Hans Kessler

Darmstadts Ex-Präse: "Schickimicki? Nein danke!"

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Hans Kessler 2012 bei seiner Verabschiedung als Präsident von Darmstadt 98.

Darmstadt - Hans Kessler ist ehemaliger Präsident des SV Darmstadt 98. Er war maßgeblich am Durchmarsch des Klubs von der Ober- bis in die Bundesliga beteiligt. Die tz traf ihn zum Interview.

Herr Kessler, was machen Sie am Samstag um 15.30 Uhr? 

Kessler: Ich bin hier in Belek in der Türkei und werde vor dem Fernseher sitzen. Und ich werde darauf hoffen, dass dieses Spiel übertragen wird.

Sie sind in der Türkei? Dann muss die Urlaubsplanung wohl vor dem Bundesligaspielplan fix gewesen sein.

Kessler: So ungefähr. Die Urlaubsplanung legt bei uns meine Frau fest. Und wenn Sie sie kennen würden, dann wüssten Sie: Da gibt es keinerlei Spielräume. Aber im Ernst: Ich war jetzt gerade drei Wochen in British Columbia zum Lachsfischen, danach hat die Frau natürlich ein Recht darauf, dass ich ihr ein paar Tage widme.

Hätten Sie denn generell gedacht, dass es noch mal ein Pflichtspiel zwischen dem SV Darmstadt 98 und Bayern München geben wird?

Kessler: Nein. Das wäre ja vermessen gewesen. Dass es sich seit 2007 in diese Richtung entwickelt hat, ist für alle überraschend, selbstverständlich auch für mich. Beim Benefizspiel haben wir noch gesagt, wie schön es wäre, wenn es auch irgendwann mal wieder um Punkte ginge. Aber das war auf der Ebene der Utopie gesagt.

Was empfinden Sie denn nun dabei?

Kessler: Natürlich empfinde ich Stolz. Das sage ich auch ohne Umschweife. Trotz aller Bescheidenheit, die uns ja in Darmstadt noch immer auszeichnet, ist man stolz – und auch in freudiger Erwartung, was da nun alles auf uns zukommt. Wenn sich ein Verein in sieben Jahren von der Oberliga bis in die Bundesliga hineinentwickelt, dann hat es ja auch nicht nur mit Glück zu tun. Es ist ein alter Spruch, aber dieses Glück muss man sich erarbeiten.

Warum genau haben Sie dann aufgehört? Hat da Ihre Frau ein Wörtchen mitgeredet?

Kessler: Nein, nein (lacht). Das hatte ganz andere Gründe. Es war so, dass es nie mein Lebenstraum war, Präsident eines Fußballvereins zu werden. Da bin ich reingestolpert, ohne zu ahnen, was auf mich zukommt. Das war 2007, 2008, als der Verein sportlich wie wirtschaftlich vor dem Aus stand. Das war damals ein Projekt des ehemaligen Bürgermeisters Walter Hoffmann, der meinte, dass so ein Stück Kulturgeschichte erhalten bleiben muss. Der SV Darmstadt 98 habe einfach eine zu große Tradition. Er hatte damals ein Team zusammengestellt von Leuten, denen zugetraut wurde, das wieder hinzukriegen. Und so bin ich seinerzeit dazu gekommen.

Und heute geht es dem Verein wieder ziemlich gut. Haben Sie Angst, dass Darmstadt 98 noch einmal in so eine Schieflage geraten könnte?

Kessler: Angst ist das falsche Wort. Aber wir sollten nicht das verlieren, was uns stark gemacht hat. Ich meine damit, dass aus Darmstadt keine Schickimicki-Veranstaltung werden darf. Uns zeichnet Bodenständigkeit aus, Ehrlichkeit. Wir gehen die Dinge solide und handwerklich an. Das darf uns nicht verloren gehen. Und die meisten Fehler passieren nun mal meistens im Erfolg. Aber ich habe keine Angst, weil meine Nachfolger mit Rüdiger Fritsch an der Spitze das ganz exzellent machen. Sie werden dafür sorgen, dass die Erdung nicht verloren geht.

Und somit vielleicht in Zukunft in einem neuen Stadion Jahr für Jahr der FC Bayern empfangen wird?

Kessler: Das weiß ich nicht. Und da eine Prognose abzugeben – auf dieses Parkett werde ich mich nicht begeben (lacht).

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