercup freuen.

Die Politik hat einer Zuschauer-Rückkehr in der Bundesliga eine Absage gegeben. Im DFB-Pokal und im Supercup sollen Fans dagegen dabei sein.

  • Der FC Bayern darf im UEFA-Supercup vor Publikum spielen - und bekommt mehrere tausend Tickets.
  • Zwei Bundesliga-Vereine profitieren von einem lokalen Beschluss und dürfen vor ihren Fans spielen.
  • Im DFB-Pokal sollen Spiele mit Zuschauern möglich sein.

Update vom 7. September: Gute Nachrichten für die Fans des FC Bayern München! Auch wenn Zuschauer bei Fußballspielen in Bayern noch nicht zugelassen sind, gibt es nun einen kleinen Lichtblick für die Anhänger des Rekordmeisters. Beim europäischen Supercup zwischen Champions-League-Sieger FC Bayern München und dem Europa League-Gewinner FC Sevilla.

Supercup mit tausenden Zuschauern - doch auf die Fans warten einige Hürden

Beiden Teams stehen nun jeweils 3000 Tickets zu, wie die UEFA am Montag mitteilte. Die Tickets können bis Mittwoch bei der UEFA beantragt werden, der Verband organisiert den Verkauf gemeinsam mit den beiden Vereinen. Am 24. September steigt also der Supercup in Budapest mit mehreren tausend internationalen Zuschauern, die 38.000 Zuschauer fassende Puskas Arena soll demnach zu etwa 30 Prozent ausgelastet werden.

Doch die Zuschauer müssen sich an ein Hygienekonzept halten, so ist das Tragen einer Gesichtsmaske genauso verpflichtend wie das Einhalten des Mindestabstands. Außerdem wird bei jedem Stadionbesucher vor dem Einlass Fieber gemessen. Fans, die ein Ticket für das Spiel ergattern, müssen sich bei ihrer Ankunft in Ungarn einer obligatorischen medizinischen Untersuchung unterziehen. Zudem wird von jedem Einreisenden ein Corona-Test auf englischer oder ungarischer Sprache verlangt. Dieser darf nicht älter als 72 Stunden sein. Einige der treuesten Bayern-Fans wird das jedoch nicht abschrecken.

DFB mit Corona-Hammer! Zuschauer in mehreren Wettbewerben möglich

Update vom 31. August: Vor ein paar Tagen hat die Bundesregierung Bundesligaspiele mit Publikum bis Ende Oktober untersagt, mit zwei Ausnahmen (siehe unten). Doch eine Rückkehr der Fans in die Stadien könnte schon am 11. September über die Bühne gehen. Im DFB-Pokal sollen wieder Zuschauer zugelassen werden, gab der DFB am Montag bekannt.

Im DFB-Pokal, der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga richten sich Zulassung und Zahl der Zuschauer demnach nach den regionalen Verfügungslagen und müssen von jedem Klub mit den zuständigen Gesundheitsbehörden individuell vor Ort abgestimmt werden. Die aktuelle Regelung könnte dazu führen, dass in der ersten Runde des DFB-Pokals bei manchen Spielen Zuschauer zugelassen werden, während andere Stadien leer bleiben müssen. Sicher keinen Zugang zum Stadion werden allerdings Gäste-Fans erhalten. Diese Regelung gilt vorerst bis Jahresende.

Trotz des generellen Ausschankverbots von Alkohol im Stadion, dürfen sich die Fans sogar auf ein Bier freuen. „Im Falle einer ausdrücklichen Genehmigung durch die örtlichen Behörden können Vereine der 3. Liga und die Teilnehmer des DFB-Pokals dieses Verbot ausnahmsweise aufheben“, teilte der DFB mit.

Update vom 28. August, 17.08 Uhr: Rolle rückwärts! Die Politik hatte erst am Donnerstag Bundesliga-Spielen mit Zuschauern eine Absage erteilt (siehe Update vom 27. August, 10.55 Uhr). Zwei Vereine dürfen jetzt scheinbar doch vor Publikum spielen - doch wie ist das möglich?

Bundesliga-Start ohne Zuschauer? Zwei Vereine könnten vor tausenden Fans spielen

Es handelt sich um die beiden Berliner Vereine 1. FC Union und Hertha BSC. Die Hauptstadt-Klubs profitieren von einer Entscheidung des lokalen Senats. Demnach sind Freiluft-Veranstaltungen bis 5000 Teilnehmer ab dem 1. September wieder gestattet. Voraussetzung dafür ist aber, dass das Hygienekonzept vom zuständigen Gesundheitsamt akzeptiert wird.

