Guardiola hatte ihn seit 2011 auf dem Radar

Douglas Costa: Ohne Pep wäre er wohl nicht bei Bayern

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Senkrechtstarter beim FC Bayern: Douglas Costa.

München - Douglas Costa ist eine der neuen Attraktionen der Bundesliga. Ohne Trainer Pep Guardiola wäre der Brasilianer aber womöglich nicht beim FC Bayern gelandet.

Douglas Costa. Douglas Costa? Ein paar irritierte Blicke hat Bayern München schon provoziert, als er am 1. Juli zur allgemeinen Überraschung bekannt gab: Wir haben da einen 24 Jahre alten Brasilianer verpflichtet, und er hat zuletzt bei Schachtjor Donezk gespielt. Brasilianer? Donezk? Und dann noch 30 Millionen Ablöse? Was ist denn das für einer? Hat der mitgespielt, als der FC Bayern Donezk neulich 7:0 weggebügelt hat? (Hat er)

Wenn die ersten Eindrücke nicht täuschen, hat der FC Bayern da einen Coup gelandet. Bereits in der Vorbereitung überzeugte der 170 Zentimeter große Flügelflitzer, beim Saisonauftakt gegen den Hamburger SV sorgte er für offene Münder beim Gegner, Verzückung beim Publikum und diebische Freude in seinem neuen Klub. Thomas Müller nannte seinen neuen Mitspieler eine „Waffe“, sein erster Gegenspieler Dennis Diekmeier bezeichnete ihn als „Rakete“.

Und wie kommt so einer nach München? Am Ende der vergangenen Saison bekam Trainer Pep Guardiola eine Liste mit den Namen von drei Spielern vorgelegt - alle auserkoren als sofortiger oder künftiger Ersatz für Arjen Robben. Einer der drei: Douglas Costa. Bei den Münchnern stand er nicht ganz oben auf der kurzen Liste - bei Guardiola dagegen schon. „Er hat mir mitgeteilt“ berichtet Costa, „dass er mich seit seiner Zeit bei Barcelona beobachtet.“

Mit Schachtjor Donezk spielte Costa 2011 im Viertelfinale der Champions League zweimal gegen Barcelona, ohne aber dabei groß aufzufallen. Guardiola allerdings sah offensichtlich mehr und schickte seinen damaligen Scout und heutigen Co-Trainer Domenec Torrent gleich ein paar Mal durch Europa, um den jungen Mann zu beobachten. Und als ihm die Münchner ihre shortlist vorlegten, machte er sich mit Nachdruck für den jungen Mann stark.

Bemerkenswert: Kommt Costa über rechts, interpretiert er das Spiel ähnlich wie Robben - mit Zug zum Tor. Kommt er über links, also über jene Seite, wo in der vergangenen Saison Franck Ribery so arg vermisst wurde, sieht er sich als Vorbereiter. Guardiola scheint es weitgehend egal zu sein, was der junge Mann macht. „Er hat mich gefragt, wie ich am liebsten spiele, was ich am liebsten mache und gibt mir völlig freie Hand“, berichtet Costa.

Costa, behauptet Guardiola, „hat das Zeug, einer der fünf besten Außenspieler der Welt zu werden“. Und auch wenn der Trainer nach dem 5:0 gegen den Hamburger SV, in dem sich Costa mit Grandezza in der Bundesliga vorstellte, beschwichtigend sagte, man müsse „ihm helfen, dass er am Boden bleibt“: Zu Kopf zu steigen scheint dies dem Vollsprint-Dribbler nicht. „Ich arbeite nicht mit dem Gedanken, einmal bester Spieler der Welt zu werden“ sagt er.

Nein, behauptet Costa, er arbeite in erster Linie dafür, „meinem Team zu helfen, um die Bayern an die Spitze zu bringen, wo sie hingehören“. Das hört man doch gerne, und tatsächlich sind sie beim FC Bayern voll des Lobes nicht nur wegen des anständigen Auftretens ihres Neuzugangs, sie freuen sich auch, dass er sich offenbar schnell integriert hat und heimisch fühlt. „Das gute Miteinander“, bestätigt Costa, „erleichtert alles.“

SID

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