Erneut Endstation für den FCB

Champions-League-Novum: Beerbt Real Madrid den FC Bayern?

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Die wilde 13: Reals Stars feierten den dritten Einzug ins Finale der Champions League in Serie.

Real Madrid kann im Finale der Champions League schaffen, was der FC Bayern als letzter Klub in den 70ern realisierte: Drei Mal in Serie Europas Könige.

Madrid – David Alaba musste aufpassen, nicht von der weißen Jubeltraube verschluckt zu werden. Der Bayer kauerte am längsten auf dem Rasen, und als er sich traurig trollte, wurde er von Reals ausgelassen feiernden Stars umkurvt. „Wir haben Geschichte geschrieben – jetzt wollen wir Legenden werden“, sagte Sergio Ramos später. Madrid steht zum dritten Mal in Serie im Halbfinale der Champions League, nur ein Sieg trennt sie noch vom 13. Triumph.

Sie haben viel Prominenz hinter sich gelassen. Paris, Juventus Turin, nun Bayern München – es kann keiner sagen, man habe das Endspiel in Kiew auf die leichte Tour erreicht. Doch vor allem gegen Bayern wurde ersichtlich, dass das Team mehr als alles andere von seiner Aura getragen wird.

Er habe zu keinem Zeitpunkt gezweifelt, dass etwas schiefgehen könnte, sagte Toni Kroos, konnte das aber danach nicht weiter belegen. Er gab stattdessen unumwunden zu, dass „die Bayern über beide Spiele gesehen die bessere Mannschaft waren“. Seinem Final-Gefühl habe das dennoch keinen Abbruch getan: „Es war nicht alles überragend, was wir in den beiden Spielen gespielt haben, definitiv nicht. Es war erwartet eng, in beiden Spielen war viel drin. Aber dass es am Ende wieder in unsere Richtung ausgeschlagen hat, zeigt unsere Qualität. Die Erfolge der letzten Jahre geben uns dieses gewisse Grundbewusstsein.“

Zidane: „Wenn man leidet, ist es fast noch besser“

Das wird es wohl sein. In der Regel eliminiert Klasse Glück, beziehungsweise erzwingt Klasse Glück. Während aber das Hinspiel noch ein Lehrbeispiel an Effizienz war, vermochte Real im zweiten Duell kein bisschen zu überzeugen. „Wenn man leidet, ist es fast noch besser“, sagte Zinedine Zidane, fügte allerdings auch hinzu: „Für das Herz war das ein schweres Spiel. Zum Glück haben wir jetzt bis zum Finale noch etwas Zeit, um uns zu erholen.“

Spielentscheidende Szene? Rummenigge: „Das ist schon auffällig!“

Drei Mal in Serie im Endspiel der Königsklasse stand zuletzt Juventus Turin in den Jahren 1996 bis 1998. Nachdem Real Madrid die letzten beiden Finals gewonnen hat, könnten sie mit einem neuerlichen Coup schaffen, was zuletzt in den 70ern gelang. Damals hieß der Wettbewerb noch Landesmeisterpokal, und es waren die Bayern, die den Pokal drei Mal in Folge mit nach Hause nahmen.

Der Lack blättert allmählich, auch Cristiano Ronaldo und Kollegen kommen in die Jahre. Aber sie liefern immer wieder ab. Karim Benzema traf heuer bisher nur gegen das kleine Nikosia, dafür jetzt im Halbfinale gegen Bayern doppelt. Und Keylor Navas, sonst hart kritisiert, hielt am Dienstag alles. „Seit ich die Haare geschnitten habe, bin ich ein neuer Mensch“, witzelte er. Dass sie sich momentan selbst nicht so richtig erklären können, stört die Männer von Real Madrid offensichtlich kein bisschen.

awe

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