BVB-Fansprecher vor Supercup

"Es bleibt ein Geschmäckle bei Götze"

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Mario Götze, hier bei der Teampräsentation des FC Bayern.

München - Lewandowski und Götze sind beide von Dortmund zu den Bayern gewechselt. Während Götze beim BVB immer noch mit Pfiffen begrüßt wird, sieht es für Lewandowski besser aus: „Er hat nichts zu befürchten“, sagt BVB-Fansprecher Schild.

Mario Götze hatte sich das alles genauestens überlegt. Als der ehemalige Dortmunder im November vergangenen Jahres zum ersten Mal im rot-blauen Bayern-Trikot zurück in seine alte Heimat musste, ließ er seine Kollegen schon mal vorausgehen. Nicht im Kreise seines neuen Teams betrat er den Rasen des Stadions, das er nach zwölf Jahren beim BVB bestens kannte, sondern klammheimlich, rund eine halbe Minute später.

Es war kalt, er zupfte sich seine Handschuhe zurecht, er war nervös, als er ganz alleine aus den Katakomben kam. Und er konnte durch seinen Trick auch nicht verhindern, dass ihn die Dortmunder Fans irgendwann entdeckten. Das Pfeifkonzert war laut, die Plakate waren vernichtend.

Von „Häme und Wut“ spricht Torsten Schild, wenn er sich an diesen Moment erinnert. Der Leiter der BVB-Fanabteilung kennt die Szene bestens, und er weiß, dass diese Götze seinen Wechsel zum FC Bayern niemals verzeihen wird. „Es bleibt ein Geschmäckle“, sagt er über den Transfer, der die Bayern im vergangenen Jahr 37 Millionen Euro kostete. Auch im am Mittwoch (18 Uhr/ZDF) anstehenden Supercup in Dortmund muss Götze bei einem möglichen Einsatz mit dem Unmut der „gelben Wand“ rechnen. Und zwar deutlich mehr als sein neuer Mannschaftskollege Robert Lewandowski, der vor seinem ersten Spiel beim alten Arbeitgeber seit Tagen im Fokus steht.

„Die Leute werden Robert aufnehmen, wie sie ihn verabschiedet haben“, hat der ehemalige BVB-Kapitän Sebastian Kehl angekündigt – Schild gibt ihm Recht. „Zum einen kommt es Robert zugute, dass es sich um den Supercup handelt. Da ist ein anderes Publikum im Stadion“, sagt er. Zum anderen aber seien die Fälle Götze und Lewandowski nicht zu vergleichen.

Götze ist zwar in Memmingen geboren, spielte aber seit seinem neunten Lebensjahr beim BVB. Viele Fans hegten Vaterschaftsgefühle für den Jungen, der in Dortmund zum vielversprechendsten deutschen Talent reifte. Dieser Götze, dachten die Fans, der wird uns nie verlassen. Sie glaubten das auch, weil der Offensivspieler noch ein paar Wochen vor seinem Wechsel davon gesprochen hatte, sich eine langfristige Zukunft bei seinem Jugendklub vorstellen zu können. Dann kam alles anders. Schild ist überzeugt: „Das lässt sich nicht mehr gerade biegen.“

Lewandowski hingegen hat sich sauber verhalten. „Natürlich war es sportlich tragisch“, sagt Schild über den Wechsel des Polen nach vier Jahren in Dortmund: „Aber er hat nicht geschauspielert, nicht gelogen, keine leeren Versprechungen gemacht.“ Dass es den 25-Jährigen zu Bayern zieht, wusste man bereits ein Jahr vor dem Vollzug des ablösefreien Wechsels. Und trotzdem hängte sich Lewandowski bis zur letzten Minute für den BVB rein.

„Trotz des anderen Trikots ist er ein guter Typ. Es wird die ein oder andere Umarmung geben“, sagte Trainer Jürgen Klopp über das anstehende Wiedersehen mit seinem ehemaligen Torgaranten. Aus sportlicher Sicht jedoch sollte sich der BVB-Coach nicht unbedingt auf Lewandowski freuen. Lediglich in einem seiner bisher fünf Testspiele für die Bayern traf der Nationalspieler nicht. „Er ist der beste Mittelstürmer der Welt“, sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon nach den ersten Wochen des Stürmers in Bayern-Reihen. Und auch Pep Guardiola, dessen Hoffnungen aufgrund des nach der WM doch spärlichen Angebots an einsatzfähigen Profis auf Lewandowski ruhen, lobt: „Spieler mit solch eine Qualität können sich jedem System anpassen.“

Vereinzelte Pfiffe der 80 667 Zuschauer werden kommen, das lässt sich nicht vermeiden, „aber da muss er durch“, sagt Guardiola. Lewandowski selbst bemühte sich in den Tagen vor dem Spiel, kein öffentliches Statement abgeben zu müssen. Nach der Saisoneröffnung am Samstag verschwand er wortlos im Bus, zur Pressekonferenz vor dem Spiel musste er nicht erscheinen.

Dass Rivalität Lewandowski anstichelt, verriet er schon in der letzten Woche („wir brauchen den Ärger mit dem BVB“). Er wird sich also nicht verstecken. Den Rasen wird er mit seinen Kollegen betreten – und an alter Wirkungsstätte mit seinem Ziel beginnen: „Titel gewinnen, möglichst alle.“

Von Hanna Schmalenbach

 

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