Hertha-Finanzvorstand Ingo Schiller geht laut Bild davon aus, „dass bis Jahresende mit 5000 Teilnehmern geplant werden kann“. Das erste Fußballspiel eines Profiklubs mit Zuschauern wird am 5. September in der Alten Försterei in Köpenick stattfinden, wenn Union Berlin zum hundertjährigen Stadionjubiläum in einem Testspiel auf den 1. FC Nürnberg trifft. Der Vorjahres-Aufsteiger feiern lud die Franken zum 100. Stadionjubiläum ein, da man im Jahr 1920 ebenfalls gegen den Club das Stadion eröffnete.

Bundesliga: Markus Söder tritt bei Zuschauer-Rückkehr auf die Bremse

Update vom 27. August, 22.20 Uhr: Ein herber Rückschlag für alle Vereine und Fans der Bundesliga! Beim Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag äußerte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zur Zuschauersituation beim Bundesliga-Start. „Beim Fußball ist es nicht sinnvoll, jetzt im September mit Zuschauern zu starten“, machte Söder dabei deutlich. Bei „steigenden Infektionszahlen“ sei dies ein „falsches Signal“. Auch bei anderen Sportarten schiebt die Politik den Riegel vor eine baldige Zuschauer-Rückkehr.

Bundesliga: Politik bremst Hoffnungen auf Zuschauer-Rückkehr unsanft aus - Droht ein Chaos beim Nationalteam?

Bis mindestens Ende Oktober sollen Zuschauer bei Profisport-Veranstaltungen in Deutschland nicht zugelassen werden. Großveranstaltungen ohne Hygiene- und Sicherheitskonzept wurden gar bis Jahresende untersagt. „Schulen, Kitas und der Wirtschaftsbetrieb“ hätten Priorität, so Söder.

Einen kleinen Lichtblick gab es seitens des Ministerpräsidenten, der in Aussicht stellte, dass Ausnahmen mit guten Hygiene-Konzepten möglich seien. „Das kann vor Weihnachten noch der Fall sein, aber es hängt echt davon ab, wie das Infektionsgeschehen ist“, meinte Söder, der das Konzept der DFL lobte. Dies sieht Kontaktverfolgung durch unter anderem personalisierte Tickets vor.

Auch die Quarantäne-Regelungen ab Oktober könnten für viele Fußballvereine und Nationalverbände zum Problem werden. Bei einer Rückkehr aus einem Risikogebiet sieht der Beschluss eine Quarantäne vor, die man frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach der Einreise verlassen könnte. Fußballprofis bräuchten hier eine Ausnahmegenehmigung, um Reisen zu europäischen Wettbewerben der Vereine und auch der Nationalmannschaften antreten zu können. Die Nations-League-Partie des DFB-Teams in der Ukraine am 10. Oktober würde für Probleme sorgen.

Ob schon früher zumindest einige Hundert Zuschauer in die Stadien dürfen, blieb am Donnerstag offen. Der Profisport muss sich weiterhin gedulden.

Thomas Müller (FC Bayern): Bundesliga-Rückkehr ohne Zuschauer „auf lange Sicht nicht vorstellbar“

Update vom 27. August, 13.20 Uhr: Die Politik hat entschieden: 2020 wird es keine Fan-Rückkehr mehr geben. Nicht nur für die Fans ist das ärgerlich - auch für die Spieler sind die Partien vor leeren Rängen nicht einfach. Auf einem Pressetermin in München gibt Triple-Held Thomas Müller einen gewohnt ehrlichen Einblick - wie schwer ist es ohne Fans?

„Vom Spielen gewöhnt man sich daran. Es ist möglich, ohne Zuschauer eine gute Performance abzuliefern, aber der Sinn des Ganzen ist ein bisschen infrage zu stellen. Auf lange Sicht es für mich nicht vorstellbar, Fußball ohne Zuschauer zu spielen. Das Gesamt-Erlebnis ist natürlich deutlich weniger befriedigend ohne Zuschauer“, so der Champions-League-Rekordspieler des FC Bayern. Das Herzblut in den Fankurven könne man nicht ersetzen. Müller hofft deswegen, dass die Übergangsphase „so kurz wie möglich“ ist.

