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Das Zoff-Finale

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Die Rote Karte für Massimo Oddo sorgte bei den Bayern für Ärger.
Die Rote Karte für Massimo Oddo sorgte bei den Bayern für Ärger. © Sampics

Stuttgart - Die Serie von inzwischen 16 Spielen in Folge ohne Niederlage hielt. Die Bayern waren am Samstagabend zum ersten Mal in dieser Saison Tabellenführer.

Von Freude oder Zufriedenheit aber keine Spur. Schuld waren Schiri, DFL – und die eigenen Spieler.

„Was die Mannschaft hier abgeliefert hat, nötigt mir großen Respekt ab. Deshalb finde ich es sehr schade und völlig unverdient für uns, dass wir hier noch zwei Punkte abgegeben haben. Wir hatten den Sieg verdient“, sagte Uli Hoeneß nach der Partie – sein Zorn richtete sich gegen Schiri Thorsten Kinhöfer: „Ich hätte niemals die Rote Karte gegeben, das war unbeabsichtigt von Oddo, er hat den Spieler nicht gesehen. Auch beim Ausgleich ist Rensing von Lehmann behindert worden. Nachdem er den Ball weggefaustet hat, hat Jens ihn niedergehalten, dass er nicht mehr reagieren konnte.“

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Die Version des Rotsünders Oddo gegenüber der tz klingt so: „Das war doch keine Rote Karte. Ich sehe ihn überhaupt nicht kommen, hatte keine Absicht, ihn zu foulen. Also Gelb wäre okay, aber Rot? Niemals! Das nervt mich maximal.“

Noch viel deutlicher wurde Jügen Klinsmann. „Der Platzverweis gegen Massimo Oddo hat dem Spiel einen Gegenwind gegeben. Es war für uns absolut nicht nachvollziehbar, eine fatale Entscheidung.“ Aber nicht nur die Hinausstellung sorgte für Ärger. Der 2:2-Hinrundenabschluss beim VfB wurde zum Zoff-Finale.

Da wäre natürlich Jens Lehmann, der die Roten auch nach Schlusspfiff provozierte. Der Ex-Nationalkeeper antwortete süffisant bis arrogant: „Ich wäre auch enttäuscht, wenn ich kurz vor Schluss einen reinbekommen hätte. Vielleicht war es ein Foul. Ich weiß es nicht. In England wäre es kein Foul gewesen, das ist klar.“ Lehmann weiter: „Außerdem war das 1:0 der Bayern abseits. Ich denke, auch Uli Hoeneß hat ein gutes Fußballspiel gesehen.“

Pöbeleien vom gegnerischen Keeper, Patzer vom eigenen. Beim Ausgleich sah Rensing nicht gut aus – und wurde dafür aus den eigenen Reihen abgewatscht. „Die Schwächen Rensings bei hohen Bällen sind bekannt. Das 2:2 geht auf seine Kappe“, grantelte Franz Beckenbauer am Samstag bei Premiere – und legte tags darauf im DSF-Doppelpass nach: „Wie er den Ball wegfausten wollte – das ist mangelhaft, das ist amateurhaft. Um die Champions League zu gewinnen, brauchst du einen Spitzentorhüter. Er muss das lernen, dass er auch mal mit der Faustabwehr einen Angriff einleitet.“ Na dann frohe Weihnachten…

… und weil das noch nicht reicht, meldet sich Franck Ribéry mit Einkaufswünschen zum Fest zu Wort. „Ich habe schon öfters gesagt, dass ich Jérémy Toulalan und Sébastien Frey in München gerne sehen würde. Diese zwei Spieler würden auch gut zum FC Bayern passen“, sagt der Franzose dem ZDF. Frey ist Torwart. Solch eine Äußerung hat sich noch keiner getraut – und diese Worte sorgen bei Rensing sicher nicht für Festtagsstimmung.

Doch das Zoff-Potenzial ist noch nicht erschöpft. Am meisten ärgerten sich die Bayern nämlich über die Spielansetzung. „Die DFL setzt ein Spiel Bayern gegen Stuttgart am Samstag an und Hoffenheim gegen Schalke am Sonntag. Ich habe nicht mitgekriegt, dass beide unter der Woche beschäftigt waren“, wütete Hoeneß, „aber der FC Bayern war in Lyon und das finde ich total unfair. Das sind Dinge, die nicht gehen. Darüber muss gesprochen werden. Das ist absoluter Witz. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.“

Mächtig Ärger vor dem Fest der Liebe. Zumindest Klinsi fand noch positive Worte zum Jahresabschluss. „Wir müssen keine Angst mehr haben – vor keiner Mannschaft der Welt“, sagt Klinsi der FAZ. Und selbst dem größten Konkurrenten zollt er Respekt: „Hoffenheim wird auf Dauer einen europäischen Startplatz für sich in Anspruch nehmen.“ Na also – es geht doch auch friedlich…

Mario Volpe

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Quelle: tz

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