Hoffenheim-Coach prophezeiht

Chancen bei Bayern? „Rudy wird sich durchsetzen - Süle hat Baustellen“

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Julian Nagelsmann führte Hoffenheim auf Platz 4.

Mit Niklas Süle und Sebastian Rudy hat der FC Bayern zwei Neuzugänge bereits verpflichtet. Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann hat nun verraten, was er den beiden beim Rekordmeister zutraut.

Sinsheim – Julian Nagelsmann war den örtlichen Medien noch ein Geheimnis schuldig. Das letzte. Er hatte mal versprochen, es zu lüften. Nach dem Spiel gegen Augsburg und inmitten der Europa-wir-kommen-Feierlichkeiten wurde er daran erinnert. „Gut“, sagte er, „unsere Saisonziele. Wir hatten drei formuliert“.

Nagelsmann: Ziele übererfüllt

Und dann erzählte er. „Es gab ein realistisches Ziel: ein einstelliger Tabellenplatz und im Pokal in die dritte Runde kommen. Pokal haben wir nicht geschafft.“ Dann gab es aber auch „ein öffentliches Ziel“, so Nagelsmann zu den Journalisten, „das ist das, was ich euch immer erzählt habe: Dass wir die Leistung, die wir von Februar bis Mai 2016 meistens über 30 Minuten abgeliefert haben, über 70 Minuten bringen wollen.“ Aller guten Ziele sind drei: „Das ambitionierte Ziel war, die Qualifikation für die Europa League zu schaffen.“ Wie es ausging: Die TSG 1899 Hoffenheim wurde mit ihrem immer noch nicht 30-jährigen Trainer Vierter. Und spielt Qualifkation zur Champions League.

Aus Sicht des Vereins: Mit neun Jahren Verspätung kommt er ins internationale Geschäft. Denn als Hoffenheim 2008 in der Bundesliga angetreten und gleich Herbstmeister geworden war, herrschte bundesweit die Sicherheit: Mit diesem Start und mit Dietmar Hopps Mitteln wird die TSG bereits 2009 in Champions League oder schlechtestenfalls (damals noch) UEFA-Cup an den Start gehen. Die Geschichte hat sich anders entwickelt, viel zögerlicher – und mit Trainer-Fehlgriffen wie Marcus Babbel, Marco Kurz und Huub Stevens wäre sie fast zu Ende gegangen.

Rudy? „Einen technisch saubereren Fußballer habe ich noch nicht trainiert“

Geht sie mit Nagelsmann so weiter? Oder wird die TSG Hoffenheim wie schon mancher Emporkömmling vor ihr für den Erfolg büßen müssen. Am Tag, als man mit einer Party rund um das Stadion den größten Tag der Vereinsgeschichte feierte, war auch einer des Abschieds. Von Niklas Süle und Sebastian Rudy, die zum FC Bayern wechseln.

Wenigstens gehen sie in vollkommener Harmonie. Defensivmann Süle war seit der C-Jugend im Verein, er lebte in Sinsheim in einem völlig normalen Mehrparteien-Mietshaus – mehr Volksnähe geht nicht. Rudy blickt zurück auf „sieben geile Jahre“. Rudy und Süle waren auch die Spieler mit dem größten Hoffenheimer Laufpensum in dieser Saison.

Sebastian Rudy.

Julian Nagelsmann hat das Wirken der beiden beleuchtet. „Rudy ist zum Führungsspieler geworden. Großer Schlüssel war die Positionsverschiebung von der Acht oder Doppelsechs auf die alleinige Sechs. Dort hat er mehr Verantwortung und im Spielaufbau eine besondere Rolle.“ Nagelsmann sagt außerdem: „Einen technisch saubereren Fußballer habe ich noch nicht trainiert.“ Wird Rudy sich in München durchsetzen? Der TSG-Trainer tippt auf ein klares Ja.

Niklas Süle nennt er „einen großen Talentspieler, der verdientermaßen den nächsten Schritt geht. Er weiß aber auch, dass er noch einige Baustellen bearbeiten muss, um bei Bayern erfolgreich zu sein.“ Beispiel? „Das Thema Ernährung.“

Transfergerüchte und aktuelle News: Welche Spieler holt der FC Bayern München 2017?

Sebastian Rudy, der in München schon eine Wohnung gefunden hat („Habe auch die Schlüssel bekommen“), und Süle vertreten Hoffenheim, wo sie ja bis 30. Juni unter Vertrag stehen, beim Confederations Cup in Russland. Sie gehören dem DFB-Kader an, ebenso Kerem Demirbay und Sandro Wagner. In der Sinsheimer Arena wurden sie am Samstag beim 0:0 gegen den FC Augsburg jeweils als „Neu-Nationalspieler“ vorgestellt. Hofenheim ist im Juni 2017 das Rückgrat der Nationalmannschaft.

Niklas Süle.

Die Bande der TSG 1899 zum DFB sind eng. Nun steht mit Hansi Flick ein ehemaliger DFB-Mann als Geschäftsführer Sport in Hoffenheim ante portas. Es wäre jedoch auch eine Rückkehr, denn zu Regionalligazeiten war Flick fünf Jahre lang Trainer der TSG. Dann machte er als Löw-Assistent Karriere – und als DFB-Sportdirektor.

Ein wenig verwunderlich ist es schon, dass Flick wieder nach Hoffenheim kommt - weil es ja läuft und die wesentlichen Felder besetzt sind. Trainer Nagelsmann: funktioniert. Direktor Profifußball Alexander Rosen: läuft.

Doch sie werden das sicher geregelt bekommen im Dietmar-Hopp-Land. Erst genießen sie, was sie erreicht haben – und erfreuen sich an internationalen Aussichten. Sandro Wagner verabschiedete sich von den lokalen Medienschaffenden: „Falls ihr mich im Sommer sucht: Ich bin beim Jogi Löw.“

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