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Frau Theiss, tragen Sie Bayern-Unterwäsche?

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München - Ehre für Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss: Die 33-Jährige übergibt am Samstag den DFB-Pokal. Das tz-Interview mit dem FC-Bayern-Fan:

Frau Theiss, wie wird man DFB-Pokal-Übergeber?

Theiss: Mitarbeiter der Agentur, die die Finalshow plant, haben mich bei meinem letzten Kampf gesehen und dem DFB vorgeschlagen. Der hat zugestimmt. Ich musste nicht lange überlegen. Das ist eine großartige Chance und ein tolles Erlebnis, das man für kein Geld der Welt kaufen kann.

Die wichtigste Frage: Steht das Outfit schon?

Theiss: Die Entscheidung über das Kleid habe ich schon vor Wochen getroffen. Der DFB wünscht sich ein goldenes, damit schwanden die Auswahlmöglichkeiten beträchtlich. Ich musste mich nur zwischen drei Kleidern entscheiden und der DFB hat meinen Favoriten sofort abgesegnet.

Christine Theiss: Schön, klug und knallhart

Sie sind Bayernfan. Dürfen Sie am Samstag jubeln?

Theiss: Ich muss mich zusammenreißen, weil meine Funktion zu Neutralität verpflichtet. Normalerweise gehe ich richtig ab, als Fan bin ich ein leidenschaftlicher Theoretiker. Spätestens zum Anpfiff bin ich an meinem Platz und vor dem Stern des Südens wird nicht nach Hause gegangen.

Also keine Kriegsbemalung?

Theiss: Nein, und ich werde auch keine Bayern-Unterwäsche unterm Kleid tragen. Aber ich habe mir schon überlegt, ob meine Sprintfähigkeiten ausreichen, um mit dem Pokal davonzulaufen, falls Stuttgart gewinnt (lacht).

Hat Stuttgart überhaupt eine Chance?

Theiss: Vor einer Woche war ich mir nicht sicher, wie das Pokalfinale ausgeht, weil zu viel vom Champions-League-Finale abhängig war. Aber jetzt, ganz ehrlich, da kommen elf Jungs auf den Platz, die vor Selbstbewusstsein platzen.

Die Spieler haben nicht mehr den Druck.

Theiss: Die Jungs haben einfach nur Bock zu spielen. Und wie es ausgehen kann, wenn die Bayern Lust haben, das haben wir in dieser Saison schon ein paar Mal gesehen. Wir haben im Pokal schon die sonderbarsten Dinge erlebt, aber eigentlich kann ich es mir nicht vorstellen, zumal die Saison beim VfB nicht wirklich rundlief.

Haben Sie schon mal mit 1,8 Promille Sport getrieben?

Theiss (lacht): Ich habe keine Ahnung, in welchem Zustand ich mit 1,8 Promille bin. Aber ich hoffe, die Jungs lassen es nicht darauf ankommen, auch wenn es sicherlich interessant wäre. Für Stuttgart ist diese nicht ganz ernst gemeinte Aussage von Karl-Heinz Rummenigge natürlich ein Extraanreiz. Wir brauchen nicht davon ausgehen, dass sie nach Berlin fahren, um sich von Bayern das Fußballspielen zeigen zu lassen. Sie werden alles geben, aber spielerisch kann Stuttgart nicht mithalten.

Im vergangenen Jahr beim 2:5 hat Bayernfan Magdalena Neuner den Pokal übergeben. Schlechtes Omen?

Theiss: Nein, ich war beim 4:0 gegen Barcelona im Stadion, das wird schon klappen.

Interview: Mathias Müller

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