In der Rückrunde drohen Härtefälle

Peps Dilemma: Zwei Spieler, eine Position!

+
Wer spielt, wer muss auf der Bank Platz nehmen? Mit seinem Kader könnte der FCB zwei ebenbürtige Mannschaften (die vermeintliche Stammelf großgeschrieben) auf den Rasen der Allianz Arena schicken.

München - Beim FC Bayern kehren einige Spieler in den Kader zurück - und das heizt den Konkurrenzkampf an. Knisterpotenzial besteht besonders auf den offensiven Positionen.

Robben wieder fit, Alaba wieder fit, bei Götze, Ribéry und Benatia dauert es nicht mehr lang. Das Lazarett an der Säbener Straße lichtet sich allmählich, was beim FC Bayern zur allgemeinen Freude beiträgt. Schließlich „brauchen wir alle Spieler für die Rückrunde“, wie Matthias Sammer & Co. während des Trainingslagers in Katar ein ums andere Mal wiederholten. Klar, mit dem Schrumpfkader aus dem vergangenen Jahr gab’s im CL-Halbfinale gegen Barça ordentlich auf die Mütze, ein Kader ohne Verletzte birgt aber ebenso seine Risiken – vor allem, wenn er nur aus Superstars besteht wie beim FC Bayern. Es droht Unruhe, da macht selbst Thomas Müller keinen Hehl daraus.

Hat die Qual der Wahl: Pep Guardiola.

„Es ist einfacher, wenn du elf fitte Spieler hast, weil dann jeder weiß, dass er spielt, als wenn du 15, 16 hast, die aber genauso den Anspruch haben zu spielen. Dann ist es schwieriger, die komplette Harmonie zu haben“, so der Offensivmann, der die Wahrheit offen und ehrlich ausspricht: „Es wird Reibungspunkte geben.“ Und zwar vor allem dann, wenn es auf die heiße Phase der Saison zugeht. Gegen Real Madrid oder Barça gibt sich keiner mit einem Plätzchen auf der Bank zufrieden, Müller sieht darin aber auch eine echte Chance. „Je mehr Konkurrenzkampf, desto mehr Leistung im Spiel. Wir bekriegen uns nicht, aber es knistert dann mehr“, sagt der Bayern-Stürmer.

Knisterpotenzial besteht besonders auf den offensiven Positionen. Stünde Pep Guardiola der gesamte Kader zur Verfügung, könnte er zwar zwei nahezu gleichwertige Teams aufs Feld schicken, vor allem im Sturm verfügt der Rekordmeister jedoch über eine Handvoll Superstars, die sich auf den gepolsterten Sitzen auf der Bank nicht so wohl fühlen. Einer davon ist Arjen Robben, auf dessen angestammter Position rechts außen Kingsley Coman eine starke Hinrunde gespielt hat. Der Holländer sagt trotzdem: „Ich weiß, was geht, wenn ich fit bin.“

Nicht anders sieht es hinten in der Abwehrmitte aus, wo für zwei Plätze demnächst vier Spieler (Boateng, Martínez, Badstuber und Benatia) zur Verfügung stehen, sowie auf der linken Außenbahn. Dort hat bislang Douglas Costa gewirbelt, der von Trainer Pep Guardiola vor seiner Verpflichtung eine Einsatzgarantie erhalten hatte (Costa: „Er sagte, dass ich spiele, wenn ich komme.“) und sich ab sofort gegen den bisherigen König des FCB behaupten darf: Franck Ribéry.

Sammer warnt schon jetzt vor Eigeninteressen: „Nur ein Prozent falsches Denken kann katastrophale Folgen haben“, so der Sportvorstand. Ob und wie er dieses Überangebot an Stars zu seinem Vorteil nutzt, liegt aber einzig und allein an Pep Guardiola.

José Carlos Menzel López

auch interessant

Meistgelesen

Englischer Topklub baggert an Bayerns Superhirn
Englischer Topklub baggert an Bayerns Superhirn
Neues Parkhaus an der Allianz Arena: Platz für 1245 Autos
Neues Parkhaus an der Allianz Arena: Platz für 1245 Autos
„Operation Henkelpott“: So funktioniert Ancelottis Masterplan
„Operation Henkelpott“: So funktioniert Ancelottis Masterplan
„Gesülze von früher“ - User kritisieren Hoeneß-Spruch
„Gesülze von früher“ - User kritisieren Hoeneß-Spruch

Kommentare