Champions-League-Duell

So trickst Jupp Heynckes  Besiktas aus

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Jupp (r.) hat die Türken studiert.

Jetzt gilt’s für den FC Bayern! Nach Wochen der Liga-Langweile müssen die Münchner im Champions-League-Achtelfinale auf den Punkt die viel zitierte Spannung auf den Platz bringen.

München -  Das ist das eine, aber wie knackt man die erfahrene Türken-Truppe taktisch? Immerhin stehen mit Pepe, Adriano, Quaresma & Co. zahlreiche abgezockte Kicker auf dem Platz. 

„Der Schlüssel im Aufbauspiel wird vermutlich in der variablen Besetzung der Räume, vor allem im zentralen Mittelfeld, liegen. Durch die leicht mannorientierte Verteidigungsstrategie von Besiktas, besonders auf der Doppelsechs im Spiel gegen den Ball, lassen sich aktiv Räume freiziehen“, erklärt Markus Brunnschneider, Spielanalyst am Institut für Fußballmanagement der tz. Heißt im Klartext: Bayern muss Besiktas austricksen!

Türkischer „Verfolgungswahn“ hilft dabei

Weil die Türken Manndeckung spielen und somit auf dem Platz unter einem gewissen „Verfolgungswahn“ leiden, kann sich das Münchner Mittelfeld leicht den nötigen Platz verschaffen. Brunnschneider: „Bewegt sich Bayerns Sechser unmittelbar im Raum hinter der gegnerischen Doppelspitze, schiebt ein gegnerischer Sechser aus der Position. Dadurch entsteht offensiv eine Zwei-gegen-eins-Überzahlsituation im zentralen Mittelfeld – beide Münchner Achter gegen einen gegnerischen Sechser“ (Grafik unten). Teilweise decken die türkischen Außenverteidiger sogar bis weit ins Mittelfeld durch, um den gegnerischen Flügelstürmern auf den Füßen zu stehen. „So öffnet sich die Schnittstelle für den Achter aus dem zentralen Mittelfeld – die Möglichkeit für James, Müller oder Tolliso“, ist Spielanalyst Brunnschneider überzeugt.

Der FC Bayern München trifft im Hinspiel des Achtelfinals der Champions League auf Besiktas Istanbul. Hier im Live-Ticker können Sie die Partie aus der Allianz Arena verfolgen.

So wollen sich die Bayern den wichtigen Vorteil verschaffen

Eine neu entdeckte Bayern-Stärke könnte dem deutschen Rekordmeister ebenfalls einen entscheidenden Vorteil verschaffen: Standardsituationen! Die versuchen die Türken stets zu vermeiden. Dafür nimmt Besiktas sogar ein schwaches Zweikampfverhalten in Kauf. „Auffällig sind die extremen Probleme im Zweikampf bei gegnerischen Tempodribbling, insbesondere im eigenen letzten Drittel. Besiktas möchte unbedingt Freistöße nahe dem eigenen Tor verhindern und bleibt deshalb häufig viel zu passiv in der Zweikampfführung“, kündigt der Taktik-Experte an. Wie präzise die Freistoß-Flanken von Linksfuß James in den gegnerischen Sechzehner rauschen, dürfte auch bis an den Bosporus vorgedrungen sein.

Obwohl die Türken dem deutschen Rekordmeister also einiges an Angriffsfläche bieten, müssen die Bayern vor allem auf den eigenen Flügeln wachsam sein: „Kommt Besiktas in einen kontrollierten Spielaufbau, nehmen die beiden Außenverteidiger eine wichtige Komponente im Offensivspiel ein. Diese schieben sowohl in der Außenspur als auch im Halbraum sehr hoch und zeichnen sich durch ihr gutes Flankenspiel aus. Entsprechend druckvoll ist die Box mit meist vier Spielern besetzt und die torgefährlichste Spielvollendungsvariante.“ 

Besiktas (weiß) wird Bayern freiwillig hinterherlaufen.

Die Pressekonferenz des FC Bayern München können Sie hier im Ticker nachlesen

Wer muss zuschauen?

Alle Feldspieler fit. Ist auf den ersten Blick ja durchaus schön, nur einem gewissen Jupp Heynckes dürfte dieses Überangebot bei der Gestaltung der Startelf Kopfzerbrechen bereiten. An der Rotation will der Cheftrainer des Rekordmeisters aber auch beim Start in die K.o.-Phase der Champions League heute Abend festhalten. Heynckes: „Es gibt keine A-Mannschaft und auch keine B-Mannschaft. Es gibt den FC Bayern als Team. Ich sehe keine großen Schwierigkeiten in der Rotation. Man hat eher Vorteile, weil sich jeder gebraucht, geachtet fühlt und Einsatzzeiten hat.“

Drei Bayern auf der Tribüne

Aus den Worten von Mats Hummels lässt sich jedoch ableiten, dass die anstehenden Härtefälle auch in der Kabine ein Thema sind. „Einen Härtefall wird es mindestens in der Aufstellung geben, wenn nicht sogar mehr“, prophezeite der Verteidiger gestern. „Es ist allerdings unser Job, vernünftig damit umzugehen. Spiele ich nicht, muss ich meinen Pflichten genauso nachkommen. Für den Trainer ist es eine sehr schwierige Entscheidung. Wir alle müssen der Verpflichtung gegenüber der Mannschaft gerecht werden.“ Bereits am Dienstag Abend müssen drei Bayern auf der Tribüne Platz nehmen.

(Di., 20.45 Uhr, Allianz Arena: FC Bayern – Besiktas)

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Manuel Bonke/ lop

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