Aufreger beim Klassiker

DFB haut BVB-Kapitän Reus in die Pfanne! Knallhart-Statement nach „Eier“-Aussage

Marco Reus war nach dem Topspiel Bayern gegen Dortmund ziemlich angefressen. Der BVB-Kapitän wetterte gegen Schiedsrichter Marco Fritz. Doch mit der Kritik steht er nun relativ alleine da.

  • Am 24. Spieltag empfing der FC Bayern in der Allianz Arena Borussia Dortmund zum Topspiel
  • Am Ende gewannen die Münchner 4:2 - eine Szene erhitzte die Gemüter von Marco Reus und Edin Terzic.
  • Der DFB sah keinen Fehler beim Auftritt des Unparteiischen (Update vom 8. März, 15.52 Uhr).

Update vom 8. März, 15.52 Uhr: Das Topspiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund (4:2) schlägt nach wie vor hohe Wellen. Nach den Vorwürfen von BVB-Kapitän Marco Reus in Richtung Schiedsrichter Marco Fritz hat sich nun auch der DFB zu Wort gemeldet - und dem 44-fachen deutschen Nationalspieler entschieden widersprochen.

„Foul. Ich sag Ihnen ganz ehrlich: Wenn das bei Bayern gewesen wäre, wäre es gepfiffen worden. Das ist einfach so. Fertig aus, ist so. Für mich hat der Schiri keine Eier gehabt, da zu pfeifen“, polterte Reus nach dem Spiel und erkannte vor dem 3:2 der Münchner ein Foul von Leroy Sané an Emre Can. Laut DFB war es allerdings in Ordnung, die Szene weiterlaufen zu lassen.

Für den Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich war die „Entscheidung des Schiedsrichters angemessen“, wie er in einer Pressemitteilung erklärte. Darüber hinaus hätte der Videoassistent ohnehin nicht eingreifen dürfen, denn „circa 33 Sekunden nach diesem Vorgang (dem Zweikampf Sané-Can, d. Red.) erzielt Bayern München das 3:2. Ungeachtet dessen, dass die Entscheidung des Schiedsrichters ohnehin angemessen ist, greift der Video-Assistent hier nicht ein, da zwischen dem Zweikampf und dem Torerfolg mehrere Dortmunder Spieler am Ball waren und es sich nicht mehr um ein und dieselbe Angriffssituation - eine sogenannte Attacking Possession Phase, kurz „APP“ - handelt.“

Alles in allem war man beim DFB zufrieden mit der Schiedsrichterleistung. „Wir gehen offen mit kritischen Entscheidungen oder gar Fehlern um. Das haben wir in der Vergangenheit oft bewiesen. Aber in diesem Spiel sehen wir bei den genannten Schlüsselsituationen keinen Fehler des Schiedsrichters und unterstützen ausdrücklich die getroffenen Entscheidungen.“

Weniger glücklich zeigte sich der Deutsche Fußball-Bund über die Art und Weise der Äußerungen. Mit Blick in Richtung Marco Reus stellte Fröhlich klar: „Die in der ersten Enttäuschung sicherlich auch in der Form überzogene Kritik hat diese Spielleitung ganz sicher nicht verdient.“

Doppelpass (Sport 1): Reus-Ausraster nach Bayern-Sieg - Experten verteidigen Schiedsrichter

Update vom 7. März, 15.40 Uhr: Der „deutsche Klassiker“ beschäftigte auch die Experten-Runde im Sport1-Doppelpass. Besonders die kritischen Aussagen von BVB-Kapitän Marco Reus über den Schiedsrichter wurden intensiv diskutiert. Insgesamt teilte die Runde jedoch nicht wirklich die teils heftigen Vorwürfe des Nationalspielers. „Ich hänge Reus‘ Aussage nicht fürchterlich hoch. Das ist eine steile These, geschenkt. Wenn ihm das hilft, das Spiel zu verarbeiten…,“ ordnete etwa Ex-Kommentator Marcel Reif die Aussagen Reus‘ ein.

