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Tolisso-Drama beim FC Bayern: „Am Boden zerstört, fertig mit der Welt“

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Von: Alexander Kaindl

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Corentin Tolisso hat sich wieder einmal verletzt. Julian Nagelsmann, Trainer des FC Bayern München, erklärt die aktuelle Situation.

München - Der FC Bayern München* geht in die finalen Wochen der Saison. Ein Spieler wird dabei aber fehlen: Corentin Tolisso. Am Samstag war er gegen Freiburg eingewechselt worden, nur rund 20 Minuten später war er aber schon wieder draußen. Er war damit sogar am Münchner Wechsel-Chaos beteiligt.

Corentin Tolisso
Geboren: 3. August 1994 (Alter 27 Jahre), Tarare, Frankreich
Zentrales Mittelfeld
Vertrag beim FC Bayern bis: 30. Juni 2022
Marktwert: 15 Millionen Euro

Corentin Tolisso wieder verletzt: Leidenszeit beim FC Bayern München geht weiter

Trainer Julian Nagelsmann hatte zunächst angenommen, dass er Magenprobleme hatte und deshalb sofort in die Kabine geeilt war. Der wahre Grund war aber ein anderer. Einer, der das schnelle Verschwinden des Franzosen ganz simpel erklärt: Tolisso hatte sich wieder einmal verletzt und wollte einfach nur so schnell wie möglich vom Platz, weg vom Fußball, weg von den Kameras.

„Ich dachte tatsächlich, dass er Magenprobleme hat. Ich habe es im Spiel und danach gar nicht mitgekriegt“, gab Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen Villarreal zu. „Ich habe erst in München erfahren, dass er einen Faserriss hat. Als es im Spiel passiert ist, hat er noch fünf, sechs Minuten gespielt. Dann ist er von alleine rausgegangen, weil er am Boden zerstört war. Er ist fertig mit der Welt, ich glaube, das ist auch verständlich aus sportlicher Sicht.“

FC Bayern München: Corentin Tolisso und seine Verletzungen

Rückblick: Seit seiner Ankunft im Jahr 2017 hat es Tolisso beim FC Bayern sehr schwer. Immer wieder warfen ihn Verletzungen aus der Bahn. Ein Blick in die Krankenakte: Kreuzbandriss 2018, Knöchel-OP 2020, muskuläre Probleme 2020, Sehnenriss 2021, Wadenprobleme 2021, zwei Corona-Infektionen 2021. Anfang 2022 kehrte der Mittelfeldspieler dann zurück, war zeitweise sogar Stammspieler, überzeugte mit guten Leistungen.

Dann der nächste Schock: Im Heimspiel gegen Fürth blieb Tolisso liegen. Er hämmerte wütend auf den Boden, schrie seinen Frust heraus, war außer sich - weil er wusste, dass er sich wieder einmal verletzt hatte. Gerade jetzt, wo es lief. Gerade jetzt, wo er so gute Argumente für einen neuen Vertrag beim FC Bayern oder eine andere Top-Adresse gesammelt hatte. Gerade jetzt fehlte Tolisso wieder einmal. Vom Muskelfaserriss im Februar erholte er sich schnell, spielte Anfang April in Freiburg wieder. Ehe es dann wieder schnalzte und er eilends das Spielfeld verließ.

Bitterer Moment: Corentin Tolisso vom FC Bayern München musste gegen Fürth früh verletzt ausgewechselt werden. Trainer Julian Nagelsmann tröstete ihn.
Bitterer Moment: Corentin Tolisso vom FC Bayern München musste gegen Fürth früh verletzt ausgewechselt werden. Trainer Julian Nagelsmann tröstete ihn. © IMAGO / ActionPictures

Corentin Tolisso in der französischen Heimat: „Versucht, da ein bisschen auf andere Gedanken zu kommen“

Nagelsmann weiter: „Er hat viele Muskelfaserrisse gehabt in den letzten Monaten und Jahren, sehr viele Ausfalltage, auslaufender Vertrag. Das ist eine nicht ganz so leichte Situation für einen Spieler. Es tut mir sehr leid für ihn.“

Tolisso ist nicht mit nach Villarreal gereist, trotzdem hat er München verlassen. „Er ist jetzt in Frankreich und versucht, da ein bisschen auf andere Gedanken zu kommen, um neue Kraft und neuen Mut zu schöpfen“, betont Nagelsmann. Tolisso stammt aus Lyon, wurde zuletzt schon mit einem Wechsel zu seinem Heimatverein Olympique in Verbindung gebracht. Ob sich der 27-Jährige aktuell mit einem neuen Verein beschäftigt, ist unklar. Vielleicht möchte er gerade auch einfach nur möglichst viel Abstand zum Fußball haben - wer möge es ihm nach den etlichen Rückschlägen verdenken. (akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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