Mögliche Viertelfinal-Gegner im tz-Check

Ist der FC Bayern bereit für die glorreichen Sieben?

München/Nyon - Real, Barça, Atlético, PSG, Monaco, Juve und Porto: So heißen die potentiellen Gegner des FC Bayern im Viertelfinale der Champions League. Wir stellen sie vor!

Mia san dabei! Unter den besten acht Teams in Europa findet sich nur noch ein deutsches – die Bayern! Am Freitag entscheidet sich, auf wen das Pep-Team im Viertelfinale trifft. Ab 11.30 Uhr (bei uns im Live-Ticker) ist Daumen drücken angesagt, allerdings nur für die möglichen Bayern-Gegner. Spätestens nach dem 7:0 der Roten gegen Donezk heißt es bei Real, Barça, Atlético, PSG, Monaco, Juve und Porto: Bitte nicht die Bayern! Aber Achtung: Auf den FCB warten auch Knaller! Die tz lässt Experten die glorreichen Sieben und ihre Stars analysieren.

Real Madrid: CR7 und die Party-Krise

Von Alvaro de la Rosa, As

41 Tore in 39 Spielen. Das sind die nackten Zahlen von Cristiano Ronaldo in dieser Saison, doch die Statistik lügt. In Madrid herrscht große Sorge aufgrund Ronaldos Form. 2015 ist er nicht mehr derselbe, hat nicht mehr die Power aus dem Vorjahr. Im Klub macht man dafür seine privaten Probleme verantwortlich. Genauer gesagt die Trennung von Model Irina Shayk. Seitdem ging’s bergab. In Cordoba ging er einen Spieler an, deutete nach seinem Platzverweis arrogant auf sein Klubweltmeister-Emblem, wurde dafür zwei Spiele gesperrt und von den Fans stark kritisiert. Nach seinem Comeback beim 0:4 gegen Atlético bezeichnete er einen Journalisten, der ihn nach Cordoba gefragt hatte, als „wenig intelligent“, doch das Schlimmste stand noch aus. In jener Nacht feierte Cristiano seinen 30. Geburtstag und der Sänger Kevin Roldan hatte die tolle Idee, Fotos und Videos von CR7 samt Drink (freilich nur ein Erfrischungsgetränk!) und auf einer Bühne tanzend auf Instagram hochzuladen. Gefundenes Fressen für die Medien, die sämtliche Details über die Fete ans Licht brachten. Die Folge: Ronaldo war sauer, beschloss, bis Ende der Saison nicht mehr vor die Journalisten zu treten. Die Maschine ist menschlich – zum ersten Mal seit er in Madrid ist. Doch selbst so bewahrte er Real mit zwei Toren vor dem Debakel gegen Schalke. Und am Sonntag steht der Clásico an. Das perfekte Spiel, damit aus dem Menschen Ronaldo wieder die Maschine CR7 wird.

FC Barcelona: Messi – stark dank Ronaldo

Von Moises Llorens, As

Alles begann an dem Tag, als CR7 zum dritten Mal zum Weltfußballer ausgezeichnet wurde. Der Portugiese, wieder einmal sehr schlecht beraten, ließ einen lächerlichen Schrei heraus, der Messi bei der Ehre packte. Seitdem schießt der Argentinier, der zuvor noch eine sportliche Krise durchgemacht hatte, wieder Tore am Fließband. Zum besten Fußballer der Welt hat ihn aber jemand gemacht, auf den er jetzt treffen kann: Pep Guardiola. Er war es, der Messi vor dem Clásico 2006 vom rechten Flügel auf die Position hinter den Spitzen beorderte, damit sämtliche Madridistas durcheinanderbrachte und die Katalanen zur Ekstase führte. Erst in der Nacht zuvor rief Pep Messi an und sagte ihm: „Du wirst morgen anders spielen.“ Leo verstand die Botschaft und entwickelte sich so zum Besten der Welt. Seit Guardiola den FC Barcelona verließ, befand sich der Argentinier aber permanent im freien Fall. Er baute so stark ab, dass man jeden Tag auf die Explosion wartete. Die hätte es niemals gegeben, wenn Ronaldo Januar nicht diesen Laut von sich gegeben hätte. An diesem Tag hätte Neuer siegen müssen, doch der Keeper klatschte Beifall. CR7 ließ den Urschrei los, der die Bestie Messi wieder zum Leben erweckte.

Atlético Madrid: Lähmt Mandzukic die Eifersucht?

