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FCB-Dominanz als Liga-Problem? Müller: „Eine heuchlerische Diskussion, wenn ...“

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Von: Florian weiß

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Thomas Müller sieht eine Europa-Liga als mögliche Option.
Thomas Müller sieht eine Europa-Liga als mögliche Option. © AFP / CHRISTOF STACHE

Thomas Müller sieht die Dominanz des FC Bayern aus einem anderen Blickwinkel. Man sei schließlich nicht für die Spannung in der Bundesliga zuständig.

München/Eppan - Für Thomas Müller wird die Fußball-WM in Russland seine dritte Weltmeisterschaft und sein fünftes großes Turnier mit der Nationalmannschaft sein. Mit zehn Treffern ist er der aktuell beste WM-Torschütze der DFB-Elf mit zehn Treffern. Für den Star des FC Bayern gibt es nur ein Ziel. „Wir wollen die erste deutsche Mannschaft sein, die es schafft den Titel zu verteidigen“, wie er im Interview mit dem Magazin GQ sagte. Dafür müssten aber laut ihm noch gewisse Probleme in der Defensive ausgemerzt werden. Er weiß: „Wir stehen im Fokus, die anderen Mannschaften schauen auf uns. Wir sind die Gejagten – bei der Qualität die wir im Kader haben.“ Man habe „eine sehr gute Mischung, ein sehr ausgewogenes Team und sind nicht von einem Spieler abhängig. Dieses Ziel, den Titel zu verteidigen, ist natürlich ein ganz besonderes – weil das eine deutsche Mannschaft noch nie geschafft hat.“ 

Etwas ganz besonderes ist für den 28-Jährigen bei den Länderspielen auch die Nationalhymne vor dem Anstoß, die er jedes Mal mitsingt. „So habe ich früher unsere Nationalspieler im Fernsehen gesehen. Ich bin quasi mit der Hymne aufgewachsen und habe sie als Kind gelernt. Ich bin also textsicher und singe generell sehr gern – zwar nicht so gut, aber dass ich mitsinge, ist für mich selbstverständlich.“

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Mit dem FC Bayern, der im DFB-Team mit Abstand die meisten Spieler stellt, wurde Thomas Müller in der abgelaufenen Saison zum sechsten Mal in Folge Meister - ein Umstand, der zahlreiche Fans in Deutschland wegen der mangelnden Spannung stöhnen lässt. Auf die Frage, ob die rote Dominanz ein ernsthaftes Problem für die Liga sei, meint er: „Wir, die Spieler von Bayern München, sind nicht dafür zuständig, für Spannung zu sorgen – sondern unsere Spiele zu gewinnen. Es wäre eine heuchlerische Diskussion, wenn sich Bayern München mehr Spannung wünschen würde.“ 

Eine immer wieder europaweit diskutierter Lösungsansatz wäre die Installation einer kontinentalen Topliga. Ein Gedanke, den Müller nachvollziehen und nicht grundsätzlich ablehnen würde. „Ich bin da zweigeteilt, denn ich bin irgendwo auch Traditionalist“, meint er. „Ich bin mit der Bundesliga aufgewachsen und fände es einerseits natürlich schrecklich, wenn es die Bundesliga in dieser Form nicht mehr geben würde! Und Bayern München als Deutschlands bester Verein nicht mehr dort spielen würde. Andererseits wäre diese Liga mit den besten Mannschaften Europas natürlich höchst spektakulär – auch für die Zuschauer. Es würde jede Woche Topspiele geben – und es wäre, was die Attraktivität betrifft, hochinteressant. Ich bin keiner, der vor entscheidenden Veränderungen die Augen verschließt. Denn was den Sport attraktiver macht, ist immer zu prüfen.“

fw

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