Auch André Schubert teilte die Vorwürfe an Schiedsrichter Marco Fritz nicht: „Die Bayern haben deutlich mehr den Ball und werden viel häufiger gefoult“, so Schubert. „Deshalb haben die Gegner irgendwann die Wahrnehmung, dass sie alles gegen sich gepfiffen kriegen. Wenn es den Bayern-Bonus geben würde, hätte es den Elfmeter zum 2:2 auch direkt gegeben. Den hat Schiedsrichter Marco Fritz ja erstmal nicht gepfiffen.“ Auch Dieter Hoeneß verteidigte im Doppelpass Fritz. Hoeneß nach sei es klar, dass Unparteiische einen „gewissen Respekt“ vor dem FC Bayern hätten, jedoch resultiere daraus kein Vorteil: „Ein Bonus im klassischen Sinn ist das nicht“, bewertete es der frühere Ex-Profi. Wie Sané gegen Can den Ball erobert habe, „das hat auch etwas mit Cleverness zu tun“.

Ob die Borussen in der Champions League mehr Glück haben? Am Dienstag geht es gegen Sevilla.

Ursprungsmeldung vom 6. März 2021

München - Wenn der FC Bayern auf Borussia Dortmund trifft, gibt es immer viel zu erzählen. Entweder, weil die Protagonisten auf dem Platz für die Aufreger sorgen. Man erinnere sich an die Kung-Fu-Einlage von Oliver Kahn gegen Stephane Chapuisat.

Oder weil es auch mal Transfer-Hickhack zischen dem FCB und dem BVB gibt. Frag nach bei Robert Lewandowski oder Mario Götze. Man sieht also: Im Klassiker geht es immer sehr emotional zur Sache. So vermutlich auch dieses Mal. Im Vorfeld gab es schon wieder Gerüchte um Erling Haaland, der immer mal wieder mit dem Rekordmeister in Verbindung gebracht wird.

Rein sportlich ist die Partie leider nicht so brisant, hat das Team von Edin Terzic bereits 13 Rückstand auf den FC Bayern. Das Thema Meisterschaft ist bei den Westfalen daher abgehakt. Ganz anders sieht es in München aus. Hier will das Flick-Team zum neunten Mal in Folge die Schale an die Säbener Straße holen. Dafür braucht es aber einen Dreier im Topspiel des 24. Spieltags in der Bundesliga.

Personell konnten die Münchner eine gute Nachricht vermelden. Super-Talent Jamal Musiala bekommt bei den Bayern einen Profivertrag mit einer bemerkenswerten Laufzeit. Außerdem läuft der BVB in einem speziellen Sonder-Trikot im Spitzenspiel auf - das hat einen besonderen Grund.

Wir fassen die Stimmen der Beteiligten der Partie des FC Bayern gegen Borussia Dortmund auf Sky für Sie zusammen.

Hansi Flick (FC Bayern München) nach dem Spiel über ...

...den Spielverlauf: „Es ist aktuell wirklich so, dass wir schnell bestraft werden, wenn der Gegner früh eine Torchance hat. Ich sehe aber das Positive, dass wir schnell zurückgekommen sind. Wir gaben gezeigt, dass wir uns hier nichts nehmen lassen. Am Ende hatten wir das Quäntchen Glück, aber es war auch verdient.“

...Lewandowskis Torserie: „Drei Tore sind immer gut. Wichtig ist, dass die Mannschaft Erfolg hat. Wenn dann noch der Rekord dabei herauskommt, umso schöner.“

...Boatengs Verletzung: „Wir wissen noch nicht genau, was er hat. Boateng hat sich das Knie ein bisschen verdreht, aber wir müssen die Diagnose abwarten. Es werden Bilder gemacht.“

Leon Goretzka (FC Bayern München) nach dem Spiel über ...

...sein Tor zum 3:2: „Ich musste sehr schnell reagieren, ich habe das nicht großartig geplant, das war intuitiv.“

...die Bedeutung seines Tores: „Die ganze Konstellation war noch einmal besser als bei meinem ersten Tor gegen Dortmund. In der Schlussphase das entscheidende Tor zu machen, schöner könnte man es sich nur vorstellen, wenn das Stadion voll wäre.“

...den Spielverlauf: „Es war eine großartige Energieleistung, nochmal zurückzukommen. Dortmund hat sich dann mehr um Defensive bemüht, aber unserem Dauerdruck konnten sie nicht mehr Stand halten.“

...Müller: „Ich möche mit Müller auf Titeljagd gehen. Er ist ein Spieler, der vorangeht und einem immer das Gefühl gibt, das Spiel noch drehen zu können.“

Thomas Müller (FC Bayern München) nach dem Spiel über ...

