Länderspiel-Pause, aber keine Ruhe

Dorthin reisen die Bayern-Stars für ihre Nationalteams

München - 14 Tage Ruhe? Nicht wirklich! Die Nationalspieler des FC Bayern müssen für ihre Nationalmannschaften bis auf die Kap Verden und nach Paraguay reisen. Ein Überblick.

Nach dem Husarenritt gegen Juventus Turin und mit Blick auf die intensiven Wochen, die nun anstehen, hat sich der Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge „jetzt zwei Wochen Ruhe“ gewünscht – doch auch außerhalb von München stehen für die meisten Bayern wichtige Aufgaben an. Elf Mann reisen in Diensten ihrer jeweiligen Nationalteams rund um den Globus. Bis auf die Kap Verden geht es, nach Paraguay und in den Westen von Venezuela. Sie kämpfen um EM-Tickets, ums Prestige, um Punkte. Ruhe? Fehlanzeige.

Die drei Deutschen Manuel Neuer, Thomas Müller und Mario Götze haben am Samstag und Dienstag in England und Italien zwei der namhaftesten Brocken Europas vor der Brust. Es sind gehaltvolle EM-Härtetests; da will man punkten. Zwar haben alle drei ihr Ticket sicher, aber besonders Götze möchte zeigen, dass er bei Bayern zu Unrecht auf der Bank hockt.

Für Joshua Kimmich hat es nicht gereicht, sich für die A-Nationalelf zu empfehlen, doch der 21-Jährige wollte sich auch bei der U 21 ins Zeug legen – um sich für Olympia aufzudrängen und auch bei Löw nicht ganz durch das Raster zu fallen. Allerdings wurde am Dienstag bekannt, dass Kimmich wegen muskulärer Problemen in München bleiben wird. Gegner der U21 sind die Färöer und Russland.

Alaba nach Wien, Coman nach Paris

Die Polen mit ihrem Kapitän Robert Lewandowski testen schon morgen erstmals, gegen Serbien. Am Samstag probt man gegen Finnland. Beide Spiele tragen die Polen zuhause aus. So hält sich für Lewandowski, der in Frankreich gesetzt ist, zumindest der Reisestress in Grenzen.

David Alaba muss sich bei Österreich ebenfalls nicht für die EM empfehlen, er ist unverzichtbar. Zudem belastet auch er seinen Akku nicht mit Reisen, sowohl der Test am Samstag gegen Albanien als auch der am Dienstag gegen die Türkei steigt in Wien. Allenfalls die Nerven könnten im zweiten Spiel belastet werden – die Türkei ist von Terror gebeutelt, sich da gedanklich zu lösen, fällt schwer.

Die Franzosen treten am Samstag zum Prestigeduell in den Niederlanden an, mit dabei: Kingsley Coman. Arjen Robben fehlt den Gastgebern verletzungsbedingt. Coman wird alles geben, auch am Dienstag in Paris gegen Russland. Sein EM-Ticket muss er sich erst noch verdienen.

Die Spanier reisen zu zwei Auswärtsspielen, erst nach Italien (Donnerstag), dann Rumänien (Sonntag). Thiago muss sich nach langer Verletzungspause noch aufdrängen, um die EM zu fixieren.

Weite Reisen für Benatia, Costa und Vidal

Wichtige Spiele hat Medhi Benatia mit Marokko zu bestreiten. Gegen die Kap Verden geht es in Hin- und Rückspiel um die Qualifikation für die Afrika-Meisterschaft 2017. Da wird der Kapitän versuchen, mit Elan voranzugehen.

Arturo Vidal empfängt mit Chile Vizeweltmeister Argentinien und muss anschließend nach Venezuela.

Ebenso ernsthaft müssen die Südamerikaner ihre Aufgaben bestreiten, die WM-Qualifikation steht auf dem Spiel: Douglas Costa tritt mit Brasilien erst am Donnerstag zuhause gegen Uruguay an, am Dienstag dann in Paraguay. Arturo Vidal spielt an den gleichen Terminen, seine Chilenen empfangen dabei zunächst zuhause Vizeweltmeister Argentinien, ehe sie in Barinas, tief im Westen Venezuelas, ihre zweite Quali-Prüfung bestehen müssen. Vidal stehen daher die härtesten Proben ins Haus: Abgesehen davon, dass er es mit Lionel Messi und Kollegen zu tun bekommt, haben es seine Reisen in sich.

Rubriklistenbild: © dpa

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