FCB-Spieler gilt immer mehr als Glücksgriff

Douglas Costa ist Peps Joker gegen Benfica

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Er hört nur Gutes über sich: Douglas Costa. Im Viertelfinale wird er einer von Bayerns Schlüsselspielern sein.

München - Danke, Brasilien! Douglas Costa gilt immer mehr als Bayerns Glücksgriff – Spieler wie ihn braucht FC Bayern-Trainer Pep Guardiola gegen Benfica Lissabon. 

Das Podium im Presseraum der Allianz Arena ist derzeit hochfrequentiert. Am Montag, am Tag vor dem Hinspiel des FC Bayern im Champions League-Viertelfinals gegen Benfica Lissabon (Dienstag, 20.45 Uhr), nahmen Douglas Costa, Manuel Neuer und Pep Guardiola auf den erhöhten Stühlen Platz. Es gab ein paar lustige Szenen, tiefstapelnde Aussagen, wie man sie eben hört, wenn ein vermeintlicher Underdog in einem wichtigen Spiel erwartet wird (Guardiola: „Fühle mich nicht als Favorit“). Aber einen derart aussagekräftigen Moment wie jenen, der noch vom Samstag im Gedächtnis ist, gab es nicht.

Es hatte nach dem Sieg der Bayern gegen Eintracht Frankfurt ohnehin schon etwas Komisches, dass sich der eine Trainer, um mit dem anderen zu reden, weit nach vorne beugt, damit der zwischen ihnen platzierte Mediendirektor nicht im Weg sitzt. Aber die Worte, die Eintracht-Coach Niko Kovac Guardiola da am Mikrofon vorbei zuflüstern wollte, waren noch kurioser. „Ich war froh, dass Douglas Costa nicht auf dem Platz stand. Danke!“, sagte Kovac, sichtlich erleichtert, dass die Partie „nur“ mit 0:1 verloren wurde. Guardiola allerdings leitete den Dank umgehend weiter. Er entgegnete Kovac: „Danke, Brasilien!“

Um diese Aussage zu verstehen, muss man die Probleme kennen, die den FC Bayern stets am Ende von Länderspielpausen ereilen. Douglas Costa war erst am Donnerstag aus Brasilien nach München zurückgekehrt. Der 25-Jährige hatte gut gespielt, gegen Uruguay mit einem Blitz-Treffer nach 40 Sekunden auf sich aufmerksam gemacht – aber zum Abschluss der Reise doch einen langen Flug in den Knochen. Guardiola spricht in solchen Fällen länger mit seinen Spielern, schaut sich ihren Zustand an. Die Entscheidung: Costa wurde (zur Freude von Kovac) geschont – aber ob das auch Benficas Trainer Rui Vitória freuen wird?

Costa ist für das Heimspiel am Dienstag fit

Für das Heimspiel am Dienstag ist Costa genau wie der gegen Frankfurt angeschlagene Kingsley Coman, der am Abschlusstraining teilnahm, fit. Es ist eine dieser Partien, die für den Brasilianer „etwas Großes sind. Ich genieße jeden Moment hier“, sagte er. Nicht nur, weil er zahlreiche seiner bei Benfica spielenden Landsmänner kennt, sondern auch, weil die Bayern ihre Gäste im Vergleich zu anderen Gegnern vergleichsweise offensiv erwarten, freut sich Costa auf die Partie. „Ich brauche meine Stürmer morgen“, sagte auch Guardiola. Er hofft gegen Benficas Viererkette auf „ein paar Räume auf den Außenbahnen“. Costa und Ribery – in Hochform – sollen dort zur Stelle sein.

Costa hat all denjenigen, die an seiner Qualität in großen Spielen gezweifelt haben, schon gezeigt, dass sie irren. Beim Last-Minute-Sieg gegen Juve bereitete er den Anschlusstreffer vor, in Turin das Tor zum 1:0.

17 Torbeteiligungen stehen für den flexiblen Flügelstürmer in seinen ersten acht Monaten in München zubuche, nur Thomas Müller (39) und Robert Lewandowski (38) haben mehr. Costa, der davon spricht, dass „der FC Bayern mein Leben verändert hat“, beschreibt seinen Fortschritt in München mit den Worten: „Keiner kannte mich – jetzt kennt mich jeder.“

Gerade mal 30 Millionen Euro hat der Mann gekostet, den die Bayern früher auf dem Radar hatten als der Rest der europäischen Topklubs. Wie Coman hat Costa laut Guardiola den Vorteil, „auf beiden Seiten spielen zu können“. Ribery und der nach wie vor verletzte Robben stehen ihnen in dieser Flexibilität nach.

Zum jetzigen Stand können die Bayern sagen: Danke, Brasilien!

Es ist kein Zufall, dass Costa inzwischen zu Bayerns Stammspielern gehört. In den „beiden wichtigsten Monaten des Jahres“ (Karl-Heinz Rummenigge) kann er sich nun weiter beweisen. „Ich mache sehr gute Arbeit. Wenn es so weitergeht, werden wir viele Titel gewinnen“, sagte Costa selbstbewusst. Guardiola, von Costa als „Genie“ bezeichnet, fügte vor der Runde der besten Acht an: „Jeder in diesem Klub will das Triple gewinnen.“

Die lange Reise, so wirkt es, hat Costa längst vergessen. Er ist bereit für Großes. Übrigens: Auch Michael Reschke hat im letzten Sommer einen langen Flug hinter sich gebracht. Der Technische Direktor der Bayern war eigentlich zur Copa America nach Chile gereist, um den designierten Bayern-Spieler Angel di Maria zu beobachten. Er kam wieder und riet den Bossen dazu, Costa zu holen. Im Nationaltrikot hatte der Offensivspieler beeindruckt. Stand Dienstag können die Bayern sagen: Danke, Brasilien!

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