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Corona-Folgen bei Kimmich: Lauterbach äußert sich mit eindringlicher Botschaft

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Von: Patrick Mayer

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Im Corona-Fokus: Joshua Kimmich vom FC Bayern.
Im Corona-Fokus: Joshua Kimmich vom FC Bayern. © MIS

Joshua Kimmich muss wegen der Folgen einer Corona-Infektion noch Wochen pausieren. Karl Lauterbach wendet sich bei Twitter an den Star des FC Bayern.

München - Joshua Kimmich vom FC Bayern hat mit den Folgen einer Corona-Infektion zu kämpfen. In einer Pressemitteilung des deutschen Bundesliga-Rekordmeisters berichtete der Nationalspieler von leichten Infiltrationen in der Lunge. Rund um das Heimspiel der Bayern gegen den FSV Mainz 05 (2:1) erzählte Coach Julian Nagelsmann, dass der Mittelfeldmann nun ein Aufbautraining absolvieren müsse wie ein Fußballer, der vier Wochen ausgefallen sei.

Joshua Kimmich: FC-Bayern-Star hat mit Corona-Folgen zu kämpfen

Ausgerechnet Joshua Kimmich. Der Schwabe hatte für viel Wirbel gesorgt, als er vor Wochen in einem Sky-Interview öffentlich erzählte, dass er nicht gegen das Coronavirus geimpft sei. Auch jetzt steht der 26-Jährige wieder gehörig im Fokus. Wegen seiner kommunizierten Folge-Beschwerden schlagen Mediziner und Wissenschaftler Alarm.

„Die Bayern haben ‚eine leichte Infiltration’ bekannt gegeben, um nicht genau sagen zu müssen, was exakt dahintersteckt. Es gibt eine Reihe von Corona-Folgen, oft eine Lungenentzündung, die dann eine Infiltration zur Folge hat. In der Regel handelt es sich um Flüssigkeit, in knapp 80 Prozent der Fälle als Reaktion auf entzündliche Prozesse - hier nach der Immunreaktion in Folge von Covid-19. Die Folge der Infiltration ist, dass das Lungenvolumen nicht mehr maximal zur Verfügung steht. Der Körper reagiert auf die Infiltration, also ist eine Entzündung zu erwarten. Das kann bei zu früher Belastung zu massiven Folgen führen – bis hin zur Entzündung des Herzmuskels“, erklärte der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln der Bild.

Joshua Kimmich: Viel Corona-Wirbel um Star des FC Bayern München

Und Prof. Dr. Martin Halle, der Ärztliche Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin an der TU München, sagte im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel: „Ich sehe jeden Tag Leute, die sagen: Ich komme nicht mehr richtig auf die Beine. Ich habe immer noch Muskelschmerzen. Ich kann nicht mehr an meine Leistungsfähigkeit anknüpfen. Ich kann mich nicht richtig konzentrieren. Auch nach drei oder sechs Monaten noch. Das betrifft Freizeitsportler genauso wie Profis. Für Letztere kann es das Karriereende bedeuten.“ Jetzt äußerte sich auch der neue Gesundheitsminister zur Causa Kimmich: Karl Lauterbach von der SPD.

Der Corona-Experte formulierte (einmal mehr) eine deutliche Botschaft - und nannte den Mittelfeldstrategen des FC Bayern München als Beispiel für Profisportler, die eine Infektion nicht gut wegstecken. „Ich wünsche Joshua Kimmich schnelle und vollständige Genesung. Es ist leider immer noch zu wenig bekannt, dass auch junge sportliche Menschen länger andauernde, manchmal chronische Verläufe haben“, schrieb Lauterbach bei Twitter: „Das müssen wir auch in die Vereine kommunizieren.“ Zur Einordnung: Der Münchner ist nicht der einzige Bundesliga-Profi, der mit den Folgen einer Ansteckung zu kämpfen hat.

Im Video: Experte - Bayerns Kimmich hat ohne Corona-Impfung seine Karriere aufs Spiel gesetzt

Bei Torwart Rune Jarstein von Hertha BSC war nach einer Corona-Infektion eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert worden. Freiburgs Jonathan Schmid musste nach einer Ansteckung sogar mehrere Monate aussetzen. Jetzt muss sich Kimmich wieder an sein altes Leistungslevel heranarbeiten. (pm)

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