Neuzugang im Gespräch mit der tz

Costa über Guardiola, Ribéry und seinen Traum

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Douglas Costa.

München - Vom Foul an Ribéry will Douglas Costa nichts mehr hören, wer blickt nach vorne. Im Interview mit der tz spricht der Brasilianer in den höchsten Tönen vom Mittelfeld-Ass.

Franck Ribéry dürfte der 17. Februar 2015 noch in bester Erinnerung sein. Champions-League-Achtelfinale, der FC Bayern zu Gast bei Schachtjor Donezk (0:0), Minute 58: Zweikampf auf Höhe der Mittellinie, der Franzose will den Ball erobern, wird jedoch mit einem Ellbogencheck ins Gesicht niedergestreckt. Der Übeltäter: Douglas Costa! Von Schiri Undiano Mallenco gibt’s nur Gelb, der Brasilianer darf weiterspielen – und Ribéry schäumt vor Wut! Knapp fünf Monate später dürfte dem Filou die Szene noch mal durch den Kopf gegangen sein, nämlich just in dem Moment, als der FCB den Costa-Transfer offiziell machte – und Ribéry damit einen 30-Millionen-Euro teuren Konkurrenten vor die Nase setzte. Droht jetzt Flügelzoff?

Keineswegs! Douglas Costa weiß um den Stellenwert des Franzosen in München und erklärte gegenüber der tz, dass das Foul doch Schnee von gestern sei. „Das ist doch längst passé“, so der 24-Jährige. „Jetzt fängt ein neues Kapitel an. Franck ist ein großes Vorbild für mich, von einem Spieler wie ihm kann ich noch eine Menge lernen. Ich muss jetzt am Boden bleiben und weiterhin hart an mir arbeiten, nur dann kann ich irgendwann vielleicht so spielen wie er.“ Kein Wunder: 104 Kisten und 149 ­Assists in 299 offiziellen Partien im Dress des FC Bayern sprechen da eine deutliche Sprache.

Von solchen Werten kann Douglas Costa nur träumen. Dass er aber was in den Beinen hat, zeigte er gleich mal bei seinem ersten Einsatz für die Münchner. Beim Telekom Cup am vergangenen Sonntag setzte es zwar zwei Pleiten für die Bayern, die einzige Kiste von Thiago bereitete der Brasilianer vor. Zum Spanier mit den brasilianischen Wurzeln hat der Neue ohnehin einen speziellen Draht. Douglas Costa zur tz: „Er hilft mir sehr mit der Sprache, genauso wie Javi und die restlichen Brasilianer und Spanier auch. Aber demnächst werde ich auch damit anfangen. Deutsch zu lernen.“

Auch die Wohnungssuche wurde erstmals aufgrund des straffen Zeitplans seit seiner Ankunft vertagt. „Darum kümmere ich mich dann, wenn wir aus China zurück sind“, sagt Douglas Costa. Doch diese Dinge haben für den brasilianischen Nationalspieler sowieso erst mal untergeordnete Priorität. Wichtig ist: beim FCB durchstarten, seinen Trainer Pep Guardiola überzeugen und sich einen Stammplatz erkämpfen! „Ich bin einfach nur froh, hier sein zu können“, sagt Douglas Costa. „Ich fühle mich als ob ich Teil eines großen Traums wäre. Ich kann nur versprechen, dass ich alles geben werde, um meinen besten Fußball zu zeigen und all diejenigen zufriedenzustellen, die auf mich gesetzt haben.“ In diesem Zusammenhang sei allen voran Guardiola genannt, der viel von Douglas Costa hält. Was sich der Spanier von seinem neuen Mann für die Flügel wünscht? Douglas Costa zur tz: „Guardiola hat mir viel Vertrauen vermittelt. Er hat mir gesagt, ich solle einfach das tun, was ich immer tue.“ Nur vielleicht die Ellbogen unten lassen in Zukunft…

José Carlos Menzel López

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