Italiener ab Juli für drei Jahre in München

Das ändert sich beim FC Bayern unter Ancelotti

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Carlo Ancelotti heuert ab Juli 2016 beim FC Bayern an. 

München - Pep geht und Carletto kommt. Der FC Bayern hat Carlo Ancelotti als Nachfolger von Pep Guardiola bekannt gegeben. Folgende Auswirkungen könnte der Trainerwechsel haben.

Zum Abschluss des Kalenderjahres 2015 hat der FC Bayern seine personelle Weichenstellung verkündet. Mit Ende der aktuellen Spielzeit verlässt Pep Guardiola den deutschen Rekordmeister. Seinen Nachfolger haben die Bayern gleich mit bekannt gegeben. Ab Juli 2016 schwingt Carlo Ancelotti das Zepter in München. Ein Weltklasse-Trainer geht und ein anderer kommt. Künftig weht an der Säbener Straße ein frischer Wind. 

Das sind die Unterschiede zwischen den beiden erfolgreichen Übungsleitern. 

Ballbesitz kein Muss unter Ancelotti

Der Spielstil von Pep Guardiola ist klar auf Ballbesitz ausgerichtet. Unter dem Katalanen haben sich die Münchner zu wahren Passmaschinen entwickelt. In der Champions League sind die Bayern unter der Ägide des Katalanen bis zu 64 Prozent am Ball. Real Madrid hingegen kam während der Amtszeit Ancelottis nur auf 50 Prozent Ballbesitz. Belagerungen des gegnerischen Strafraums wie beim Handball sind unter Ancelotti nicht in dem Ausmaß zu erwarten, wie es der FC Bayern derzeit unter der Ägide des Spaniers ausübt. 

Größerer Fokus auf Defensivverhalten - schnelles Umschaltspiel

Ein weiteres Markenzeichen von Guardiola ist das hohe Pressing, das der Katalane seine Mannschaften ausüben lässt, um nach Ballverlust umgehend das Spielgerät wieder zu gewinnen. Ancelottis Spielweise auf der anderen Seite ist deutlich defensiver orientiert. Das soll nicht heißen, dass der Italiener in Catenaccio-Manier verteidigen lässt, sondern, dass seine Mannschaften etwas tiefer stehen. Bei Ballgewinn forciert der 56-Jährige ein schnelleres Umschaltspiel und will, dass die flinken Außenbahnspieler in die sich bietenden Räume hineinstoßen. Den Bayern-Fans ist die 0:4-Niederlage gegen Real Madrid aus dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League vom April 2014 wohl noch in bester Erinnerung. 

Ruhepol Ancelotti

Die Bilder von Derwisch Guardiola an der Seitenlinie der Münchner haben sich in den Kopfen eingebrannt. Gestenreich dirigiert er am Spielfeldrand. Der Katalane steht komplett unter Strom. Ancelotti ist ein deutlich ruhigerer Vertreter seiner Zunft. Bei Unzufriedenheit über die Spielweise seiner Elf oder über den Spielverlauf malträtiert er ausschließlich seinen Kaugummi. Im Gegensatz zu Pep bringt "Carletto" bereits ein wenig bayerische Gemütlichkeit mit in die "nördlichste Stadt Italiens". 

Mit Spaß zum Erfolg - Sehr gutes Verhältnis zu seinen Spielern

Mit den Worten: "Dieses Jahr läuft jeder nur so wie ich es will", soll Pep Guardiola zu Beginn dieser Spielzeit die Bayern-Stars eingeschworen haben. Der Katalane gibt die Richtung vor und jeder muss folgen. Auch Ancelotti ist eine Autoritätsperson. Er fordert Respekt ein, zollt ihn aber auch seinen Spielern. Deshalb wird der Italiener von seinen Aktiven sehr geschätzt. „Als er ging, waren alle traurig – auch die, die nicht gespielt haben und Grund gehabt hätten, ihn dafür zu kritisieren. Es fiel kein negatives Wort über ihn. Das ist außergewöhnlich“, hatte Real-Star Toni Kroos zuletzt in der Zeit über Ancelottis Abschied gesagt.

Selbst Superstar Cristiano Ronaldo hatte sich am Ende der letzten Spielzeit für einen weiteren Verbleib für Ancelotti ausgesprochen. Als der 56-Jährige nach Madrid wechselte hatte der Portugiese einen harten und arroganten Trainer erwartet, wurde jedoch eines besseren belehrt. "Er ist wie ein großer Bär, ein genialer Typ, sehr sensibel. Er sprach täglich mit uns, nicht nur mit mir, sondern mit allen", teilte der amtierende Weltfußballer kürzlich mit. 

Und Alvaro de la Rose, Experte für Ancelottis Ex-Club Real Madrid bei der spanischen Zeitung "As", verriet der tz: "Er war ein Trainer, der nicht nur die schwierigste Kabine der Welt gezähmt, sondern es obendrein noch geschafft hat, dass diese Mannschaft ihn vergötterte. Der Italiener gehört jener Trainerschule an, die nicht allzu viel von der Peitsche hält. Während seiner Zeit bei Parma und Reggina traf er sich mit seinen Spielern zum Pizza essen. Und als er dann zu Madrid kam, verschwand der militärische Mourinho-Ton und machte Platz für gute Laune."

Zweites Comeback von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt?

Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Pep Guardiola waren nicht die besten Freunde - das ist kein Geheimnis. Letzten April erfolgte der große Knall. Müller-Wohlfahrt und sein gesamtes Ärzteteam kündigten die Zusammenarbeit mit dem FC Bayern wegen einem "geschädigten Vertrauensverhältnis". Nach der Pleite beim FC Porto im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League sei die medizinische Abteilung "aus ihnen unerklärlichen Gründen für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht“ worden", gaben Müller-Wohlfahrt und sein Stab am nächsten Morgen per Pressemitteilung bekannt. 

Es war nicht der erste Rücktritt der Klubikone, die seit 1977 bei den Roten als Vereinsarzt tätig war. Schon einmal war Müller-Wohlfahrt in seiner langen Bayern-Karriere beim Rekordmeister zurückgetreten. Im November 2008 legte er nach einem Streit mit dem damaligen Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann erstmals sein Amt nieder. Unmittelbar nach dessen Entlassung kehrte er jedoch zurück.

Gut möglich also, dass "Mull" ein zweites Comeback an der Säbener Straße feiert. 

Ancelotti is Social Media affin

Zudem ist Carlo Ancelotti den Medien sowie den sozialen Netzwerken gegeüber offener eingestellt. Nach der offiziellen Bekanntgabe seiner Nachfolge auf Guardiola twitterte der künftige Bayern-Trainer seine Vorfreude.

Benvenuto a Monaco, Carlo Ancelotti!

deu

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