Der 100-fache deutsche Nationalspieler hat aber auch Verständnis für die schwierige Lage. „Jede Branche versucht, so gut wie möglich an das Optimum ranzukommen, so dass alles sicher ist. Das ist für alle ein schmaler Grat, keiner hat Erfahrungen, weil es eine neue Situation ist.“

FC Bayern: Keine Bundesliga-Spiele mit Zuschauern vor 2021

Update vom 27. August, 10.55 Uhr: Im UEFA-Supercup spielt der FC Bayern vor 20.000 Zuschauern - ein Szenario, das es in der Bundesliga in diesem Jahr wohl nicht mehr geben wird. Bis zum Ende dieses Jahres wird der Profisport in Deutschland ohne Besucher auskommen müssen. Das geht aus der Beschlussvorlage für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am heutigen Donnerstag hevor, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Demnach bleiben Großveranstaltungen mit Zuschauern bis zum Ende des Jahres untersagt. Das heißt für die Fußball-Fans: Eine Rückkehr in die Stadien ist frühestens 2021 möglich.

FC Bayern: Wieder Spiele live vor Zuschauern im Stadion möglich?

Erstmeldung vom 25. August: München - Der FC Bayern feierte mit dem Triumph in der Champions League einen Meilenstein in der Klubgeschichte. Die Triple-Helden feierten den Sieg ausgelassen und durften in den wohlverdienten Urlaub. Doch nach der Saison ist vor der Saison. Die Sommerpause für die Bayern-Stars ist in diesem Jahr deutlich kürzer.

FC Bayern im Supercup: Erstmals sollen wieder Zuschauer mit dabei sein - und zwar gleich 20.000

Keine drei Wochen nach dem grandiosen 1:0-Sieg im Finale der Königsklasse gegen PSG muss der FC Bayern schon wieder im DFB-Pokal gegen Düren antreten. Die kommende Saison ist eng getaktet, deshalb sollen noch neue Spieler nach München geholt werden. Am 24. September könnten die Bayern schon den ersten Titel der neuen Spielzeit einfahren. Im Supercup geht es dann gegen den Gewinner der Europa League, den FC Sevilla.

Die UEFA hat am Dienstag beschlossen, dass beim Supercup in Budapest wieder Zuschauer zugelassen werden sollen. Das Spiel soll als Test dienen, um die Auswirkungen einer solchen Öffnung bewerten zu können. Die Puskas-Arena, in der auch Spiele bei der Euro 2021 stattfinden werden, bietet 67.000 Zuschauern Platz. 30% der Stadionkapazität soll gefüllt werden, das wären gut 20.000 Plätze. Auf solche Nachrichten hat wohl jeder Bayern-Fan sehnsüchtig gewartet.

Supercup zwischen Bayern und Sevilla als „Testballon“

Der Supercup wird aber vorerst eine Ausnahme bleiben, alle anderen UEFA-Spiele werden bis auf Weiteres ohne Publikum stattfinden. Trotzdem hat die UEFA den Plan gefasst, Schritt für Schritt situationsbedingt die Türen der Stadien wieder zu öffnen. „Einerseits war es uns wichtig zu zeigen, dass auch in schwierigen Zeiten Fußball gespielt werden kann, andererseits verliert unser Sport ohne die Fans einen Teil seines Charakters. Wir hoffen daher, dass wir den UEFA-Superpokal in Budapest als Testballon und Startschuss für die Rückkehr der Zuschauer zu unseren Spielen nutzen können,“ sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Fans zurück in die Stadien? Rummenigge schaltet sich ein

Auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge kämpft für eine schnelle Rückkehr der Fans in die Stadien. „Der Fußball braucht für seine Kultur Zuschauer. Deshalb müssen wir alle ein großes Interesse daran haben, dass so zeitnah wie möglich Zuschauer wieder im Stadion zugelassen werden“, sagte der Bayern-Boss.

Die Politik stellt sich aktuell noch quer und übte sich in Zurückhaltung. Rummenigge hofft auf Einsicht: „Ich glaube, es ist wichtig, dass man uns Vertrauen gibt. Wir sind dazu bereit, wir sind dazu in der Lage, wir sind nicht arrogant. Ich bin überzeugt, dass der Fußball das leisten kann.“ Rummenigge ist ein Freund der kleinen Schritte und fordert keine Vollauslastung der Stadien: „Aber ich glaube trotzdem, dass es möglich ist, vielleicht 15 bis 20 Prozent der Sitzplätze besetzen zu können, um wieder etwas Atmosphäre und Emotionalität reinzubringen.“ Die Fans würde es freuen, wenn sie ihren Helden endlich wieder ganz nah sein können.

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