... die Qualität, jederzeit zurückzukommen: „Die Qualität ist sicherlich da, es ist auch unsere DNA, diesen Spirit zu haben. Aber es ist auch mühsam. Es gehört nicht zu unserem Matchplan, das muss uns niemand erzählen. Der BVB hat aus den ersten beiden Aktionen zwei Tore gemacht, es ist jetzt nicht so, dass sie uns dominiert haben.“

... die frühen Gegentreffer: „Wir haben vor beiden Toren Fehler gemacht. Das 2:0 hat dem BVB natürlich in die Karten gespielt, weil sich dann ihre zwei engen Ketten verteidigen konnten. Nach dem 2:1 war die Intensivität in den Zweikämpfen sehr gut. Das hat Dortmund dann aus dem Konzept gebracht. Das späte 3:2 nehmen wir so mit.“

... den Zweikampf zwischen Sané und Can vor dem 3:2: „Wenn man ein Spiel verloren hat, ist es klar, dass man so eine Szene rausnimmt. Aber das werdet ihr schon analysiert haben. Wir wollen nicht, dass solche Duelle an der Mittellinie abgepfiffen werden, sonst haben wir nur Stop-and-Go-Spiele. Also ich hätte das auch gegen uns nicht als Foul gepfiffen. Diese Art, wie Marco Fritz heute gepfiffen hat, das gefällt mir sehr, sehr gut.“

... das Thema Nationalmannschaft: „Grundsätzlich fühle ich wohl in der Mannschaft. Mit den Jungs auf dem Platz zu stehen macht Spaß, und es stehen ja auch viele Nationalspieler auf dem Platz. Ich habe Lust, im Sommer nach Titeln zu jagen. Ob für mich nach dem Champions-League-Finale Schluss ist oder ob man dann auch für die Nationalmannschaft spielt, das werden wir sehen. Ich bin auf jeden Fall bereit.“

Edin Terzic (Borussia Dortmund) nach dem Spiel über ...

... die Pleite: „Erste Halbzeit hat super begonnen und hat sehr schlecht aufgehört. Dazwischen war sehr viel Drangphase von Bayern. Wir hatten die Chance, die Führung nochmal auszubauen. Dann haben wir es nicht mehr geschafft, Druck auf die Bayern auszuüben. Wir sind hinterhergelaufen und konnten nicht mehr für Entlastung sorgen.“

... seine Pläne in der Pause: „Wir wollten den Druck 30 Meter vor dem Tor erhöhen und vorschieben. Das wurde einen Tick besser, aber Bayern hat es hervorragend gemacht.“

... seine lautstarken Anweisungen: „Das Stadion ist leer. Ist doch logisch, dass ich die Mannschaft dann unterstütze. Es war einfach brutal schwer.“

... Haaland: „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht, er hatte einen kleinen Schlag bekommen, aber das war nicht das Problem. Er hat seit Wochen jedes Spiel gemacht, wir müssen ihn bisschen schützen. Wir gehen davon aus, dass er gegen Sevilla spielen kann.“

... das vermeintliche Sané-Foul an Can: „Für mich war es auch ein klares Foul, aber wir haben genug Experten, die sollen das bewerten. Wir müssen es akzeptieren. Es gab auch auf der anderen Seite den einen oder anderen Körperkontakt, der nicht gepfiffen wurde.“

Marco Reus (Borussia Dortmund) nach dem Spiel über ...

...den Spielverlauf: „Klar, wir haben gut angefgangen. Für mein Gefühl sind wir dann zu passiv geworden, hatten nicht mehr die Pressingaktionen und standen zu tief. In der zweiten Hälfte hatten wir einfach zu wenig Torgefahr.“

...einen Zweikampf zwischen Sané und Can vor dem 3:2: „Foul. Ich sag Ihnen ganz ehrlich: Wenn das bei Bayern gewesen wäre, wäre es gepfiffen worden. Das ist einfach so. Fertig aus, ist so. Für mich hat der Schiri keine Eier gehabt, da zu pfeifen.

