Lahm: "Nicht zu stoppen"

Das macht die Bayern so stark

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Wer kann diese Bayern stoppen?

München/Stuttgart - Der FC Bayern glänzt, Fußball-Deutschland staunt.

Das 5:1 im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart zeigt: Die Bayern sind da, wo sie nach eigener Einschätzung hingehören: meilenweit vor der Konkurrenz. Manager Uli Hoeneß verzückt: „Das war wie aus einem Guss, uns ist alles gelungen. Man hat in der Vorbereitung gemerkt, dass wir gut drauf sind. Aber das konnte man nicht erwarten. Die Konkurrenz weiß jetzt, wo der FC Bayern steht.“ Und wenn die Bayern dieses Niveau auch nur annähernd halten, kann sich der Rest der Liga nur noch um Platz zwei streiten.

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

VfB-FCB: Die Bayern in der Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben: VfB-Trainer Markus Babbel. © dpa
Ribéry trifft zum 2:0 für die Bayern. © dpa
Während der Franzose zum Jubeln aufbricht, fuchtelt Jens Lehmann wild mit den Armen. © dpa
Klares Signal in die Stuttgarter Kurve. © dpa
Schließlich noch die Glückwünsche von Schweini abholen. © dpa
Schneller als Khedira: Franck Ribéry. © dpa
Luca Toni erzielt das 3:0 und schraubt... © dpa
... und schraubt und schraubt. © dpa
Schließlich darf Ribéry gratulieren. © dpa
Jens Lehmann motzte und lamentierte. Allein, es half nichts. Der Ex-Nationalkeeper kassierte satte fünf Buden. © dpa
Was Ribéry misslang, schafft Schweini: Er verwandelt den zweiten Bayern-Elfmeter zum 4:0 sicher. © dpa
Franck Ribéry sogar am Boden noch schneller am Ball als Jan Simak. © dpa
Luca Toni obenauf, Serdar Tasci down. © dpa
Die VfB-Spieler wie begossene Pudel... © dpa
Jens Lehmann ... © sampics
... ist bedient. © sampics
Den Bayern-Verantwortlichen hingegen ... © sampics
... ist das Erstaunen über die Höhe des Siegs ins Gesicht geschrieben. © sampics
... die Bayern dagegen ließen sich zurecht von ihren Fans feiern. © dpa
Eine eindrucksvolle Vorstellung. © dpa
Hoch sollen wir leben! © sampics
Was ist denn das bitte für ein spitzbübisches Lächeln? Uli Hoeneß und der DFB-Pokal... © dpa
Die Einzelkritik: Michael Rensing: In der ersten Halbzeit nicht ein einziges Mal gefordert. Auch ohne Keeper hätte der VfB das Bayern-Tor nicht getroffen. In der zweiten Häfte fing er sich dann doch noch eins. Der Rest? Eine Weltklasse-Parade und viel Ruhe. Note: 2 © dpa
Christian Lell: Verrichtete auf Rechts seinen Part solide. Allerdings: Gegen die offensiv nicht existenten Stuttgarter konnte er naturgemäß nicht sonderlich auffallen. Note: 3 © fishing4
Lucio: Gute Darbietung. Wenn’s hart auf hart kommt, ist er sich für nichts zu schade. Scherenschläge in der Luft oder Kopfballduelle mit Migräne-Gefahr? Egal. Lucio ist dabei. Note: 3 © dpa
Martin Demichelis: Machte mit Lucio den Laden dicht. Wirklich viel musste er dafür nicht leisten, denn die Stuttgarter strahlten überhaupt keine Torgefahr aus. Dafür hätte aber Demichelis um ein Haar eingeköpft. Egal, er muss ja nur Tore verhindern, und das tat er gut. Note 3. © fishing4
Philipp Lahm: Wie immer. Fehlerlos, ballsicher, eifrig, intelligent. Permanent im Vorwärtsgang, ohne jemals die Defensive zu vernachlässigen. Mann, ist der gut. Note: 2 © dpa
Bastian Schweinsteiger: Maßvorlage auf Demichelis, die nicht verwertet wurde, dann kurz darauf das 1:0. Schweini nutzte einen kapitalen Fehler von Boka und netzte souverän ein. Per Elfer traf er auch zum 4:0. Note: 1 © dpa
Ab der 58. Hamit Altintop: Gab sofort Gas, beackerte die rechte Seite wie gewohnt laufstark. Er will ins Team, das merkt man. Aber nach dieser Schweini-Leistung wird’s nichts leichter. Note: 3 © dpa
Mark van Bommel: Bleibt er? Geht er? Seine Entscheidung steht an. Bis dahin spielt er allerdings verdammt gut. Ruhig, souverän und dominant. Vor allem defensiv eine abgezockte und wertvolle Darbietung des Holländers. Note: 3 © Sampics
ab der 46. Minute: Ottl. Reihte sich mühelos in die Bayern-Maschinerie ein. Note 3. © Sampics
Zé Roberto: Elfer rausgeholt, Tor vorbereitet und selber eingenetzt. Glänzend vom 34-Jährigen. Jede Aktion hatte Hand und Fuß. Ruhig und überlegt machte Zé wie so oft alles richtig. Note: 1 © dpa
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Franck Ribéry: Zwischen Genie und Wahnsinn. Leitete das 2:0 ein und vollendete eiskalt. Mit vielen Zauberpässen, aber auch mit viel Arroganz. Versuchte wieder mal einen Panenka-Elfer per Lupfer. Doch Lehmann blieb stehen. Insgesamt eine ziemlich starke Leistung von Ribéry. Note: 2 © dpa
Miroslav Klose: Eine gute Chance versiebte er, weil er zu lange mit dem Abschluss zögerte. Dem ersten Elfer ging sein Schuss voraus. Kapital konnte bekanntlich nicht daraus geschlagen werden. Mannschaftsdienlich wie immer. Note: 3 © dpa
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Luca Toni: Die Stuttgarter deckten ihn konsequent, aber nicht überhart. Zu selten konnte er sich von den Schwaben befreien. Einmal reichte es dann aber doch – und der Ohrschrauber begrüßte die Stuttgarter Kurve. Nach Traumvorlage von Ribéry lupfte Toni lässig an Lehmann vorbei. Ein weiteres Tor bereitete er mustergültig vor. Note: 2 © dpa
Ab der 68. Landon Donovan: ohne Bewertung. © fishing4

