WM-Quali in Südamerika

Douglas Costa trifft für Brasilien - der Star ist ein anderer

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Douglas Costa bejubelt seinen Treffer gegen Uruguay.

Pernambuco - Mit einem Blitztor hat Douglas Costa vom FC Bayern im WM-Qualifikationsspiel der Brasilianer gegen Uruguay auf sich aufmerksam gemacht. Die Show stahl ihm jedoch ein Stürmer des Gegners.

„El Pistolero“ schießt wieder scharf im Celeste-Trikot. Gleich im ersten Auftritt nach der Zwangspause von neun Pflichtspielen für seine Beißattacke im WM-Duell gegen Italien vor zwei Jahren sorgte Luis Suarez mit seinem Ausgleichstor für ein heroisches 2:2 (1:2) Uruguays im „Clasico“ gegen Brasilien in der südamerikanischen Qualifikation zur WM-Endrunde 2018.

„So wünscht man sich eine Rückkehr“, bekannte der Torjäger des FC Barcelona nach der verrückten Partie in der WM-Arena Pernambuco in Recife. Denn erst hatten Douglas Costa von Bayern München mit seinem Blitztor nach 39 Sekunden und der Ex-Leverkusener Renato Augusto (26.) die Selecao scheinbar sicher in Führung geschossen. Nach dem Anschlusstreffer von Edinson Cavani (31.) und Suarez

Ausgleich (48.) waren jedoch die „Urus“ bei einigen Großchancen dem Sieg nahe.

„Ich glaube nicht an Gerechtigkeit im Fußball“, philosophierte anschließend der 69 Jahre alte Gästetrainer Oscar Tabarez und begründete mit Blick auf den Spielverlauf: „Wenn wir sehen, was Brasilien die ersten 20 Minuten gespielt hat, wäre ein Remis ungerecht. Aber wenn wir die letzten 20 Minuten uns ansehen, hätten wir es verdient, zu gewinnen.“ Worte vom Maestro.

Sinnbild der Wende mit mehr Kampf und Wille als die Hausherren war Suarez. Auch weil er erstmals als „Uru“-Kapitän auflief. „Ich kenne ihn seit 2006, und weiß genau, wie er Schwierigkeiten überwindet, die ihm persönliche Fehler eingebracht haben“, rechtfertigte Tabarez die ungewöhnliche Spielführerwahl.

Dagegen saß bei Brasiliens Coach Dunga der Frust tief. „Wir müssen jetzt den Schulterschluss mit den Fans üben, mit den Spielern auf dem Platz. Und einen Repräsentanten beim Conmebol haben, der die gleichen Kriterien beim Schiedsrichter einfordert“, monierte der 52-Jährige, dessen Superstar Neymar für ein Allerweltsfoul Gelb sah, obwohl seine Gegenspieler beim Kesseltreiben gegen den Barcelona-Dribbelkünstler ungeschoren davon kamen.

Schon offensichtlich: Aufgrund des wachsenden Drucks sucht Dunga zur Vertuschung der Unzulänglichkeiten wieder einmal Feindbilder, wie das des aus seiner Sicht einseitigen Schiedsrichters. Neymar ist nach der zweiten Gelben Karte, der 14. im 70. Länderspiel, für die kommende Eliminatorias-Partie am Dienstag in Paraguay beim Duell des punktgleichen Tabellendritten gegen den Vierten (beide acht Zähler) ebenso gesperrt wie Innenverteidiger David Luiz, der an beiden „Uru“-Treffer Mitschuld trug.

Und so bleibt vor allem Dunga unter Druck. „Wenn wir 2:0 gewinnen, dann sind die Spieler gut. Bei einem Unentschieden ist der Trainer schlecht“, lamentierte der Ex-Stuttgarter, dessen Team zur Pause Applaus, aber mit dem Schlusspfiff ein Pfeifkonzert zu hören bekam.

Das nächste Kapitel in der Leidensgeschichte findet am Dienstag in Asuncion statt. Parallel dazu empfängt Uruguay (10) den Drittletzten Peru und will mit einem Sieg Kontakt zum Überraschungsspitzenreiter Ecuador (13) halten.

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