Experten äußern sich

Bayern-Legenden um Beckenbauer, Effenberg und Co. haben hohe Erwartungen an CL-Finale: „Sie werden bluten“

Wie geht das Finale aus? Die tz hat nachgefragt bei den Klublegenden Stefan Effenberg, Klaus Augenthaler, Franz „Bulle“ Roth. Auch Oliver Kahn und Franz Beckenbauer äußern sich.

  • Der FC Bayern München steht im Champions-League-Finale.
  • Die tz hat sich unter den Vereinslegenden wie Beckenbauer, Effenberg, Roth und Co. umgehört.
  • Der Kaiser kann „keinen Schwachpunkt bei PSG ausmachen".

München - Der FC Bayern ist im Final-Fieber. Am Sonntag um 21 Uhr geht’s für die Münchner im Champions-League-Endspiel gegen Paris Saint-Germain, es winkt das zweite Triple nach 2013. Wie ist die Ausgangslage? Worauf kommt es im Endspiel an? Wer setzt sich durch? Die tz hat nachgefragt bei den Klublegenden Stefan Effenberg, Klaus Augenthaler, Franz „Bulle“ Roth. Auch Oliver Kahn und Franz Beckenbauer äußerten sich zum Finale. Die Experten sind sich einig: Ein Sieg gegen Paris wird für den FC Bayern ein hartes Stück Arbeit. - Jonas Austermann,

Lichtgestalt des deutschen Fußballs: Franz Beckenbauer.

Franz Beckenbauer (75), Europapokal-Sieger 1974, 1975 & 1976

„Ich habe die Spiele von Paris gesehen, das ist eine verdammt gute Mannschaft. Es wird das schwierigste Spiel in dieser Champions-League-Saison. Ich kann bei ihnen keinen Schwachpunkt ausmachen. Ich hoffe, dass sich beide Teams nicht allzu sehr verstecken, den Respekt nicht allzu groß werden lassen und so spielen wie zuletzt: frisch, fröhlich und einfach drauflos. Dann können wir ein schönes Finale erwarten. Es ist ein Spiel auf gleichem Niveau. Ich würde sagen, es steht 50:50. “

Stefan Effenberg (52), Champions-League-Sieger 2001

„Im Endspiel gibt es keinen Favoriten. Das wird ein Duell auf Augenhöhe – in allen Bereichen. Die Teams haben beide enorme Qualität, wir dürfen uns auf ein richtig großes Fußballspiel freuen, mit vielen Offensivszenen. Sollte Paris zu Möglichkeiten wie Lyon kommen, werden sie die nicht liegen lassen. Die haben eine andere Qualität vorne drin, rollen mit anderer Geschwindigkeit an. Das ist eine Gefahr! Gegen Lyon hatte Bayern Glück – und Manuel Neuer. Ich tippe auf einen knappen Bayern-Sieg, 2:1. Sie werden bluten!“

Klaus Augenthaler (62), Europapokal-Finalist 1982, 1987

„Man könnte vor dem Finale in Euphorie verfallen, aber ich sehe zwei Gesichter beim FC Bayern. Einerseits ist das Team super drauf, andererseits hatte es gegen Lyon viel Glück. Das Pressing ist gut, aber die langen Bälle von ­Lyon waren gefährlich, weil es keine Absicherung gab. Flick weiß genau, was jetzt auf die Bayern zukommt. Bei Paris sind es nicht nur Neymar, Mbappé und Di Maria – es ist aller Ehren wert, was das Team gespielt hat. Tuchel macht hervorragende Arbeit, mittlerweile arbeitet ja sogar Neymar nach hinten. Das 8:2 gegen Barcelona verführt dazu, den FCB zum Favoriten zu stempeln, ich glaube nicht, dass er der klare Favorit ist.“

Franz „Bulle“ Roth (74), Europapokal-Sieger 1974, 1975 & 1976

„Im Moment ist es ein Traum, dem FC Bayern zuzuschauen – wenn nicht immer die ersten 20 Minuten wären. Wenn sie die abstellen könnten, könnte ich mich bequem in den Sessel setzen, aber so muss man am Anfang immer die Pobacken zusammenkneifen. Aber sonst ist es eine super Mannschaft, sehr homogen. Ich glaube, dass sie den Titel holen. Ich sehe die Bayern mit 60 Prozent vorne. Die Routine ist in einem Endspiel auch ausschlaggebend. Vor dem Europapokal-Finale 1976 gegen St. Étienne war der 20-jährige Karl-Heinz Rummenigge aufgeregt ohne Ende. Trainer Dettmar Cramer hat ihm dann zwei Gläschen Cognac verordnet.“

Oliver Kahn (51), Champions-League-Sieger 2001

„Wir waren beim CL-Sieg 2001 getrieben von der unangenehmen Niederlage 1999 gegen Manchester United. Das hat die Mannschaft angetrieben, den Titel zu holen. Auch die Generation um Lahm und Schweinsteiger war in einer ähnlichen Situation. Sie hat das Finale dahoam unglücklich verloren, war dann beseelt und getrieben, das wieder in Ordnung zu bringen. So ein Negativerlebnis hat die heutige Mannschaft nicht. Sie ist angetrieben vom Gedanken, immer besser werden zu wollen.“

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender / picture alliance/dpa

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