Bundesliga: Top-Spiel in Leipzig

RB-Star Forsberg vor Rückkehr von FCB-Coach Nagelsmann – „Unser Spiel ist jetzt anders“

Emil Forsberg und Leipzigs Mittelfeldspieler Dominik Szoboszlai jubeln nach Spielende
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Emil Forsberg (l.) trifft am Samstag mit Leipzig auf Ex-Coach Julian Nagelsmann.

Am Samstagabend steigt das Top-Duell der Bundesliga. Vizemeister RB Leipzig erwartet Meister FC Bayern. Emil Forsberg spricht im tz-Interview über alte Bekannte.

Leipzig – Emil Forsberg spielt seit sechs Jahren für RB Leipzig. Mit Julian Nagelsmann, Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer trifft er am Samstag im Spitzenspiel der Bundesliga gegen den FC Bayern (18.30 Uhr) auf ein Trio, das er bestens kennt.

Herr Forsberg, die erste Länderspiel-Unterbrechung der Saison liegt hinter Ihnen. Ist der erneut voll gepackte Spielplan ein Problem?

Emil Forsberg: Das ist eine gute Frage… Ich bin am Donnerstag-Morgen zurückgekommen, habe am Mittwoch Abend 90 Minuten gespielt und jetzt geht’s am Samstag gegen Bayern. Viel Zeit zum Durchatmen und vor allem zum Regenerieren hat man da nicht. Aber so ist der Fußball in Pandemie-Zeiten eben. Regeneration, Spielvorbereitung, Training - es muss schon alles perfekt aufeinander abgestimmt sein, um Verletzungen zu vermeiden. Keine Mannschaft mit vielen Nationalspielern hat es momentan einfach. Trotzdem sind wir alle glücklich und auch demütig, dass wir unseren Beruf als Fußballprofi ausüben dürfen.

Der Saisonstart von RB Leipzig war auch vor der Länderspiel-Unterbrechung schon etwas holprig.

Forsberg: Ein Sieg aus drei Spielen - das haben wir uns natürlich auch etwas anders vorgestellt. Die Stimmung ist trotzdem richtig gut und wir machen uns keinen Druck.

RB Leipzig-Star Forsberg: „Unser Spiel ist jetzt anders als unter Nagelsmann“

Jesse Marsch lässt wieder mehr typischen RB-Fußball spielen: Hohes Pressing, um schnelle Konter zu fahren.

Forsberg: Richtig, unser Spiel ist jetzt etwas anders als unter Julian. Bei ihm hatten wir mehr Ballbesitz, jetzt wollen wir wieder schneller umschalten. Wir versuchen, die neuen Ideen des Trainers so gut wie möglich umzusetzen. Das klappt von Spiel zu Spiel besser. Klar, braucht das alles seine Zeit. Wir wissen aber, was Jesse von uns fordert und was zu tun ist.

Unter Jesse Marsch ist Ihre Rolle auch eine andere.

Forsberg: Als falsche Neun habe ich viel gelernt und habe das auch ganz gut gemacht. Jetzt komme ich wieder etwas mehr aus dem Rückraum und kann in Richtung Tor dribbeln. Das ist meine große Stärke. Sagen wir so: Die Zeit als falsche Neun hat mich als Fußballer besser gemacht. Aber die Zehn ist meine Lieblingsposition.

RB Leipzig-Star Forsberg zu Nagelsmanns Rückkehr: „Enorm viel für den Verein geleistet“

Nagelsmann rechnet mit einem hitzigen Empfang.

Forsberg: Unsere Fans sind cool. Ich glaube nicht, dass es viele Pfiffe geben wird. Julian und sein Trainerteam, Dayot und Sabi, haben enorm viel für den Verein geleistet. Sie haben ihre Träume verfolgt und sind zu Bayern gewechselt. Da braucht man sich nicht darüber aufregen und das ist Teil des Fußballgeschäfts. Darum glaube ich, dass die Jungs einen guten Empfang bekommen werden.

Apropos Dayot Upamecano: Sie haben mal gesagt, dass niemand an ihm vorbeikommt - nicht einmal Sie selbst.

Forsberg: Ja, aber da habe ich Trainingsspiele gemeint (lacht).

Wäre es Ihnen lieber, wenn er am Samstag nur auf der Bank sitzen würde?

Forsberg: Nee, er kann gerne spielen! Ich habe ja auch schon mit der schwedischen Nationalmannschaft gegen ihn gespielt. Es macht schon etwas mehr Spaß, wenn man den Gegenspieler besser kennt.

Wie haben Sie den Wechsel von Marcel Sabitzer erlebt?

Forsberg: Ich habe sechs Jahre zusammen mit Sabi gespielt. Er hat so unglaublich viel für diesen Verein geleistet und hatte jetzt einfach die Möglichkeit, den nächsten Schritt in seiner persönlichen und fußballerischen Entwicklung zu machen. Bayern München war immer sein Traum. Jetzt hat er die Chance erhalten und am Schopf gepackt. Was soll daran falsch sein? Ich freue mich für ihn und wünsche ihm alles Gute, aber nicht am Samstag. (bok/pk)

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