So sieht künftig der Acht-Stunden-Tag der Bayern-Profis aus

Das Klinsi-Prinzip

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Das wird nicht die letzte ungewohnte Übung für die Profis sein.

Jürgen Klinsmanns hat gerade erst seine Arbeit beim FC Bayern aufgenommen – doch schon jetzt ist an der Säbenerstraße jedem klar: Hier wird alles anders.

Klinsmann wird alles umbauen, alles hinterfragen, um es möglicherweise zu verändern. Es ist eine kleine Revolution, das Prinzip Klinsmann.

Optisch auf dem Trainingsgelände, wo Couch-Oasen, fernöstliches Ambiente mit Buddha-Statuen auf und im neuen Spielertrakt für Wohlbefinden sorgen sollen. Im personellen Bereich durch das Aufstocken des Betreuer-Teams. Und in der Mannschaft, wo die Spieler die größte Veränderung zu spüren bekommen: Klinsmann führt den Acht-Stunden-Tag ein.

Doch genau das ist es, was Uli Hoeneß gesucht hat: Jemanden, der sich nicht mit Gegebenem abfindet, der verkrustete Strukturen aufreißt. Hoeneß weiß: Alle paar Jahre ist so ein Umbruch nötig. „Jürgen ist ein Querdenker, der neue Wege geht, eine eigene Meinung hat und progressiv denkt.“ Was das bedeutet, bekommen die Bayern gerade zu spüren.

Denn nun hat Klinsi das Kommando übernommen. Von der Organisation der Geschäftsstelle, über den Neubau für die Profis, bis hin zur Jugendarbeit – Klinsmann nimmt auf alles Einfluss. Doch der ehemalige Bundestrainer will nicht einfach nur autoritär bestimmen, er will versuchen, seine Spieler vom Nutzen des Acht-Stunden-Tages zu überzeugen.

Trainingsauftakt beim FC Bayern München

Trainingsauftakt beim FC Bayern München © sampics
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Offiziell lässt sich Jürgen Klinsmann erst beim Training blicken - durchs Fenster ist aber schon vorher ein Blick zu erhaschen. © sampics
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Es ist so weit! Der neue Bayern-Trainer erklärt seinen Spielern, was er sich von ihnen erwartet. © dpa
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Die Körpersprache zeigt: Klinsi will, dass es aufwärts geht mit dem FCB. © dpa
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Der neue Bayern-Coach zeigte sich sportlich, aber adrett gekleidet auf dem Platz. © dpa
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Der Coach und sein Ersatztorwart: Jürgen Klinsmann und Hans-Jörg Butt. © dpa
Klinsmann macht einen entschlossenen Eindruck. © dpa
Viele Stars fehlen natürlich noch. Mark van Bommel, Christian Lell und Andreas Ottl (v.l.) stehen aber schon parat. © sampics
Ein Teil des neuen Teams Klinsmann: Torwarttrainer Walter Junghans (l.) und Assistenztrainer Martin Vasquez (r.). © sampics
Jürgen Klinsmann hat nichts verlernt. Am Ball nicht ... © sampics
... und auch grinsen ... © sampics
... und flachsen kann Klinsi noch par excellence. © sampics
Jürgen Klinsmann auf dem Bayern-Trainingsplatz - noch ist es ein ungewohnter Anblick. © sampics
Aber bald wird es Gewohnheit sein. © sampics
Der Tüftler wird auch den Routiniers (hier Hans-Jörg Butt) noch einiges zeigen können. © sampics
Verleiht er den Spielern sogar Flügel? © sampics
Die europäische Spitze wartet. © sampics

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Klinsmanns neue Wohlfühl-Oase

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Seine Einstellung: Wenn die Profis merken, dass sie selber sich durch eine Maßnahme des Trainers verbessern, dann nehmen sie diese gerne an.

Klinsmann selbst hat die Erfahrung gemacht, wie schlimm es für einen Spieler ist, wenn er Dinge vom Trainer aufgezwungen bekommt, nur weil der sie für sinnvoll erachtet.

So wurde Klinsi in seiner Zeit in Italien (wo der Acht-Stunden-Tag selbstverständlich ist) vom Trainer gezwungen, einen Mittagsschlaf zu halten. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Mittagsschlaf gemacht“, klagte Klinsi damals. Er musste trotzdem.

Und das war nicht das einzige Problem: Weil Klinsi acht Stunden auf dem Trainingsgelände mehr oder weniger eingesperrt war, langweilte er sich zu Tode. Das Problem: Die Spieler mussten vor Ort sein, hatten aber nichts zu tun. Also warteten sie nur darauf endlich wieder nach Hause zu fahren.

Diesen Fehler will Klinsmann beim FC Bayern nicht begehen. Sein Plan: Jeder Tag wird für jeden Spieler individuell gestaltet. Jeder soll genau das tun, was für ihn gerade am Besten ist: im Kraftraum trainieren, vor dem Fernseher entspannen, Playstation spielen, Autogramme schreiben, schlafen oder auch nach Hause gehen.

Denn der Tag der Profis kann auch mal nur drei Stunden dauern – wenn es für den Spieler vielleicht gerade wichtig ist abzuschalten und etwas mit der Familie zu unternehmen. Aber der Tag kann eben auch zehn Stunden dauern, wenn gerade viel auf dem Programm steht.

Das Wichtigste jedenfalls ist: Der Tag muss mit Inhalt gefüllt sein. Mit Inhalt, der für die Profis nachvollziehbar ist.

Bleibt die Frage, ob die Profis dieses Klinsi-Prinzip aufnehmen. Bei Muster-Profis wie van Bommel, Zé Roberto oder Lucio ist das gut vorstellbar. Bei Ribéry oder Toni könnte es schwierig werden.

Das ist Klinsmanns neue Wohlfühl-Oase

Das ist Klinsmanns neue Wohlfühl-Oase © sampics
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Die Dachterrasse auf dem neuen Spielertrakt © sampics
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Die neue Spielerlounge mit Terrasse. Hier war früher der Fanshop © sampics
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Wellness mit Sofalandschaft und Tischtennisplatten – so schafft man einen Acht-Stunden-Tag © sampics
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José Ernesto Sosa und Breno schauen sich die Umbauten von oben an. © sampics

Quelle: tz

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