Von Alvaro de la Rosa, As

Knipser und Kämpfer genießen im Estadio Vicente Calderon höchstes Ansehen, von daher war Mario Mandzukic bei Atlético sofort Publikumsliebling Nummer eins. Was auch Aussagen wie folgender geschuldet war: „Zu einem großen Klub gehen? Ich bin schon bei einem!“ Alles war gut. Er war Simeones einziger Stürmer, spielte immer und war glücklich. Doch dann feierte ganz Atlético die triumphale Rückkehr von Fernando Torres, das Idol war plötzlich nicht mehr der Kroate und es war von Eifersucht die Rede. Ein Klub wie die Madrilenen, der sich über das Kollektiv definiert, bestritt das natürlich sofort. Fakt ist aber, das „Manllu“ (so wird er hier in der Kabine genannt) daraufhin sein schlechtestes Gesicht zeigte. Gegen Sevilla musste er auf die Bank und war sauer. Er kam erst als letzter Wechsel ins Spiel, worauf er gleich stinksauer war und das durch seine Spielweise auch kundtat. Die Reaktion Simeones auf der Pressekonferenz war unmissverständlich: „Niemand steht über der Mannschaft“, so der Coach. Gegen Leverkusen kehrte er wieder in die Startelf zurück und haute sich rein wie die ganze Saison über (20 Tore in 36 Spielen). Alles scheint wieder okay. Ob sich das wieder ändert, wenn Cavani tatsächlich diesen Sommer kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Das Team von Simeone ist qualitativ nicht so stark wie Bayern, Barça oder PSG, macht dieses Qualitätsdefizit aber mit Teamgeist, Kampfbereitschaft und unbändigem Willen wett.

FC Porto: Bei Quaresma ist die Magie zurück

Von Nuno Farinha, Record

Ricardo Quaresma musste erst eine kleine Europa-Tour starten, um zu erkennen, dass er nach Porto gehört. Er hätte den Ort, der zu ihm gehört, nie verlassen dürfen. Klar: Barcelona, Chelsea, Inter und Besiktas sind eben Versuchungen, denen man nicht so leicht widerstehen kann. So richtig zur Entfaltung kommt er aber nur im Estádio do Dragão. Erst hatte Quaresma so seine Probleme, in Julen Lopeteguis Porto de luxe seinen aufmüpfigen Stil durchzubringen, der am Ende ein Spiegel seines eigenen Charakters ist. Mit Brahimi und Tello ist die Konkurrenz auf den Flügeln auch nicht schwach, aber am Ende rückt die Zeit alles zurecht. Auf dem Platz ist eben immer Platz für Genies wie Quaresma, der in den letzten Monaten seine Magie wiedererlangt und damit bewiesen hat, dass er für Porto viel mehr ist als nur ein Ersatzmann. Er ist die Lösung für die größten Probleme. Wenn auf den ersten Blick keine Räume verfügbar sind, schafft Quaresma welche. Wenn seine Mannschaft ideenlos ist, gibt er ihr den entscheidenden Impuls. Wenn die Truppe leicht verängstigt ist, zieht er sie aus dem Strudel wieder zurück ins Licht. Heute ist Quaresma 31 Jahre alt. Es scheint fast unmöglich, ihn noch mal für einen anderen Klub auflaufen zu sehen. Aber warum auch? Porto und Quaresma sind füreinander geboren, das konnte man zuletzt auf dem Platz beobachten. Frag nach bei den Fans, die ihr Genie lieben.

Top 10: Das sind die besten deutschen CL-Torschützen

Top 10: Das sind die besten deutschen CL-Torschützen

Juventus Turin: Vidal? Ein besonderer Brocken!