Gewünscht hatten sich die Bayern so eine Vorstellung, erwartet sicher nicht. Um so größer die Freude. „Für uns ist es wichtig, jedem zu zeigen, dass wir bereit sind. Bereit dazu, Hoffenheim zu überholen und bereit den Titel zu gewinnen. Die Art und Weise unseres Sieges hat unsere Qualität offenbart, das war beeindruckend“, resümmierte ein glücklicher und gelassener Jürgen Klinsmann. Zu Beginn seiner Amstzeit wollte man ihm nicht glauben, wenn er auf Zeit spielte, seine Erklärungen wiederholte und um Geduld bat. Nun müssen ihm die Kritiker Recht geben. Von Zufall kann nach diesem bajuwarischen Fußball-Fest nicht die Rede sein. Klinsmann: „Wir haben jetzt unseren Rhythmus und zeigen, wer wir sind. Jetzt sind wir voller Selbstvertrauen und wollen in allen Wettbewerben bis zum Schluss dabei sein.“

Und wie erklärt sich diese Glanzleistung, was macht die Bayern so stark?

Die Vorbereitung.„Diesmal waren in der Vorbereitung alle Mann an Bord und das war sehr wichtig. Auch deshalb hat es so gut ausgesehen“, meint Philipp Lahm. Weltmeister Luca Toni dazu; „Wir sind ein unangenehmer Gegner, haben uns gut vorbereitet und sind körperlich optimal drauf. Viel besser kann man nicht spielen.“

Die individuelle Klasse.Nochmal Lahm: „Wir haben uns vorgenommen, das Mittelfeld eng zu halten. Das ist gelungen. Wenn wir unsere Leistung bringen, stoppt uns keiner in der Liga, unsere individuelle Klasse ist einfach zu groß.“

Die Taktik:Darüber staunte auch der Bundestrainer. „Sie spielen nach Ballgewinn wahnsinnig schnell nach vorne“, lobt Löw das Bayern-Spiel. Schnelles Umschalten, mit Vollgas den Gegner an die Wand drücken, das ist Klinsis Philosophie.

Die Coolness.Lahm zum Dritten: „Wir können die Liga dominieren. Es war nicht so leicht, wie’s ausgesehen hat.“ Schwieriges einfach aussehen lassen, das können eben nur die Großen.

Vier Erfolgsgeheimnisse des FC Bayern 2009. Und ein weiteres muss in Zukunft sein, nicht in Übermut zu verfallen. Eine Kunst, die sich auch diese dominanten Bayern zu Herzen nehmen sollten, wie ihr Kapitän mahnt. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht überheblich werden. Wenn man in Stuttgart 5:1 gewinnt, muss man auf dem Boden bleiben“, sagt Mark van Bommel.

Verinnerlicht hat diese Einstellung des Kapitäns auf jeden Fall der Keeper. Michael Rensing, kaum geprüft und nur beim Stand von 5:0 einmal überwunden sagt zur tz: „Das Gegentor ist mir im ersten Moment total auf den Sack gegangen.“ Sie streben also nach Perfektion, die Bayern 2009 – ist das schon das Ziel für die Rückrunde? Uli Hoeneß cool: „Weiterhin gut Fußball spielen.“ Und genau davor hat die Konkurrenz Angst…

mv, ta

Quelle: tz

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