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BVB für Kohler „absoluter Top-Favorit“ auf die Meisterschaft, weil auf „Bayern Probleme zukommen“

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Von: Christoph Klaucke

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Jürgen Kohler überrascht mit seinem Meistertipp. Er setzt auf den BVB, nicht auf Dauersieger FC Bayern. Kohler ist von den FCB-Transfers nicht überzeugt.

München – Seit einem Jahrzehnt herrscht Langeweile an der Spitze der Bundesliga. Der FC Bayern feierte zehn Deutsche Meisterschaften in Folge. Die Konkurrenz hat angesichts der bajuwarischen Dominanz schon fast den Glauben an eine Wachablösung verloren.

Ein wenig Hoffnung auf eine Wende im Titelrennen macht den Fans nun Jürgen Kohler. Der Ex-Welt- und Europameister war als Spieler sowohl für den FC Bayern München als auch für den Herausforder BVB aktiv. Borussia Dortmund sei aufgrund seiner Transferoffensive „für mich der absolute Top-Favorit auf die Meisterschaft – nicht der FC Bayern“, schreibt Kohler in seiner kicker-Kolumne.

FC Bayern: Jürgen Kohler hält BVB für „absoluten Top-Favorit auf die Meisterschaft“

Während sich fast alle Experten vor der kommenden Saison erneut auf die Bayern als Deutschen Meister festlegen, vertritt Jürgen Kohler eine andere Meinung. „Wenn ich mir die beiden deutschen Top-Clubs so ansehe, freue ich mich auf die kommende Saison. Sie dürfte spannender werden als die abgelaufene“, meinte Kohler, der zwischen 1989 und 1991 für den FC Bayern und von 1995 bis 2002 für Dortmund spielte.

„Bei diesen Investitionen hat der BVB die Chance, mindestens einen Titel zu holen und Bayerns Serie von zehn Meisterschaften in Folge zu brechen“, erklärte Kohler, der sowohl mit den Bayern als auch Dortmund Deutscher Meister wurde. Der 56-Jährige spielt auf die drei neuen Nationalspieler Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi an. „David Raum wäre der vierte. Und Sebastién Haller kennt die Bundesliga, er hatte eine Superquote. Diese Verpflichtungen werden das Team verstärken.“

Jürgen Kohler hält den BVB für den „absoluten Top-Favorit auf die Meisterschaft – nicht den FC Bayern.“
Jürgen Kohler hält den BVB für den „absoluten Top-Favorit auf die Meisterschaft – nicht den FC Bayern.“ © Herbert Bucco/Imago

Jürgen Kohler befürchtet beim FC Bayern „Probleme in der Innenverteidigung“

Für den FC Bayern hat Kohler hingegen weniger Lob parat – ganz im Gegenteil. Kohler hält den Wechsel-Streit um Robert Lewandowski nach wie vor für ein schwieriges Thema, das für Unruhe sorge. Und Neuzugang Sadio Mané sei trotz außergewöhnlicher Fähigkeiten kein klassischer Ersatz, sollte Lewandowski den Rekordmeister (Titelsammlung) doch noch in diesem Sommer verlassen. „Mané ist ein anderer Spielertyp. Er kann zwar in der Spitze spielen, da hat er seine Klasse unter Jürgen Klopp unter Beweis gestellt, aber der Senegalese interpretiert die Position anders“, erklärte Kohler.

Außerdem sieht Kohler auf die Münchner „in der Innenverteidigung Probleme zukommen. Weder Benjamin Pavard noch Dayot Upamecano oder Lucas Hernandez sind – bei aller Wertschätzung – auf Strecke gut genug für einen Top-Verein wie Bayern.“ Trainer Julian Nagelsmann wünscht sich wohl einen Top-Innenverteidiger, es gibt drei mögliche Kandidaten.

Jürgen Kohler kritisiert FC Bayern: „Komplett überzeugt von den Transfers bin ich noch nicht“

Neben Mané haben die Bayern noch die beiden Ajax-Spieler Noussair Mazraoui und Ryan Gravenberch verpflichtet. Ob diese jedoch „sofort helfen, werden wir sehen. Komplett überzeugt von den Transfers bin ich noch nicht. Es fehlt ein Allrounder, wie es Javi Martinez war“, schreibt Kohler. Noch ist der Transfermarkt über zwei Monate geöffnet, Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatte bereits angekündigt, „Ideen hätten wir“. Vielleicht lässt sich dann auch Jürgen Kohler noch überzeugen. (ck)

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