"Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun"

Griechische Polizisten prügeln auf Bayern-Fans ein

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Nach Krawalle im Bayern-Block haben die Fans des Rekordmeisters das Stadion verlassen.

Piräus - Vor dem Champions-League-Spiel gegen Olympiakos Piräus haben einige Bayern-Fans den Zuschauer-Block verlassen. Die Polizei ging auf einige Anhänger mit Schlagstöcken los.

Rohe Gewalt, Schlagstöcke, prügelnde Polizisten. Vermummte Fans und herausgerissene Sitzschalen, verletzte Anhänger und Notarzteinsätze – vor dem Spiel der Bayern bei Olympiakos Piräus kam es zu schlimmen Szenen im Stadion. Die griechischen Polizisten gingen gegen Münchner Fans vor und setzten massiv Schlagstöcke ein. Durch den brutalen Einsatz sind auch Fans verletzt worden, die noch im und vor dem Stadion verarztet wurden. Genaueres über die Verletzungen wurde zunächst nicht bekannt, Videoaufnahmen aus dem Innenraum zeigten aber blutende Bayernfans und geschockte Gesichter. „Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun“, beklagte sich ein Bayern-Anhänger per Video aus dem Inneren der Arena.

Offenbar hatte eine kleinere Gruppe von teils vermummten Bayern-Fans in ihrem Zuschauer-Block die Anhänger von Gastgeber Piräus mit Worten und Gesten provoziert. Daraufhin griffen die Sicherheitskräfte ein und gingen mit Schlagstöcken gegen die Münchner Anhänger vor. Von zehn bis 20 teilvermummten FCB-Fans, die an den Plexiglasscheiben ihres Blocks rüttelten und dabei die Griechen mit Gesten „herausgefordert“ haben, war die Rede.

Wie massiv der Polizeieinsatz war, verdeutlicht die Reaktion der Bayern. „Unsere Ultras haben sich aus dem Stadion zurückgezogen“, erklärte der Verein zwischenzeitlich, später aber kam die Ultragruppe zurück. Aber wie konnte es so weit kommen? Dass es im Karaiskakisstadion heiß hergeht, war allen Beteiligten von vornherein klar, die Polizei stufte das Spiel als Hochsicherheitsbegegnung ein. Da war aber noch die Angst vor einem Aufeinandertreffen von gegnerischen Fangruppen ausschlaggebend. Dass nun Teile der Einsatzkräfte so brutal zuschlugen, damit konnten die Fans nicht rechnen.

Zwar sprach der FC Bayern von „unnötigen Pöbeleien unsererseits“, also der Bayern-Ultras, aber auch von „unverhältnismäßigem Schlagstockeinsatz der Polizei“. Diese Eindrücke bestätigten auch Augenzeugen. „Die Ultras erwägen, vor dem Spiel abzureisen“, teilte der FC Bayern in einer Stellungnahme sogar mit. So weit kam es nicht, aber es zeigt, wie schockiert die Anhänger waren. Insgesamt 1700 Fans begleiteten die Mannschaft von Pep Guardiola nach Piräus.

„Das sind keine schönen Bilder“, sagte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern: „Ich muss erstmal die Zusammenhänge kennen. Wir haben unsere Leute dabei und werden uns informieren.“

Der FC Bayern beschwerte sich später offiziell, setzte sich für seine Fans ein und forderte sogar, dass die Polizei den Block verlässt. Das gestattete die Einsatzleitung nicht, die Stimmung jedoch beruhigte sich bis zum Anpfiff, die Lage im Block blieb ruhig, da Fans und Polizei fortan Sicherheitsabstand hielten.

Die Lage in Piräus ist traditionell explosiv, daher wurden die Münchner Fans frühzeitig per Shuttle-Bussen unter Polizeischutz ins Stadion gebracht. In der Vergangenheit ist es bei Spielen von Olympiakos häufig zu Ausschreitungen gekommen, auch Spielabbrüche gab es immer wieder.

Bilder: Griechische Polizei prügelt auf Bayern-Fans ein

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