Hamann in der tz über Manchesters Klasse

City: Heute München, im Juni Berlin?

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Didi Hamann war 2005 mit ­Liverpool CL-Sieger und spielte später noch für Manchester City.

München - Didi Hamann spielte früher selbst bei Manchester City und kennt sich beim heutigen Gegner des FC Bayern bestens aus. Der Sky-Experte analysiert den Gegner zum CL-Auftakt für die tz.

Die Königsklasse ruft, das Kribbeln ist zurück. Fast genauso selbstverständlich wie die Melodie der Champions-League-Hymne erscheint auch Manchester City wieder in der Allianz Arena. Zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren sind die Engländer in die Gruppe des FC Bayern gelost worden, inzwischen kennt man sich bestens. Auch für die Fans der Roten ist es keine Neuigkeit, dass gleich zum Auftakt der ärgste Konkurrent um den Gruppensieg heute (20.45 Uhr/Sky, ZDF) in Fröttmaning zu Gast ist. Für Sky-Experte Dietmar Hamann sind die Citizens sogar ein ernsthafter Titelaspirant. „Es würde mich nicht wundern, wenn wir sie im Juni in Berlin sehen“, meint der 41-Jährige, der in seiner Karriere für beide Vereine aktiv war. Diese Reise würden auch die Münchner gerne antreten, schließlich findet am 6. Juni 2015 das Finale im Berliner Olympiastadion statt.

Doch zunächst wartet auf den FCB eine „schwierige Aufgabe“. So beschrieb Matthias Sammer die Gruppenphase mit Duellen gegen City, ZSKA Moskau und den AS Rom und meinte: „Ich weiß nicht, ob es schon mal eine ausgeglichenere Gruppe gab.“ Der Respekt ist groß, vor allem vor den Engländern. „Manchester City hat eine überragende Mannschaft“, befand auch Mario Götze.

Darum ist ManCity in dieser Saison gefährlich

Und eine gefestigte dazu, glaubt Hamann. Trotz der eher bescheidenen Bilanz der Citizens auf internationalem Parkett: 2012 und 2013 schieden sie in der Vorrunde aus, vergangene Saison war im Achtelfinale gegen den FC Barcelona Schluss. „City hat sich in den letzten drei Jahren in der Champions League unter Wert verkauft. Vielleicht haben sie den Wettbewerb ein bisschen unterschätzt, die Qualität ist eine andere als in der Liga“, so Hamann. Dort hat das Team von Manuel Pellegrini, der die Partie heute wegen einer UEFA-Sperre von der Tribüne aus verfolgen muss, seine Klasse in der jüngsten Vergangenheit oft genug unter Beweis gestellt. Manchester tritt als englischer Meister in München an, die Titel 2012 und 2014 haben das Selbstvertrauen gestärkt. „Schon letztes Jahr hat City gezeigt, wozu es in der Lage ist“, erinnert Hamann an den 3:2-Sieg im Dezember. Nur ein Tor fehlte damals, um den Bayern noch den Gruppensieg zu entreißen.

Fast eine Milliarde hat Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan seit der Übernahme des Klubs investiert, der ganz große Triumph in Form des Henkelpotts blieb den Citizens bislang trotzdem verwehrt. „Der Verein musste jedes Jahr neue Spieler holen, inzwischen ist die Mannschaft gefestigt. So wenige Zugänge wie in diesem Jahr gab es lange nicht mehr“, erklärt Hamann und glaubt: „Der Kader ist gefestigt und hat jetzt definitiv die Qualität, um im Konzert der Großen mitzuspielen.“ Doch wie viele andere Topteams auch sieht der England-Experte den Meister von einem Spieler abhängig: Superstar Kun Agüero. Der Weltklasse-Stürmer fehlte City vergangenes Jahr in den K.o.-Duellen. „Er muss fit bleiben“, so Hamann, der die Entwicklung beim Klub trotz der Übernahme des Investors positiv beurteilt: „Es ist sensationell, was hier auf die Beine gestellt wurde. Das neue Trainingsgelände für die Profis und sämtliche Jugendteams ist bald fertig – und ein Paradebeispiel für die Nachwuchsförderung.“

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Sven Westerschulze

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