Champions League

FC Bayern mit Respekt: "Wahnsinn, was Porto leistet"

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Gegner des FC Bayern im Viertelfinale der Champions League: der FC Porto.

Porto - Der FC Porto muss immer wieder seine besten Spieler verkaufen. Trotzdem gehört der 27-malige Meister dank einer seit Jahren sehr guten Transferpolitik zum Establishment der Champions League.

Der FC Porto macht seinem Ruf als Transfer-Weltmeister wieder einmal alle Ehre. Der Brasilianer Danilo wechselt im kommenden Sommer für 31,5 Millionen Euro zu Real Madrid - Porto macht bei dem Transfer 18,5 Millionen Euro Gewinn.

Es ist schon seit Jahren das Geschäftsmodell des 27-maligen portugiesischen Meisters: vielversprechende Talente, meist aus Südamerika, werden vergleichsweise günstig eingekauft, einige Zeit entwickelt und dann zu oft horrenden Summen an Spitzenklubs in Europa transferiert.

Die erfolgreiche Politik verfolgt der Klub aus dem Norden des Landes nun schon seit Jahren mit großem Erfolg. Und trotz der immens hohen Fluktuation gehört der FC Porto zum Establishment der Champions League. In dieser Saison nimmt der Sieger von 2004 bereits zum 19. Mal an der Königsklasse teil, nur Barcelona und Manchester United können da noch mithalten.

„Das Erfolgsgeheimnis ist ein ganz anderes als beim FC Bayern, bei Real Madrid oder in Barcelona. Was dieser Klub leistet, ist Wahnsinn“, schwärmte selbst Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr MESZ/Sky und ZDF) über den Gegner, der in der bisherigen Saison in der Königsklasse noch kein Spiel verloren hat.

Es gibt allerdings zum Business-Modell des FC Porto auch kaum eine Alternative bei rund 280 Millionen Euro Schulden, die sich angehäuft haben. Deshalb muss der Verein dem Vernehmen nach Jahr für Jahr einen Transferüberschuss im mittleren zweistelligen Bereich erwirtschaften, um überleben zu können.

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Nur einmal in den vergangenen zehn Jahren (2010/2011) war dies nicht gelungen, ansonsten erzielte Porto einen Gesamtüberschuss von 376 (!) Millionen Euro. Die Bayern verbuchten im gleichen Zeitraum laut transfermarkt.de 283 Millionen Euro Minus bei den Transfers, Real gar 682 Millionen.

Es gab schon vor Danilo einige weitaus prominentere Beispiele für die geschickte und gewinnbringende Einkaufspolitik der Portugiesen, die angeblich rund 250 Scouts beschäftigen. Diese würden „den Unterschied ausmachen“, betont Geschäftsführer Antero Henrique.

Ein gewisser Pepe kostete einst nur zwei Millionen Euro und wurde für 30 Millionen an Real verkauft. Aly Cissokho kam 2008 für 300.000 Euro aus Setubal und ging 2009 für 16,2 Millionen nach Lyon. Hulk brachte beim Verkauf nach St. Petersburg im Jahr 2012 31 Millionen Gewinn ein, bei Falcao (2011 zu Atletico Madrid) waren es 35 Millionen, bei James Rodriguez beim Wechsel 2013 nach Monaco gleich 38 Millionen.

Allerdings gehören inzwischen Anteile an den meisten Profis im Kader des FC Porto privaten Investoren, weshalb der Klub in diesen Fällen nur noch partiell an einem Transfer verdient. Die FIFA hat jedoch bereits beschlossen, die besonders in Südamerika und Portugal verbreiteten „Third Party Ownerships“ zu verbieten, bereits ab Mai gelten nur noch Übergangsregelungen.

Da ist es für den FC Porto von Vorteil, dass die Rechte am von einigen Spitzenvereinen umworbenen Stürmer Jackson Martinez zu 100 Prozent beim Verein liegen. Der Verein würde so auch die festgeschriebene Ablöse von 35 Millionen kassieren. 8,8 Millionen hat der Kolumbianer 2012 gekostet.

dpa

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