tz-Interview mit der Torwart-Legende

Zoff: Bayern Monaco - da stimmt einfach alles!

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Dino Zoff (72) wurde mit Italien 1982 Weltmeister - im stolzen Alter von 40 Jahren.

München - Zoff gibt’s beim FCB vor dem Rückspiel gegen Rom morgen (20.45 Uhr, ZDF & Sky) wenig, dafür aber in der tz! Das Interview mit der italienischen Torwart-Legende Dino Zoff.

Zoff gibt’s beim FCB vor dem Rückspiel gegen Rom morgen (20.45 Uhr, ZDF & Sky) wenig, dafür aber in der tz! Weltmeister (1982), Ex-Juve-Keeper und Italienidol Dino Zoff (72) spricht über die Folgen der 1:7-Schmach aus dem Hinspiel, Manuel Neuer und den italienischen Calcio. Das Zoff-Interview:

Signore Zoff, haben die Römer das 1:7 gegen den FC Bayern verdaut?

Zoff: Was für ein Debakel! Die Roma hat die Partie komplett vergeigt, von Anfang bis Ende. Ich bin aber nicht der Meinung, dass zwischen Rom und Bayern ein Klassenunterschied von sechs Toren herrscht, ganz und gar nicht. Sie haben einfach Fehler gemacht, und Bayern hat das bestraft.

Die 0:2-Pleite in Neapel macht jetzt auch nicht sonderlich viel Hoffnung für das Rückspiel.

Zoff: Und wenn schon! Ich kenne die Roma nur zu gut und weiß: Sie sind definitiv in der Lage, eine gute Partie in München abzuliefern. Die Mannschaft hat das Potenzial. Mal ganz abgesehen davon, dass Francesco Totti & Co. alles daransetzen werden, um nicht noch mal so unter die Räder zu kommen wie im Hinspiel. Rom wird eine gute Figur in München abgeben, bestimmt.

Das ist bislang nicht sonderlich vielen Mannschaften gelungen.

Zoff: Wir sprechen hier ja auch von Bayern Monaco – eine wahre Spitzenmannschaft! Es stimmt einfach alles: Sie verfügen über herausragende Spieler, die ihre Extraklasse im Moment auch auf den Platz bringen und dazu noch wie eine Einheit agieren. All das führt natürlich dazu, dass den Bayern in Deutschland niemand das Wasser reichen kann. Mal sehen, ob sich jemand in der Champions League findet.

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Ist Bayern der absolute Topfavorit?

Zoff: Mit Real Madrid zusammen, ja.

Hat Guardiola das Level von Heynckes’ Triple-Bayern noch ein Stück erhöht?

Zoff: Würde ich nicht unbedingt sagen.

So?

Zoff: Sehen Sie, Heynckes hat das Triple gewonnen. Mehr geht nicht. Das allein ist schon Beweis genug dafür, dass die Bayern damals schon überragend gespielt haben. Wenn jemand mit dem Möglichkeiten des FC Bayern gut spielt, dann gewinnt er in der Regel auch. Und wenn Heynckes insgesamt drei Titel gewonnen hat, heißt das auch, dass seine Mannschaft auch besser gespielt hat. Aber soll ich Ihnen etwas sagen?

Bitte!

Zoff: Manuel Neuer ist heutzutage die unumstrittene Nummer eins im Tor, der beste Torwart der Welt – und das wird er auch noch lange Zeit bleiben. Gab es vor der WM noch Zweifel daran, hat er sie in Brasilien eindrucksvoll beseitigt. Ein grandioser Keeper, der alles mitbringt.

Trauen Sie ihm vielleicht sogar den Titel des Weltfußballers zu?

Zoff: Sagen wir so: Neuer hätte ohne Weiteres das Zeug dazu, um Weltfußballer zu werden. Ich bin auch davon überzeugt, dass er bei der Wahl heuer ziemlich weit vorne landen wird. Das Problem ist nur: An Messi und vor allem an Cristiano Ronaldo ist derzeit kein Vorbeikommen. Sie sind die zwei besten Spieler der Welt und machen den Titel auch zu Recht unter sich aus.

Die Serie A hat schon lange keinen Weltfußballer mehr hervorgebracht. Was ist los mit der Liga?

Zoff: Nun ja, ganz einfach: Es ist kein Geld da in Italien, auch nicht im Fußball. Die Klubs geben einfach viel weniger aus als Real Madrid, Barcelona oder die englischen Mannschaften.

Hat das 7:1 der Bayern in Rom den Unterschied zwischen Bundesliga und Serie A aufgezeigt?

Zoff: Piano! Der Unterschied zwischen der Serie A und der Bundesliga ist nicht so groß, wie alle immer meinen. Sehen Sie, die Bayern sind den italienischen Klubs schon um Welten voraus, aber doch nicht die übrigen Klubs. Da ist alles ziemlich ausgeglichen. Die Bundesliga hat zwar schon Modellcharakter für uns Italiener, aber eben aufgrund des ganzen Drumherums. Die Stadien sind wunderschön und immer voll, die ­Infrastruktur ist vorhanden, die Organisation sowieso – und all das ohne große Investoren. Vorbildlich!

Interview: J. Carlos Menzel Lopez

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