...die Gründe für die Niederlage: „Der Schlüssel ist dann schon gewesen, dass wir die zwei Gegentore schnell kriegen. Natürlich war es dann spielerisch zu weng. Am Ende entscheidet eine Kleinigkeit.“

...einen möglichen BVB-Elfmeter: „Ich würde sagen, kein Foul. Im ersten Moment sah es für mich mehr danach aus.“

Emre Can (Borussia Dortmund) nach dem Spiel über ...

... die Gründe für die Niederlage: „An was es liegt? Gute Frage. Wir haben gut angefangen und haben dann nicht mehr versucht, Fußball zu spielen. Bayern ist eine der besten Mannschaften der Welt. Wir wollten mutig sein. Das hat heute bisschen gefehlt.“

... die Fehler: „Wir haben von hinten raus keinen guten Fußball gespielt, da schließe ich mich auch nicht ein. Bayern hat das gut gemacht. Wir wollten die Sechser finden und dann nach außen spielen, das hat nicht gut geklappt.“

... das mögliche Foul von Sané vor dem 3:2: „Ich weiß nicht, keine Ahnung. Kann er pfeifen, muss er nicht. Der Schiedsrichter hat zu viel auf Zuruf gepfiffen. Wir haben kein Foul bekommen, das macht den Rhythmus kaputt. Ich habe ihm das auch gesagt. Das darf dem Schiri auch nicht passieren.“

Hansi Flick (Trainer FC Bayern) vor dem Spiel über ...

... die Partie: „Wir wollen das Spiel heute gewinnen, wir haben einen Matchplan, den die Mannschaft gut umsetzen wird. Wir werden versuchen, den BVB unter Druck zu setzen.“

... die Besonderheit des Klassikers: „Wenn man die letzten Jahre zurückblickt, dann sieht man, dass es immer um viel ging. Der BVB hatte über Jahre die Konstanz, den FC Bayern zu fordern.“

... Lewandowski und Haaland: „Robert hat über Jahre bewiesen, was für ein Weltklasse-Spieler er ist. Er hat über Jahre bewiesen, dass er auf einem Top-Niveau spielt. Haaland ist ein junger Spieler, der sehr torgierig ist. Er hat eine enorme Dynamik, eine enorme Schnelligkeit und einen starken Abschluss.“

... einen möglichen Transfer von Haaland zum FCB: „Im Leben ist sehr, sehr viel möglich. Ich kann das nicht ausschließen. Er hat einen langfristigen Vertrag beim BVB, aber er ist ein Spieler, der bei vielen Top-Teams im Fokus steht.“

... Müllers EM-Chance: „Ich kann ich nichts zu sagen. Joachim Löw und ich haben uns seit längerer Zeit nicht mehr gesprochen, aber ich denke, dass er sich vor der nächsten Länderspielpause nochmal meldet.“

... Joshua Kimmich: „Jo ist ein absoluter Top-Profi, er will immer gewinnen. Er ist ein Spieler, mit dem man gerne arbeitet.“ (smk)

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) vor dem Spiel über ...

... die Gründe für den BVB-Aufschwung: „Wir haben schon vor der Siegesserie einige Dinge gut gemacht, wir konnten nun in den letzten Spielen mit den kleinen Rückschlägen besser umgehen. Wir wollen viel Mut und Selbstbewusstsein gegen die Bayern an den Tag legen.“

... die Taktik: „Das 3-4-3 ist eine Möglichkeit, wir wollen aber möglichst flexibel sein. Wir wissen, dass wir heute nicht alles verteidigen können und sind auf Rückschläge eingestellt. Das schnelle Umschaltspiel kann ein Schlüssel sein. Wenn der Gegner es anbietet, nehmen wir das gerne wahr.“

... Mats Hummels und dessen Lob: „Wir haben immer gesagt, dass Mats ein sehr wichtiger Spieler für ist. Es ist natürlich immer schön zu hören, wenn ein Spieler hinter einem steht und man so was hört. Aber ich habe immer gespürt, dass ich das Vertrauen des ganzen Teams habe.“

... das Mittel, wie man Lewandowski aus dem Spiel nimmt: „Am Besten, er kommt nicht an den Ball (lacht). Wenn wir darüber nachdenken, wie gut er ist, dann reden wir eine Woche über Lewy.“

Rubriklistenbild: © GUENTER SCHIFFMANN/AFP

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