Doppelrolle beim FC Bayern

Danny Schwarz: Zwischen Büro und Fußballplatz

„Es macht riesig Spaß“: Mittlerweile hat sich Ex-Profi Danny Schwarz auch mit dem Büroalltag angefreundet. Foto: duit

München – Danny Schwarz spielte als Profi bei den drei großen Münchner Fußballvereinen FC Bayern, TSV 1860 und SpVgg Unterhaching. Jetzt, nach seinem Karriereende, nimmt Schwarz beim Rekordmeister eine ungewöhnliche Doppelrolle ein.

Es gibt sie, diese Leute. Diese Leute, die beim FC Bayern an der Säbener Straße einfach zum Inventar gehören. Unterteilbar sind sie in zwei Spezies: Da gibt es einerseits die Personen, die immer in Trainingskleidung angetroffen werden können, die Gerlands des Bayern-Kosmos; dem gegenüber steht die Gruppe an Leuten, die stets in schicker Bürokleidung unterwegs sind, die Rummenigges und Hopfners. Danny Schwarz fällt gewissermaßen in beide Kategorien.

Seit seinem verletzungsbedingten Karriereende im Jahr 2012 arbeitet der Ex-Profi gleichzeitig als Co-Trainer der A-Junioren und als Mitarbeiter des FCB KidsClub – einem Vereinsangebot für sechs- bis zwölfjährige Bayern-Fans, die dort die Gelegenheit bekommen, Bundesligaspiele zu besuchen oder an anderen Events teilzunehmen. Ein durchaus ungewöhnliches Betätigungsfeld für einen Ex-Profi; zieht es diese doch normalerweise eher in Bereiche, die enger mit dem sportlichen Geschehen verknüpft sind.

Zu der Doppeltätigkeit beim FC Bayern kam Schwarz recht zufällig: Nach seinem Karriereende plante er, eigentlich eine Ausbildung bei der Allianz zu absolvieren, „aber am letzten Tag, bevor ich da zugesagt habe, kam der FC Bayern auf mich zu und sagte, dass eine Kooperation mit der BAW gestartet wurde und ob das nicht was für mich wäre“, erinnert sich der ehemalige Mittelfeldspieler. An der BAW, der bayerischen Akademie für Werbung und Marketing, absolvierte Schwarz dann eine Sportmarketingausbildung – als praktischer Teil war ein Schnelldurchlauf der Abteilungen des FC Bayern geplant. „Irgendwie bin ich aber im KidsClub hängengeblieben“, blickt Schwarz zurück, „da war einfach viel Bedarf.“

Über 28 000 Kinder müssen betreut werden. „Alles Organisatorische fällt auch unter meinen Aufgabenbereich“, erklärt Schwarz, der sich im KidsClub rundum wohlfühlt. „Es ist optimal“, schwärmt er und rührt in seinem Cafe Latte. In einigen Minuten muss er raus auf den Platz zum Training der A-Junioren. Dann tauscht er den Cafe Latte gegen die Trinkflasche ein. „Es ist manchmal schon stressig, wenn man zwischen Büro und Trainingsplatz hin und her pendelt“, gesteht der 39-Jährige, „aber es macht riesig Spaß.“

Nur der Einstieg in den Büroalltag war für Schwarz nicht einfach, wie sich sein Chef Peter Hauck mit einem Schmunzeln erinnert: „In der ersten Woche war es ab und zu noch so, dass Danny einfach aufstehen musste, weil er es gewohnt war, sich mehr zu bewegen.“ Mit seiner Bodenständigkeit, für die er schon als Profi bei Unterhaching, dem TSV 1860 sowie der „Zweiten“ des FC Bayern bekannt war, ist Schwarz der Umstieg am Ende jedoch nicht schwergefallen.

Aber trotz allem – am wohlsten fühlt sich Schwarz weiterhin auf dem Platz: „Ich freue mich immer, wenn es rausgeht an die frische Luft“, gesteht er. Die Trainingskleidung hat also noch einen kleinen Beliebtheits-Vorsprung. Eine Anstellung als Bundesligatrainer strebt Schwarz wegen des damit verbundenen Vagabundenlebens aber nicht an: „Ich möchte in München Wurzeln schlagen und vielleicht mal selbst ein Juniorenteam übernehmen.“ Aber zuerst müssen am PC noch einige KidsClub-Neuanmeldungen registriert werden.

Nino Duit

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