Erst 2015 wieder am Ball

Darum ist Alaba für Peps System unverzichtbar

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Spieljahr beendet: Alaba ist erst 2015 wieder am Ball.

München – Alabas Aus trifft Guardiola schwer – er spielt im Bayern-System eine Rolle, die unterschätzt wird, aber extrem wichtig ist

David Alaba hat in dieser Saison schon viele, ganz unterschiedliche Laufwege absolviert. So viele ganz unterschiedliche wie nie zuvor in seiner Karriere. Auf die Wegstrecke, die er gestern um elf Uhr einschlagen musste, hätte er aber gerne verzichtet. Sie führte in die Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, und der Bayern-Profi brauchte auch noch Krücken, um sie zu bewältigen.

Alaba hatte sich beim 2:0 gegen den AS Rom am Knie verletzt. Die Diagnose, als er nach gut zweieinhalb Stunden Untersuchung im Beisein seines Papas davonhumpelte: Teilriss des Innenbands und Innenmeniskusverletzung. Er kommt um eine OP nicht herum, heuer wird man den Österreicher nicht mehr auf dem Platz sehen. Ziel ist, ihn zum Wintertrainingslager im Januar wieder fit zu bekommen.

Pep Guardiola machte keinen Hehl daraus, wie schwer ihn der Ausfall trifft. „David ist ein kompletter Fußballer“, sagte der Coach, „er kann auf allen Positionen spielen. Mit ihm verlieren wir einen super Typen, der überragend und mit seiner Flexibilität sehr wichtig für uns ist.“ Der Katalane hat seine Schlüsselspieler schon oft in den Himmel gelobt, das gehört zu seinem Prinzip. Doch Alaba hat sich zu einem absoluten Liebling entwickelt. Weil er einzigartig im Kader der Bayern ist.

Guardiola konzipiert seine Teams nach dem sensiblen Maßstab einer Nobelkarosse, alles nur vom Feinsten. Und wenn Manuel Neuer der Airbag ist, Xabi Alonso mit Philipp Lahm den Motor gibt, Arjen Robben, Mario Götze sowie Franck Ribery für Vollgas stehen, so war David Alaba der Scheibenwischer, der für freie Sicht und lichte Momente sorgte. Der 22-Jährige pendelte unermüdlich umher und machte mit seinem Repertoire den behäbigeren Toni Kroos vergessen. Kaum eine Position gab es, die er nicht einnahm. Scheibenwischer sind an Nobelkarossen vielleicht nicht das spektakulärste Modul, aber ohne sie durch den Regen, sprich dichte Abwehrreihen zu navigieren, wird deutlich schwerer.

Tapferer Alaba über sein Knie: "Passt scho'"

Tapferer Alaba über sein Knie: "Passt scho'"

Unter Jupp Heynckes stieg Alaba zu einem der besten Linksverteidiger der Welt auf, doch ähnlich wie bei Lahm erkannte Guardiola auch bei dem Allrounder, dass mehr in ihm steckt als nur eine Flanke zu bearbeiten. Er beschloss, den Einfluss Alabas aufs Spiel zu erhöhen. In seinem ersten Jahr positionierte der Trainer seine Außenverteidiger höher und näher am Zentrum in der gegnerischen Hälfte. Im zweiten baute er ganz um, indem er meist in Dreierkette verteidigen lässt. Alaba wird so ermöglicht, die Räume durch seine Schnelligkeit und Passfrequenz zu bespielen. Gegen Manchester City agierte er sogar mal auf drei Positionen, ein Akteur mit diesem Variantenreichtum ist einer nach Guardiolas Gusto. Nicht von ungefähr hat er die höchsten Einsatzzeiten aller Feldspieler und hinter Xabi Alonso zudem die meisten Ballaktionen auf dem Konto. Gegen Rom war er Bayerns Bester.

„Wir haben ein kleines Problem“, meinte Ribery, dann korrigierte er sich: „Ein großes Problem: Die Verletzung von David. Das ist nicht gut.“ Ribery weiß es am besten. Er bildete mit Alaba lange einen furchteinflößenden Flügel. Und profitierte nun auch von den vielen verschiedenen Laufwegen des Kollegen. Nur nicht vom vorerst letzten, der in die Arztpraxis führte.  

awe

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