Von Marco Degl’Innocenti, Ex-Gazzetta dello Sport

Juventus Turin steht im Viertelfinale, das ist eine tolle Nachricht für den italienischen Fußball! Ich bin überrascht, dass sie sich vom Ergebnis her so deutlich durchgesetzt haben gegen Borussia Dortmund und nun unter den letzten acht stehen. Damit ist für Juventus allerdings auch das Maximum erreicht. Jetzt kommt in jedem Fall schon eine sehr starke Mannschaft auf sie zu – und wir dürfen eines nicht vergessen: Es war in erster Linie Dortmunds Schwäche und nicht die eigene Stärke, die das Weiterkommen ermöglicht hat. Was man Juve zugutehalten muss: Sie haben einen sehr guten Rhythmus gefunden, sie haben Schnelligkeit in ihrem Spiel. Das ist einigermaßen ungewöhnlich für italienische Mannschaften. Einer stabilen Defensive haben sie ein hervorragendes Umschaltspiel hinzugefügt, aber sie wurden eben auch gelassen… Genau davon dürfen sie sich nicht blenden lassen, sie dürfen sich nicht überschätzen. Und sie haben einen Spieler dabei, der sie mitreißt, der unangenehm ist für den Gegner: Arturo Vidal. Das ist ein harter Brocken mit vielen Fähigkeiten. Auch gegen Dortmund hat er sich früh sehr viel Respekt verschafft und blieb immer präsent. Das ist jemand, der eine zentrale Rolle einnimmt, neben ihm entwickelt sich aber auch ein Tevez wieder richtig gut, auch ein Morata! Und wenn Pogba zurückkommt, ist vielleicht doch etwas möglich…

AS Monaco: Wenn einer trifft, dann Berbatow

Von Jean-Charles Sabattier, Canal+

Das ist schon eine komische Saison für den AS Monaco! Nachdem man sich im Sommer von Claudio Ranieri getrennt hatte, ging es eher durchschnittlich los, die Ergebnisse waren durchwachsen. Einzig: Man kassierte keine Gegentore, es gab einen Monaco-Catenaccio. Und als dann auch vorne etwas ging, sprach plötzlich niemand mehr von Falcao oder James Rodriguez, die vor der Saison abgegeben wurden. Es wurde auch relativ schnell klar: Wenn vorne etwas geht, dann durch Dimitar Berbatow. Der Mann hat ein besonderes Gespür für die Situationen vor dem Tor. Er hat die Erfahrung, ist natürlich auch nicht mehr der jüngste. Aber Trainer Leonardo Jardim macht es sehr clever, er stellt Berbatow nicht drei Spiele hintereinander jeweils 90 Minuten lang auf. Er gibt ihm Pause, lässt ihn regenerieren und bringt ihn in den wichtigen Momenten. Das funktioniert sehr gut. Es läuft inzwischen prächtig bei Monaco, viele sprechen schon von dem besonderen Geist, der auch 2004 geherrscht hat. Damals ist man relativ unbeachtet durch die Champions League gezogen, erst im Finale war Schluss gegen Porto. Ob das wieder gelingt? Ein bisschen ist vielleicht noch drin, wenn jetzt nicht der FC Bayern aus dem Lostopf gezogen wird. Denn die Defensive steht zwar nach wie vor gut, gegen die FCB-Stars aber wird es nicht reichen.

Paris Saint-Germain: Ibrahimovic, der Super-Boss

Von Jean-Charles Sabattier, Canal+

Potentielle Gegner des FC Bayern im CL-Viertelfinale: Lionel Messi, Mario Mandzukic, Zlatan Ibrahimovic und Cristiano Ronaldo (v.l.).

Zum ersten Mal seit dem Einstieg der Kataris haben wir das Gefühl, dass bei Paris SG eine Mannschaft auf dem Platz steht! Nach dem Spiel gegen Chelsea feierte man in Frankreich zwei wichtige Erkenntnisse: Zum einen ist Paris zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale der Königsklasse, zum anderen, und das ist viel wichtiger, ist die leidige Diskussion beendet, diese Mannschaft könne nur mit Zlatan Ibrahimovic erfolgreich sein. Es ist, als wäre eine Last von den übrigen Spielern abgefallen, sie blühen richtig auf. Sie haben einen großen Schub an Selbstvertrauen gewonnen, weil sie aus dem Schatten von Super-Boss ­Ibra herausgetreten sind. Natürlich ist der Schwede unheimlich wichtig für die Mannschaft und alle hoffen, dass er nicht gesperrt wird für die beiden Viertelfinalspiele. Selbst José Mourinho hat das so geäußert! Die neue Stärke seine Nebenleute könnte auch ihm guttun – und damit die gesamte Mannschaft beflügeln! Was das bedeutet? Paris spielt mit einer ähnlichen Philosophie wie der FC Bayern. Man will den Ball in seinen Reihen halten und dann seine Raketen losschicken. Bei Paris sind das Lavezzi und Cavani. Ich würde gern sehen, wie sich PSG gegen den FCB schlägt. Man wäre der erste echte Gegner nach dem VfL Wolfsburg.

lop, mic

Rubriklistenbild: © dpa/AFP/fw

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