"Muss im Alter auf meinen Körper hören"

Pizarro: Bin fit für die Bayern!

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Claudio Pizarro.

Bremen - Neun Jahre sind eine lange Zeit. Claudio Pizarro fühlt sich dem FC Bayern verbunden – aber er wartet seit seiner Rückkehr nach Bremen noch auf sein erstes Tor.

Gegen die Ex-Kollegen wäre am Samstag (15.30 Uhr) eine gute Gelegenheit.

Herr Pizarro, eine turbulente Woche liegt hinter Ihnen…

Pizarro: Das stimmt. Ich bin erst am Donnerstag zurückgekommen von der Nationalmannschaft, von einer langen Reise, mit einem langen Flug. Richtig trainiert habe ich also kaum vor dem Spiel am Samstag. Ein bisschen Fahrradfahren, ein bisschen Behandlung.

Und die Länderspielreise war auch nicht sonderlich erfolgreich für Sie. Nach dem 0:2 gegen Kolumbien wurden Sie als „schwangere Schildkröte“ bezeichnet, beim 3:4 gegen Chile saßen Sie 90 Minuten auf der Bank.

Pizarro: Und trotzdem sage ich: Die Reise hat sich gelohnt. Wann immer die Nationalmannschaft lockt und ich fit bin, muss man dem Ruf folgen. Es ist für mich immer eine Ehre, für mein Land aufzulaufen. Auch heute noch. Die letzten beiden Spiele waren nun nicht so gut für mich, die Mobilität hat mir etwas gefehlt. Aber die wird wiederkommen.

Sie werden also auch in Zukunft die Strapazen auf sich nehmen? In Bremen kam die lange Reise nicht so gut an.

Pizarro: Ich werde weiter für die Nationalmannschaft auflaufen. Allerdings ist klar, dass ich in meinem Alter auf meinen Körper hören muss.

Haben Sie aktuell denn Fitness-Defizite?

Pizarro: Nein. Eigentlich fühle ich mich richtig gut. Aber man darf nicht vergessen, dass ich den Sommer über alleine trainiert habe. Da braucht es ein bisschen, bis man sich wieder gewöhnt.

Ein paar Minuten gegen Bayern wären drin?

Pizarro: Ja klar. Nicht nur ein paar. Es wäre schön, wenn ich gegen meine Ex-Kollegen auflaufen dürfte. Das ist schon immer etwas Besonderes.

Haben Sie besondere Erinnerungen?

Pizarro: Viele. Aber am liebsten denke ich an das Spiel zurück, das wir mit Bremen 5:2 gewonnen haben. Da habe ich ein Tor geschossen.

2001 haben Sie beim Sieg in München zwei Mal getroffen – danach wollten die Bayern Sie haben.

Pizarro: Stimmt. Das war noch im Olympiastadion. Da habe ich ganz gute Werbung für mich selbst betrieben. Es hat sich also gelohnt, die Bayern abzuschießen (lacht).

Wissen Sie eigentlich, wie oft Sie schon gegen Bayern gespielt haben?

Pizarro: Bestimmt schon zehn Mal.

14 Mal.

Pizarro: Oh, Wahnsinn. Dann stehe ich womöglich vor einem kleinen Jubiläum (lacht).

Wenn man die Form der Bayern sieht, aber wohl nicht vor einem erfreulichen.

Pizarro: Das wird man sehen. Die Mannschaft ist schon sehr gut drauf im Moment. Und ich muss sagen: Ich freue mich auch immer, wenn die Bayern gewinnen. Aber eben nicht gegen uns. Es wäre doch toll, wenn wir sie als Erster schlagen könnten.

Für wen sind eigentlich Ihre Kinder?

Pizarro: Oh. Die frage ich besser nicht (lacht). Sie mögen Bremen, wir fühlen uns alle wohl hier. Aber Bayern sind sie eben besonders verbunden.

Sie wurden bei Ihrer Ankunft frenetisch gefeiert, die Begeisterung ist etwas abgeebbt. Ein Tor haben Sie noch nicht geschossen, zuletzt hörte man auch kritische Töne.

Pizarro: Damit kann ich umgehen. Und ich sage Ihnen etwas: Die Leute haben mich gefeiert, weil sie sich einfach gefreut haben, dass ich wieder da bin. Und nicht weil sie dachten, dass ich der Heilsbringer bin. Man weiß hier, dass ich Qualität und Erfahrung habe. Aber man weiß auch, dass ich nicht alles alleine besser machen kann. Ich bin hier, um mit der Mannschaft Erfolg zu haben. Und dabei will ich helfen – auch gegen die Bayern.

Interview: Hanna Schmalenbach

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