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Vergleich der Spitzen-Trainer

Pep gegen Klopp - Philosoph gegen Motivator

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Das Pokalfinale zwischen Dortmund und den Bayern wird auch ein Duell der Trainer-Philosophien: Pep gegen Klopp.

München - Das DFB-Pokalfinale Bayern München gegen Borussia Dortmund wird auch zum Trainerduell zwischen Pep Guardiola und Jürgen Klopp. Ein Vergleich.

Der Fußball-Philosoph gegen den impulsiven Motivator. Pep Guardiola gegen Jürgen Klopp. Erdrückender Ballbesitz gegen überfallartige Angriffe. Wenn Bayern München am Samstag (20.00 Uhr/Bei uns im Live-Ticker) im Endspiel des DFB-Pokals auf Borussia Dortmund trifft, werden in Berlin vor allem auch zwei der erfolgreichsten Trainer der Gegenwart im Mittelpunkt stehen - und die Frage, wer den Code des anderen entschlüsselt?

Einen Einblick in Details ihrer Strategie werden beide vor dem Anpfiff naturgemäß nicht gewähren, doch diese dürften ebenso unterschiedlich sein wie ihr Charakter und der grundlegende Spielansatz. Über die Philosophie des anderen lassen sich ebensowenig aus. Klopp sagte im Interview bei dfb.de lediglich den kaum verwunderlichen Satz: „Ich habe den Eindruck, dass wir beide dieses Spiel sehr lieben.“ Und Guardiola lobte seinen Kollegen als „außergewöhnlichen Trainer“.

Gemeinsam haben beide auch ihr im Grunde ausgesprochen positives Verhältnis zur Mannschaft - und dass, obwohl Guardiola und Klopp keineswegs konsequente Entscheidungen scheuen. Der Katalane hat dies nicht nur in Barcelona bewiesen, er geht auch in München seinen Weg aus Überzeugung.

Maximaler Rückhalt im Verein

Gerade als im Zuge der Entzauberung durch Real Madrid im Champions-League-Halbfinale allerlei kritische Fragen zum Spielsystem gestellt wurden, machte Guardiola deutlich: Wer mich will, bekommt mich nur so! Pep oder nix! „Wir werden mit meinen Ideen spielen. Sonst kann ich nicht hier trainieren - wenn ich etwas sagen müsste, was ich nicht fühle“, sagte er.

Unisono stellten sich daraufhin Spieler wie Verantwortliche des FC Bayern hinter den 43-Jährigen. „Zwischen Pep Guardiola und den gesamten FC Bayern passt kein Blatt Papier!“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Er sei ein „ganz großartiger, ganz erfolgreicher Trainer mit einer klaren Philosophie und Vision.“

Und weil das so ist, wird Guardiola seine Mannschaft weiter nach seinen Vorstellungen perfektionieren. Es ist davon auszugehen, dass er intern schon mal etwas Ähnliches wie im letzten Juli gesagt hat, als er mit der Ankündigung „Thiago oder nix“ unmissverständlich erklärte, welchen Spieler er gerne noch hätte. Dass Guardiola damit eventuell einzelne Spieler brüskieren könnte, wird ihn nicht abhalten.

Bei Klopp ist die Situation nicht derart komfortabel, der BVB-Coach ist nach wie vor gefordert, Verluste mit wenig Verlust aufzufangen. Dafür steht das Beispiel Götze vor der aktuellen Saison, dafür steht aktuell das Beispiel Robert Lewandowski. Angesichts der zurückliegenden Erfolge fällt das aber immer leichter, weil Klopp zum einen wie Guardiola genau weiß, was er will, zum anderen enormen Rückhalt im Klub erhält und schließlich die wirtschaftlichen Möglichkeiten stetig steigen.

Klopp braucht Spieler mit unerhörter läuferischer Qualität, die zudem den Ball im höchsten Tempo perfekt verarbeiten können. Insofern ist der Unterschied zu Guardiola nicht wesentlich, doch der Spanier bevorzugt das Spiel der totalen Kontrolle, während Klopps Team geradliniger agiert, stärker die Tiefe des Raumes sucht. Der BVB bekommt eher dann Probleme, wenn ihm der Gegner diesen Raum nimmt.

Guardiola: Sonderbehandlung für Marco Reus

Guardiola wird sicher genau das versuchen, der FC Bayern dürfte am Samstag auf ein unerbittliches Pressing setzen. „Wenn wir vorne gut Druck machen, sind wir dominant“, sagte Dante am Dienstag. Dazu scheint der Spanier Guardiola einen besonderen Fürsorgeplan für den derzeit überragenden Marco Reus zu entwickeln, der Name des Nationalspielers soll während der Trainingseinheiten extrem oft gefallen sein.

Denn letztlich geht es darum, einen Gegenentwurf zum 0:3 der Bayern im April zu entwickeln, als Klopps BVB den Guardiola-Code knackte. Dortmund attackierte früh und unnachgiebig, war lästig und gedankenschnell, zielorientiert und im Kollektiv überzeugend. „Wir haben angegriffen ohne Ordnung“, bemängelte Guardiola.

Für den Samstag hat er sicher auch dieses Spiel seziert, denn Klopp hat Guardiola damit regelrecht herausgefordert. „Der Trainer wird sich etwas überlegen, wir sind gewappnet“, sagte Götze schon mal, und Dante empfahl: „Wir müssen nur dem Trainer zuhören und machen, was er sagt.“

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SID

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